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Ackermann-Nachfolge wird konkreter

Deutsche Bank Ackermann-Nachfolge wird konkreter

Die Debatte über die künftige Führung der Deutschen Bank nimmt konkrete Formen an. Aufsichtsratschef Clemens Börsig und einflussreiche Mitglieder des Gremiums sind für eine Doppelspitze mit Topinvestmentbanker Anshu Jain und Deutschland-Chef Jürgen Fitschen, wie aus dem Umfeld der Beratungen am Sonntag verlautete.

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Josef Ackermann.

Quelle: dpa

Frankfurt. Der von Börsig geführte dreiköpfige Nominierungsausschuss werde dieses Modell wohl dem Präsidium vorschlagen.

Ob diese Lösung für die Nachfolge von Vorstandschef Josef Ackermann vom gesamten Kontrollgremium getragen wird, ist aber offen. „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“, sagte ein Aufsichtsrat. Es gebe nach wie vor Vorbehalte gegen Fitschen als Jains Tandempartner, da er mit bald 63 Jahren relativ alt sei. „Viele wollen einen Generationswechsel.“ Daher seien andere Modelle für eine Doppelspitze noch nicht vom Tisch.

Ende Juli ist die nächste reguläre Aufsichtsratssitzung angesetzt. Wie aus dem Umfeld der Gespräche verlautete, war auch Ackermann am Sonntag bei den Beratungen des Nominierungsausschusses mit von der Partie. Im Gegensatz zu Börsig bevorzugt er Schweizer Finanzkreisen zufolge den 55-jährigen Risikovorstand Hugo Bänziger als Kochef für Jain. „Das Duo soll die gesamte Bank repräsentieren können – und das nicht nur für ein oder zwei Jahre“, sagte ein Insider.

Damit wären Börsig und Ackermann einmal mehr auf Kollisionskurs: Der Konzernchef wollte eigentlich den früheren Bundesbankchef Axel Weber als Nachfolger, stieß aber bei Börsig auf Skepsis. Weber ging daraufhin zur Schweizer UBS. Jain gilt als gesetzt. Der Bereich des 48-jährigen gebürtigen Inders erwirtschaftet den Löwenanteil der Gewinne. Als hundertprozentiger Investmentbanker und mit nur geringen Deutschkenntnissen ist er aber als alleiniger Vorstandschef des größten deutschen Geldhauses schwer vermittelbar.

Daher sucht Börsig fieberhaft nach einem Partner, der die Bank im politischen Berlin vertreten kann und den Heimatmarkt gut kennt. Auch Privatkundenvorstand Rainer Neske ist noch im Gespräch. Die Bank äußert sich nicht dazu.

Im Aufsichtsrat und unter den Investoren gibt es Stimmen, die ein anderes Tandem präferieren. Demnach könnte Ackermann neuer Chef des Kontrollgremiums werden und so die Außendarstellung des Instituts übernehmen, während Jain als Vorstandschef das operative Geschäft verantwortet. Die Chancen hierfür stehen aber schlecht. Denn bislang gibt es keine Anzeichen dafür, dass Börsig von seinem Posten weichen will. Zudem weist die Bank mögliche Wechselabsichten Ackermanns zurück. Der Vorstandschef hatte wiederholt einen Wechsel ins Kontrollgremium abgelehnt.

Wechselt der Konzernchef nicht in den Aufsichtsrat, dürfte eines feststehen: Ein vorzeitiger Abgang Ackermanns wird immer wahrscheinlicher. Denn sollte in den nächsten Wochen eine Lösung für seine Nachfolge präsentiert werden, würde er bis zum Ende seiner Vertragszeit 2013 nur noch im Schatten der neuen Führung stehen. „Spätestens auf der Hauptversammlung 2012 dürfte dann Schluss sein“, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter der Deutschen Bank.

Philipp Halstrick

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