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Absturz der Ölpreise hält Inflation niedrig

Statistik für Deutschland Absturz der Ölpreise hält Inflation niedrig

Dank des Einbruchs der Ölpreise können Verbraucher in Deutschland derzeit deutlich günstiger heizen und tanken als vor einem Jahr. Insgesamt bleibt der Preisauftrieb sehr gering. Das stärkt die Kaufkraft der Verbraucher und dürfte den Konsum befeuern.

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Volkswirte rechnen damit, dass die Preise in Deutschland schon bald wieder stärker steigen dürften.

Quelle: dpa

Wiesbaden. Der kräftig gefallene Rohölpreis hält die Inflation in Deutschland extrem niedrig. Im August lagen die Verbraucherpreise wie schon im Juli um 0,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit und bestätigte damit eine erste Schätzung. Für Verbraucher bedeutet das vor allem, dass sie günstiger tanken und heizen können als vor einem Jahr und somit mehr Geld für andere Dinge zur Verfügung haben. Insgesamt lagen die Teuerungsraten in diesem Jahr nur im Februar (+ 0,1 Prozent) und im Januar (? 0,3 Prozent) noch niedriger als im August. Gegenüber dem Vormonat Juli veränderten sich die Verbraucherpreise nach den Angaben nicht. Die niedrige Inflationsrate im August sei maßgeblich darauf zurückzuführen, dass die Energiepreise binnen Jahresfrist kräftig um 7,6 Prozent sanken, betonten die Statistiker: „Im Vergleich zu den letzten Monaten hat sich der Rückgang bei den Energiepreisen erneut verstärkt.“

Insbesondere der fallende Weltmarktpreis für Rohöl bremste demnach den Preisauftrieb. So verbilligte sich leichtes Heizöl gegenüber August 2014 um mehr als ein Viertel (? 27,6 Prozent), Kraftstoffe waren nahezu ein Zehntel billiger (? 9,5 Prozent). An den Tankstellen macht sich das auch im Vergleich zu den Vormonaten bemerkbar. Nach Zahlen des ADAC kostet ein Liter E10 derzeit 1,350 Euro, Anfang August lag der Literpreis noch bei 1,448 Euro und Anfang Juli bei 1,478 Euro.

Auch die Preise für andere Energieprodukte lagen unter dem Niveau des Vorjahres: So sanken die Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme um 6,5 Prozent, Strom kostete 1,0 Prozent weniger. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise wäre die Inflationsrate nach den Angaben der Statistiker mit plus 1,1 Prozent deutlich höher ausgefallen. Teurer wurden auf Jahressicht unter anderem Nahrungsmittel (plus 0,8 Prozent). Vor allem für Gurken (plus 29 Prozent) und Kartoffeln (plus 23 Prozent) mussten Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Überdurchschnittlich zogen auch die Preise für Dienstleistungen (plus 1,2 Prozent) an. Ausschlaggebend dafür war der Anstieg der Nettokaltmieten um 1,1 Prozent.

Insgesamt bleibt die Inflation in Deutschland weit entfernt von der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2 Prozent an. Deshalb haben Europas Währungshüter bereist angekündigt, die Geldschleusen notfalls noch weiter zu öffnen. EZB-Präsident Mario Draghi sagte Anfang September: „Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist.“ So könne das im März begonnene Programm zum Kauf von Staatsanleihen und anderen Vermögenswerten im Umfang ausgedehnt oder zeitlich gestreckt werden.

Volkswirte rechnen allerdings damit, dass die Preise in Deutschland schon bald wieder stärker steigen dürften. Commerzbank-Ökonom Marco Wagner sagte: „Mittelfristig rechnen wir mit wieder steigenden Rohölpreisen und spürbaren Lohnanstiegen. Dies dürfte die Inflationsrate bis Mitte 2016 auf 2 Prozent treiben.“

dpa

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