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Deutschland / Welt Aldi, Lidl und Co. setzen auf Luxus-Angebote
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19:55 02.12.2015
Ob "Deluxe"-Lachs oder Hirschsteak: In den Regalen wird das Angebot an Luxusprodukten glatt verdoppelt. 
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Nur billig ist gut – das ist für die Discounter in Deutschland nicht mehr gut genug. Pünktlich vor Weihnachten entdecken Aldi und Co. wieder ihre Liebe für Delikatessen. Neben der Cola für 39 Cent und Dosentomaten für 35 Cent findet sich dann Edles – oder zumindest edel verpacktes. Rinderfilet und Wildlachs von Lidl, Champagner und Hirschsteaks von Aldi, Gourmet-Ente von Penny. „Der Trend zu Luxusangeboten vor den Festtagen ist bei den Discountern ungebrochen. Wir beobachten sogar, dass die Platzierung der Produkte immer attraktiver wird“, berichtet Handelsexperte Fred Hogen vom Marktforschungsunternehmen Nielsen.

Tatsächlich treiben die Discounter zum Fest einigen Aufwand, um ihre sogenannten Premium-Produkte ins rechte Licht zu rücken. So hat Lidl den Fernsehkoch Kolja Kleeberg ein Drei-Gänge-Menü mit Fenchelsalat, Sauerbraten vom Rinderfilet und Créme Brûlée konzipieren lassen, dessen wichtigste Zutaten natürlich aus den Regalen des Discounters stammen. Aldi Süd lockt mit einem Menü-Konfigurator für die Weihnachtsfeiertage, der nicht nur Kochrezepte liefert, sondern auch noch passende Weine aus den Aldi-Regalen empfiehlt. „Für die Discounter ist das Geschäft mit dem kleinen Luxus vor den Festtagen lukrativ. Denn die Kunden greifen zu und kaufen mehr ein als sonst“, so Hogen.

Einige Premium-Produkte gibt es inzwischen das ganze Jahr. Doch zu Weihnachten und zu Ostern werde das Sortiment mehr als verdoppelt. „Rund 50 Prozent des Umsatzes mit den Premium-Handelsmarken wird in den Wochen vor Ostern und Weihnachten gemacht“, sagt der Experte. Doch es geht auch um Werbung: „Das ist für die Aldi und Co. auch eine gute Gelegenheit, ihr Image nachzuschärfen, indem sie ihre Lebensmittelkompetenz beweisen“, betont Handelsexperte Wolfgang Adlwarth von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Tatsächlich stehen die Discounter unter Druck. Die klassischen Supermärkte haben in den vergangenen Jahren viel in Laden-Design und Service investiert und damit offenbar den Geschmack vieler Kunden getroffen. Außerdem schauen die Verbraucher angesichts der guten Konjunkturlage weniger aufs Geld. Das hat die erfolgsverwöhnten Billiganbieter in die Defensive gebracht. „Die Luxus-Angebote sind auch Teil der Bemühungen, hier gegenzuhalten“, meint Hogen. Auch im Rest des Jahres sind die Billiganbieter immer öfter bemüht, den Kunden etwas mehr zu bieten: Produkte aus der Region, Angebote mit dem Bio-Label oder Fairtrade-Produkte. Nur billig war gestern.

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