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Hat VW Beweismittel vernichtet?

Abgas-Affäre Hat VW Beweismittel vernichtet?

VW muss sich in den USA nun auch mit der Klage eines ehemaligen Mitarbeiters auseinandersetzen. Dieser wirft dem Konzern vor, dass entgegen einer behördlichen Anordnung Daten zur Abgas-Affäre gelöscht worden seien.

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Hat VW Beweismittel in der Abgas-Affäre vernichtet?

Quelle: dpa

Wolfsburg. In der Abgas-Affäre gibt es neue Vorwürfe gegen Volkswagen. Nach der Enthüllung des Skandals im vergangenen September soll der Konzern in den USA Beweismittel vernichtet haben, berichteten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ am Sonntag unter Berufung auf einen früheren Angestellten aus den USA. Unterdessen deutete die kalifornische Umweltbehörde Carb in den Gesprächen zur Umrüstung der betroffenen Fahrzeuge offenbar einen Kompromiss an.

„SZ“, WDR und NDR beriefen sich auf eine vor wenigen Tagen eingereichte Klage eines früheren IT-Mitarbeiters bei einem US-Gericht. Darin argumentiert der ehemalige Mitarbeiter demnach, er sei Ende 2015 entlassen worden, weil VW angenommen habe, er wolle amerikanische Behörden über eine Behinderung der Justiz informieren. Die elf Seiten lange Klageschrift enthält den Recherchen zufolge schwere Anschuldigungen gegen die Volkswagen Group of America: Angeblich trage der frühere IT-Mitarbeiter unter anderem vor, er habe nach dem 18. September bei seiner Tätigkeit im VW-Rechenzentrum in Michigan versucht zu verhindern, dass dort entgegen einer behördlichen Anordnung Daten weiter gelöscht werden.

Die US-Tochter von VW habe zunächst eine Anweisung des amerikanischen Justizministeriums ignoriert, sofort alle routinemäßigen Datenlöschungen zu stoppen, heißt es in den Medienberichten. Bis Ende September, Anfang Oktober seien weiter Daten vernichtet worden - trotz einer gegenteiligen Vorgabe des Unternehmens. VW halte die Klage aber für unbegründet, sagte ein Sprecher am Sonntag. „Zu weiteren Details können wir uns mit Blick auf das laufende arbeitsrechtliche Verfahren nicht äußern.“

Volkswagen hatte im September eingeräumt, bei Umwelttests von Dieselfahrzeugen in den USA die Abgaswerte manipuliert zu haben. Besonders in den USA, wo rund 600 000 Autos betroffen sind, drohen dem Konzern hohe Strafzahlungen und Schadensersatzforderungen. Die Genehmigung der US-Umweltbehörden für einen Rückrufplan steht noch aus. In den Gesprächen ließ die kalifornische Umweltbehörde Carb in der vergangenen Woche erstmals kompromissbereite Signale erkennen, wie die „Welt am Sonntag“ berichtete. Die Behörde sei zu der Erkenntnis gekommen, dass eine komplette Umrüstung aller betroffenen Autos in den USA nicht möglich sei. Die Behörde überlege nun, ob jene Fahrzeuge im Straßenverkehr belassen werden könnten, die mehr als die erlaubten Schadstoffe ausstoßen - und der Autobauer im Gegenzug für die Emissionen über das zulässige Maß zahlt.

afp/dpa

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