Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Airbus kappt die Produktion
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Airbus kappt die Produktion
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:44 06.06.2017
Das größte Passagierflugzeug der Welt lockt Zaungäste an – die Kunden sind an dem Airbus 380 jedoch immer weniger interessiert. Quelle: Hannah Mckay / dpa
Anzeige
Cancún/Hannover

Wegen ausbleibender Neubestellungen für den weltgrößten Passagierjet A 380 denkt Airbus über eine weitere Kürzung der Produktion nach. Das Unternehmen prüfe, wie es die Zahl der Auslieferungen am besten unter die Marke von zwölf Jets pro Jahr senken könne, sagte Airbus-Programmchef Didier Evrard bei der Generalversammlung des Weltluftfahrtverbandes IATA im mexikanischen Cancún: „Wie tief wir gehen, kann ich nicht sagen.“

Neue Aufträge fehlen

Die Nachfrage für das Großraummodell schwächelt schon länger. Vor anderthalb Jahren hatte Airbus noch etwas Hoffnung geschöpft, als man mit der japanischen Fluggesellschaft All Nippon Airways mal wieder einen Neukunden präsentieren konnte - fast zwei Jahre, nachdem von der Leasing-Gesellschaft Amedeo der letzten Großauftrag für 20 Exemplare eingegangen war. Doch schon kurz darauf folgte die nächste Enttäuschung, als Air France zwei Bestellungen annullierte.

Produktion halbiert

Daraufhin kündigte Airbus an, die Jahresproduktion des A 380 auf zwölf Maschinen pro Jahr mehr als zu halbieren. Diese Marke soll im kommenden Jahr erreicht werden. Über eine weitere Kürzung will Airbus nach Angaben von Evrard noch in diesem Jahr entscheiden - sofern weitere Neubestellungen ausbleiben. Es sei wahrscheinlich, dass Airbus die Fertigung auf weniger als einen Flieger pro Monat verringern müsse, hieß es.

Ganz große Flugzeuge mit vier Triebwerken wie der A 380 und Boeings Jumbo-Jet 747-8 sind bei den Airlines seit Jahren kaum noch gefragt. Fluglinien setzen verstärkt auf mittelgroße Langstreckenjets wie den A 350 von Airbus und die Boeing 787 „Dreamliner“. Die großen Maschinen lassen sich nur auf bestimmten Strecken in Metropolen auslasten - für Verbindungen zwischen anderen Zielen sind kleinere Modelle wirtschaftlicher.

Ein Blick in das Auftragsbuch von Airbus macht das Dilemma deutlich: Von den für Ende April insgesamt ausgewiesenen 17.105 Bestellungen gehen nur 317 auf das Konto des A 380. Zum Vergleich: Für den Mittelstreckenjet A 320 liegen 13.081 Aufträge vor.

Ursprünglich wollte Airbus mit dem A 380 in eine neue Dimension starten: Für die Passagiere sollte die Maschine mehr Platz und Komfort bieten - den Fluggesellschaften versprach der Hersteller geringere Kosten. Doch schon beim Anlauf der Produktion gab es zahlreiche Probleme, das 15 Milliarden Euro schwere Entwicklungsprogramm lief aus dem Ruder - die verantwortlichen Manager mussten gehen, die geplante Frachtversion wurde nie gebaut.

Emirates als Lebensretter

Als 2008 der erste A 380 an die Fluggesellschaft Emirates übergeben wurde, herrschte bei Airbus kurzzeitig Euphorie. Diese legte sich jedoch schnell: Bis heute ist die Airline vom Arabischen Golf der einzige Großkunde geblieben - 86 Großraummodelle sind bereits für Emirates unterwegs, weitere 56 Maschinen sind bestellt. Mit der letzten großen Order 2013 habe Emirates allein das vorzeitige Aus für den A 380 verhindert, heißt es in der Branche. Daneben liegen Airbus nur 18 Bestellungen anderer Fluggesellschaften vor. Die Lufthansa beispielsweise hat bisher nur 14 Exemplare in Dienst gestellt.

Marco Engemann und Jens Heitmann

Noch immer wird der Westbalkan von wirtschaftlichen Problemen und politischem Zwist heimgesucht. Nun will die Europäische Union die Region zur Zusammenarbeit bewegen und hält einen gemeinsamen Wirtschaftsraum bis 2018 für möglich.

06.06.2017

Der Essens-Lieferdienst Delivery Hero will in den kommenden Monaten an die Börse gehen und hat gute Chancen ein europäisches Schwergewicht zu werden. Schätzungen zufolge könnte das deutsche Start-Up bis zu 3,8 Milliarden Euro eintreiben.

06.06.2017

Bis zu 2300 Euro Urlaubsgeld – darüber können sich manche Deutsche freuen. Doch nicht alle Arbeitgeber sind so großzügig: die meisten Beschäftigten gehen leer aus.

06.06.2017
Anzeige