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Abschaffung des Bargelds ist die falsche Antwort

Bundesbank Abschaffung des Bargelds ist die falsche Antwort

Die Deutsche Bundesbank hält wenig von den Forderungen, den Gebrauch von Bargeld einzuschränken – oder es gar ganz abzuschaffen. Das hat Vorstandsmitglied Johannes Beermann am Montag in Hannover deutlich gemacht.

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Pro Transaktion gerechnet ist das Zahlen mit Bargeld kostengünstiger als Plastikgeld.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Die Bürger dürften keinesfalls den Eindruck bekommen, dass man ihnen aus geldpolitischen Gründen nach und nach das Bargeld entziehen wolle. Das wäre „nicht nur ökonomisch unsinnig, sondern könnte vor allem auch das Vertrauen in den Euro schädigen“, warnte der Bundesbanker anlässlich des Jahresempfangs der hiesigen Hauptverwaltung.

Damit zielte er vor allem auf die Äußerungen einiger Ökonomen, die eine Abschaffung des Bargelds fordern, weil damit die EZB Minuszinsen leichter im Markt durchdrücken könnte. Laut Beermann ist das jedoch eine falsche Antwort auf die derzeitigen Probleme mit dem Niedrigzins. „Statt über die Bargeldabschaffung sollten wir darüber diskutieren, wie wir durch höheres Wachstum wieder zu höheren Zinsen kommen.“

Beermann wies auch die Behauptung zurück, dass Bargeld eine besonders teure Zahlungsart sei. Pro Transaktion gerechnet sei das Zahlen mit Bargeld kostengünstiger als Plastikgeld. Bargeldzahlungen seien einfach, sicher und schnell, schützten die Privatsphäre und ermöglichten auch eine gute Kontrolle der Ausgaben. Die Bundesbank sehe sich in einer neutralen Rolle. „Wir wollen den Bürgern die Zahlungsart ermöglichen, die sie sich wünschen.“ Der Bundesbanker bezweifelt auch, dass die derzeit diskutierte Abschaffung der 500-Euro-Banknote sowie eine Beschränkung der Barzahlungen auf 5000 Euro geeignet sind, Terrorismus und Geldwäsche zu bekämpfen. Kriminalität brauche nicht unbedingt Bargeld, Zahlungen würden sich bei einer Abschaffung auf elektronische Wege verlagern. Er verwies auf Untersuchungen, wonach gewaltige Vermögen aus dunklen Quellen auf Konten in der Schweiz, in Hongkong und Singapur deponiert sind.

Allerdings könnte die Diskussion über die Bargeldabschaffung, die der Deutsche-Bank-Chef John Cryan vor einigen Wochen in Davos losgetreten hatte, ohnehin übertrieben sein. Schließlich sind Euro-Banknoten hierzulande das einzige unbeschränkt gültige gesetzliche Zahlungsmittel, das niemand ablehnen kann. Ohne Gesetzesänderung ließe sich daran nicht rütteln, erläuterte Beermann – was angesichts der öffentlichten Meinung zu diesem Thema wenig wahrscheinlich ist.

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