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Deutschland / Welt Aktien von Eon und RWE stürzen ab
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Aktien von Eon und RWE stürzen ab
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19:40 15.09.2015
Von Stefan Winter
Der Ausstieg könnte teurer werden.Foto: dpa Quelle: Julian Stratenschulte
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Berlin

Weitere Spekulationen um Lücken in ihren Bilanzen haben die Aktien von Eon und RWE zeitweise um mehr als 10 Prozent ins Minus gedrückt. Der „Spiegel“ und die „Rheinische Post“ meldeten, dass erheblich höhere Rückstellungen für die Abwicklung der Atomenergie nötig seien. Dem Eon-Konzern, der bisher gut 16 Milliarden Euro zurückgelegt hat, fehlen nach Darstellung der „Rheinischen Post“ 9 bis 12 Milliarden Euro. Bei RWE, wo gut 10 Milliarden Euro zurückgestellt sind, seien weitere 7,5 bis 10 Milliarden Euro nötig, und auch EnBW und Vattenfall fehlten mehrere Milliarden. Die Zeitung beruft sich auf Gutachter, die die Bilanzen der Stromkonzerne im Auftrag der Bundesregierung einem „Stresstest“ unterziehen.

Die Kurse erholten sich etwas, als das Bundeswirtschaftsministerium die Berichte zurückwies: Man kenne die Zahlen nicht, „ein Ergebnis der Stresstests liegt noch nicht vor“, teilte das Haus von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Dienstag in Berlin mit. Die Resultate würden „im Herbst“ erwartet. Im Juni hatte das Ministerium die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Klein & Warth Grant Thornton AG mit der Prüfung beauftragt, ob die Rückstellungen der Kernkraftwerksbetreiber, die sie nach Handels- und Steuerrecht verpflichtend in ihren Bilanzen bilden müssen, ordnungsgemäß aufgebaut wurden. Eon-Chef Johannes Teyssen hat bereits darauf hingewiesen, dass Wirtschaftsprüfer dies jedes Jahr mit ihrem Bilanztestat bestätigt hätten. Nach Meinung der neuen Gutachter wurde dabei aber offenbar mit zu hohen Zinssätzen kalkuliert.

Noch im September soll im Kabinett ein Gesetzentwurf Gabriels verabschiedet werden, damit sich die Energiekonzerne nicht durch die Abtrennung ihrer Atomtöchter vor der Haftung drücken können. Mit Blick auf dieses Gesetz hat Teyssen bereits die Ausgliederung der Eon-Atomkraftwerke gestoppt. Er halte das Gesetzesvorhaben zwar für verfassungswidrig, wolle aber keine jahrelange Rechtsunsicherheit riskieren.

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