Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Abschaffung des Bargelds ist die falsche Antwort
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Abschaffung des Bargelds ist die falsche Antwort
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 03.03.2016
Von Albrecht Scheuermann
Pro Transaktion gerechnet ist das Zahlen mit Bargeld kostengünstiger als Plastikgeld. Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige
Hannover

Die Bürger dürften keinesfalls den Eindruck bekommen, dass man ihnen aus geldpolitischen Gründen nach und nach das Bargeld entziehen wolle. Das wäre „nicht nur ökonomisch unsinnig, sondern könnte vor allem auch das Vertrauen in den Euro schädigen“, warnte der Bundesbanker anlässlich des Jahresempfangs der hiesigen Hauptverwaltung.

Damit zielte er vor allem auf die Äußerungen einiger Ökonomen, die eine Abschaffung des Bargelds fordern, weil damit die EZB Minuszinsen leichter im Markt durchdrücken könnte. Laut Beermann ist das jedoch eine falsche Antwort auf die derzeitigen Probleme mit dem Niedrigzins. „Statt über die Bargeldabschaffung sollten wir darüber diskutieren, wie wir durch höheres Wachstum wieder zu höheren Zinsen kommen.“

Beermann wies auch die Behauptung zurück, dass Bargeld eine besonders teure Zahlungsart sei. Pro Transaktion gerechnet sei das Zahlen mit Bargeld kostengünstiger als Plastikgeld. Bargeldzahlungen seien einfach, sicher und schnell, schützten die Privatsphäre und ermöglichten auch eine gute Kontrolle der Ausgaben. Die Bundesbank sehe sich in einer neutralen Rolle. „Wir wollen den Bürgern die Zahlungsart ermöglichen, die sie sich wünschen.“ Der Bundesbanker bezweifelt auch, dass die derzeit diskutierte Abschaffung der 500-Euro-Banknote sowie eine Beschränkung der Barzahlungen auf 5000 Euro geeignet sind, Terrorismus und Geldwäsche zu bekämpfen. Kriminalität brauche nicht unbedingt Bargeld, Zahlungen würden sich bei einer Abschaffung auf elektronische Wege verlagern. Er verwies auf Untersuchungen, wonach gewaltige Vermögen aus dunklen Quellen auf Konten in der Schweiz, in Hongkong und Singapur deponiert sind.

Allerdings könnte die Diskussion über die Bargeldabschaffung, die der Deutsche-Bank-Chef John Cryan vor einigen Wochen in Davos losgetreten hatte, ohnehin übertrieben sein. Schließlich sind Euro-Banknoten hierzulande das einzige unbeschränkt gültige gesetzliche Zahlungsmittel, das niemand ablehnen kann. Ohne Gesetzesänderung ließe sich daran nicht rütteln, erläuterte Beermann – was angesichts der öffentlichten Meinung zu diesem Thema wenig wahrscheinlich ist.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Deutschland / Welt Discounter verkauft Designermode - Jette Joop entwirft Mode für Aldi

Aldi Süd verkauft im April eine limitierte Modekollektion der Designerin Jette Joop. Der Discounter will damit Kundinnen erreichen, die bisher noch nicht bei ihm einkaufen.

29.02.2016

Einen genauen Starttermin gibt es für den Rückruf der vom Abgas-Skandal betroffenen VW-Passat-Modelle noch nicht. Allerdings hat das Kraftfahrt-Bundesamt diese Woche als Rahmen angepeilt.

29.02.2016

Zum ersten Mal seit einem halben Jahr sind die Verbraucherpreise im Euroraum wieder gefallen. Grund dafür waren vor allem stark gesunkene Energiepreise.

29.02.2016
Anzeige