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Aldi & Co. senken Käse- und Butterpreise

Bauernverband entsetzt Aldi & Co. senken Käse- und Butterpreise

Aldi hat einen neuen Preiskampf bei Butter und Käse eröffnet. Nachdem der Discounter die Preise für etliche Produkte gesenkt hat, will die Konkurrenz nachziehen. Der Bauernverband warnt vor den Folgen für die Milchbauern.

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Um 8 Prozent billiger - Irische Butter bei Aldi.

Quelle: dpa/Symbolfoto

Hannover. Dieses Jahr wird katastrophal für die Milchbauern – so fiel am Montag die Reaktion des Deutschen Bauernverbandes auf die von Aldi eingeläutete Runde von Preissenkungen für Käse und Butter aus. Denn die Molkereien, denen die Handelskonzerne Preiszugeständnisse abgetrotzt hätten, gäben den Druck weiter an die Milchbauern, sagte ein Verbandssprecher der HAZ. Die seien in der Wertschöpfungskette die am meisten Gebeutelten.

Der Discounter Aldi, dem sich Norma sofort anschloss, hatte bereits am Wochenende die Preise unter anderem für das 250-Gramm-Päckchen jungen Gouda um über 15 Prozent auf 1,09 Euro und für irische Butter um gut 8 Prozent auf ebenfalls 1,09 Euro gesenkt. Konkurrenten wie Edeka oder Rewe dürften – wie üblich – nachziehen.

Zu viel Milch auf dem Markt

In der Branche wird erwartet, dass als Nächstes die Preise für Trinkmilch unter Druck geraten. Hier liefen gerade die Preisverhandlungen zwischen Molkereien und Handel. Die großen Konzerne nutzten die Marktlage „aggressiv“ aus, um bei den Molkereien massive Preissenkungen für Milchprodukte durchzusetzen, erklärte ein Branchenkenner. Nach wie vor gibt es zu viel Milch auf den Märkten.

Vor allem Irland, die Niederlande, Österreich und Polen, aber auch Deutschland haben nach dem Ende der Milchquote in der EU vor einem Jahr ihre Produktion laut Bauernverband kräftig hochgefahren. Wegen der guten klimatischen Bedingungen im vergangenen Jahr sei auch in anderen Regionen der Welt wie Australien und Neuseeland erheblich mehr Milch erzeugt worden.

Bauernverband fordert Liquiditätshilfen

Viele Milchbauern geben auf: Etliche Landwirte werden nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbands die Milchkrise nicht überstehen. In „normalen“ Jahren gäben 1 bis 2 Prozent der Milchbauern auf, 2015 seien es bereits 4 Prozent gewesen. Am schlimmsten treffe es Landwirte, die sich für den Bau neuer Ställe verschuldet hätten, sagte ein Verbandssprecher.

Der Bauernverband fordere vom in der nächsten Woche tagenden EU-Agrarministerrat weitere Liquiditätshilfen. Im vergangenen Jahr hatte die EU 500 Millionen Euro bereitgestellt, 69 Millionen Euro davon für Deutschland.

Solange die Nachfrage weltweit immer weiter wuchs, fand die Milch Abnehmer, und die Preise legten zu. Aber seit über einem Jahr schwächelt Chinas Wirtschaft und mit ihr die Nachfrage vor allem nach Milchpulver. Ähnlich verhält es sich mit den Ölförderstaaten, denen wegen des Preisrutsches beim Rohöl Devisen fehlen. Und Russland fällt als Folge der EU-Sanktionen schon mehr als ein Jahr als wichtiger Kunde aus.

In Summe drückt ein Überangebot die Preise. Da keine Besserung der Lage in Sicht ist, rechnen Marktbeobachter mit weiteren Preisrückgängen sowohl im Supermarkt als auch für die Milchbauern.

Molkereikonzern verschiebt Investitionen

Deutschlands größter Molkereikonzern, das Deutsche Milchkontor (DMK), hat seinen 8900 Lieferanten, die auch Anteilseigner des genossenschaftlichen Unternehmens sind, für März noch 25,3 Cent je Liter gezahlt, wie ein Sprecher sagte. Es gebe Molkereien, die weniger zahlten. Für April dürfte der Milchpreis in Norddeutschland nach Schätzung von Branchenkennern nochmals um einen Cent sinken.

Um den Bauern mehr zahlen zu können, hat das DMK nach eigenen Angaben 2015 bewusst einen Gewinnrückgang von 42,3 auf 13 Millionen Euro in Kauf genommen. Der Umsatz sank um 11 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Zudem werden laut DMK Investitionen verschoben, um die Kosten 2016 bis zu 60 Millionen Euro zu drücken.

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