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Air Berlin meldet Insolvenz an

Fluggesellschaft Air Berlin meldet Insolvenz an

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der Flugbetrieb soll aber weiter geführt werden, teilte das Unternehmen mit. Die Bundesregierung sichert die Übergangsphase mit einem Kredit von 150 Millionen Euro ab.

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Schon länger in wirtschaftlichen Schwierigkeiten: Die Fluggesellschaft Air Berlin.

Quelle: dpa

Berlin. Die Fluggesellschaft Air Berlin hat einen Insolvenzantrag gestellt. Nachdem Hauptaktionär Etihad erklärt habe, keine weitere finanzielle Unterstützung zur Verfügung zu stellen, sei man „zu dem Ergebnis gekommen, dass für die Air Berlin PLC keine positive Fortbestehensprognose mehr besteht“, teilte die Fluggesellschaft am Dienstag mit.

Bund springt mit Übergangskredit ein

Vor diesem Hintergrund hätten sie beim zuständigen Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt, teilte Air Berlin mit. Bei dieser Variante des Insolvenzverfahrens würde das Management des Unternehmens weiter die Geschäfte führen. Lucas F. Flöther aus Halle/Saale wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Flöther führt auch Webportal-Betreiber Unister in Leipzig durch das Insolvenzverfahren. Dies bestätigte ein Sprecher Flöthers am Dienstag.

Air Berlin seit 2008 in der Krise

Die 1978 gegründete Fluggesellschaft Air Berlin ist mit dem Boom der Billigflieger groß geworden. Erfolg hatte Deutschlands zweigrößte Airline zunächst mit Flügen von Berlin nach Mallorca.

2002 nahm Air Berlin Linienflüge in europäische Städte ins Programm. Nach einem radikalen Expansionskurs geriet das Unternehmen in eine Krise.

Seit 2008 schreibt Air Berlin - mit einer Ausnahme durch den Verkauf des Vielfliegerprogramms - rote Zahlen. Im vergangenen Jahr betrug der Verlust rund 782 Millionen Euro, der Schuldenberg wuchs auf knapp 1,2 Milliarden Euro.

Jahrelang hielt der arabische Großaktionär Etihad, der 29,2 Prozent der Anteile besitzt, die Airline mit Finanzspritzen in der Luft.

„Es werden Verhandlungen mit Lufthansa und weiteren Beteiligten zur Veräußerung von Betriebsteilen geführt“, teilte Air Berlin weiter mit.

Die Bundesregierung unterstütze Air Berlin mit einem Übergangskredit abgesichert durch eine Bundesbürgschaft, um den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten. Berlin sichert die Überbrückungsphase mit 150 Millionen Euro ab. „Wir gehen davon aus, dass der Flugbetrieb bis Ende November gesichert ist“, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt.

Die Lufthansa teilte mit, sie unterstütze gemeinsam mit der Bundesregierung die Restrukturierungsbemühungen der Fluggesellschaft. „Damit wird unter anderem gewährleistet, dass die von Air Berlin geleasten Flugzeuge, die aktuell für Eurowings und Austrian Airlines fliegen, wie bisher weiterbetrieben werden können.“

Die Verhandlungen über den Erwerb von Teilen der Air-Berlin-Gruppe böten auch die Möglichkeit zur Einstellung von Personal. „Lufthansa beabsichtigt, diese Verhandlungen zu einem schnellen und positiven Ergebnis zu führen.“

Passagierzahlen dramatisch eingebrochen

Air Berlin fliegt seit Jahren Defizite ein, 2016 lag der Verlust bei 780 Millionen Euro. Die Lage verschärfte sich Ende März mit der Umstellung auf den Sommerflugplan. Flugausfälle und Verspätungen häuften sich danach.

Am kommenden Freitag (18.8.) wollte Air Berlin eigentlich ihre Geschäftszahlen für das erste Halbjahr vorlegen.

Die Passagierzahlen waren zuletzt weiter gesunken: Im Urlaubsmonat Juli brachen sie im Vergleich zum Vorjahreswert um 24 Prozent ein, wie am vergangenen Freitag bekannt wurde.

Von Januar bis Juli waren es insgesamt 13,79 Millionen Passagiere, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Das entspricht einem Rückgang um 16 Prozent.

Air-Berlin-Eigentümer mit Milliardenverlust

Eigentümer von Air Berlin ist die arabische Fluggesellschaft Etihad. Die hatte Ende Juli einen Milliardenverlust bekannt gemacht. Für das Jahr 2016 stand unter dem Strich ein Verlust von 1,87 Milliarden US-Dollar (1,6 Milliarden Euro). Ein Jahr zuvor hatte die Gesellschaft noch 103 Millionen US-Dollar verdient.

Mehr als 800 Millionen US-Dollar musste Etihad auf seine Beteiligungen abschreiben, vor allem auf die insolvente italienische Fluglinie Alitalia und die seit langem defizitäre deutsche Fluggesellschaft Air Berlin.

Von RND/zys/dpa

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