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Ärger um Tuifly belastet Tui

Zahlen für Winterhalbjahr Ärger um Tuifly belastet Tui

Der späte Ostertermin und der große Ärger um Streiks des Tuifly-Personals haben den weltgrößten Reisekonzern Tui im Winterhalbjahr gebremst. In der gewöhnlich schwachen Wintersaison bis Ende März wuchs der Umsatz im fortgeführten Geschäft zwar um 3,3 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro.

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Hannover. Der weltgrößte Reisekonzern Tui sieht sich beim Umbau zum Hotel- und Kreuzfahrtkonzern auf Kurs. Das Geschäft mit Hotels und Kreuzfahrten liefere starkes Wachstum, sagte Vorstandschef Fritz Joussen am Montag in Hannover. Im Winterhalbjahr bremsten allerdings der späte Ostertermin und der Ärger um Tuifly das operative Geschäft: Der um Sonderposten bereinigte operative Verlust fiel mit 214 Millionen Euro um vier Prozent höher als ein Jahr zuvor aus.

Hintergrund sind massenhafte Krankmeldungen bei der Fluglinie Tuifly, die den Flugbetrieb im Oktober 2016 zeitweise lahmgelegt hatten: Viele Piloten und Flugbegleiter legten die Arbeit nieder, nachdem bekanntgeworden war, dass Tuifly unter Führung der arabischen Fluglinie Etihad mit der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki in eine Holding integriert werden soll. Reihenweise Flüge fielen aus. Tui musste rund 3000 Reiseverträge kündigen, die meist mehrere zusammen reisende Menschen betrafen. Die Flugausfälle kosteten den Reisekonzern 24 Millionen Euro.

Wegen zahlreicher Krankmeldungen streicht die Fluggesellschaft Tuifly am Freitag, 7. Oktober 2016, alle Flüge. Kunden mussten bereits in den vergangenen Tagen lange an Flughäfen ausharren. 

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Der Umsatz wuchs in der gewöhnlich schwachen Wintersaison bis Ende März im fortgeführten Geschäft um 3,3 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro. Joussen äußerte sich zuversichtlich, den bereinigten operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September um mindestens zehn Prozent zu steigern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag dieser bei rund einer Milliarde Euro.

Zugute kam Tui, dass sich hohe Abschreibungen auf die Beteiligung an der Container-Reederei Hapag-Lloyd nicht wiederholten, wie ein Konzernsprecher sagte. Unter dem Strich sank der Verlust im ersten Geschäftshalbjahr um 19 Prozent auf 363 Millionen Euro.

Die Buchungen für den Sommer liegen den Angaben zufolge trotz schwieriger Lage in der Türkei und in Ägypten um vier Prozent höher als im Vorjahr. Beim Umsatz betrage das Plus sogar acht Prozent. Die starke Nachfrage nach Griechenland, Spanien, den Kapverden, Zypern sowie Fernreisezielen gleiche niedrigere Buchungszahlen für die Türkei und Ägypten aus.

Gefragt blieben im ersten Geschäftshalbjahr die Kreuzfahrten: Tui Cruises, Thomson Cruises und Hapag-Lloyd-Cruises steigerten das bereinigte operative Ergebnis um mehr als 50 Prozent auf 75 Millionen Euro. Der Wachstumskurs solle fortgesetzt werden: Im Juni werde die "Mein Schiff 6" auslaufen, 2018 und 2019 sollten zwei weitere neue Kreuzfahrtschiffe der "Mein-Schiff"-Flotte bei Tui Cruises in Dienst gestellt werden. Auch die Flotten der Hapag-Lloyd-Cruises sowie von Thomson Cruises sollten erweitert und modernisiert werden. Die Hotelsparte steigerten das bereinigte operative Ergebnis um 27,9 Prozent auf rund 123 Millionen Euro.

dpa

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