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Aldi und Lidl starten ihre Edel-Offensive

Aufwertung des Filialnetzes Aldi und Lidl starten ihre Edel-Offensive

Discounter in Deutschland machen sich schick. Aldi und Lidl wollen in den nächsten Jahren Milliarden für die Aufwertung ihrer Filialen ausgeben, um im Wettbewerb mit den „klassischen“ Supermärkten wie Edeka oder Rewe besser bestehen zu können.

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Aldi und Lidl investieren in schickere Filialen – um sich besser gegen Supermärkte behaupten zu können: Hier eine Lidl-Filiale.

Quelle: dpa

Düsseldorf. Der Grund: Den deutschen Konsumenten reicht „billig“ allein nicht mehr aus. Sie legen immer mehr Wert auf ein angenehmes Ambiente beim Einkauf und stimmten mit den Füßen ab. Die oft noch spartanisch eingerichteten Billiganbieter verloren dadurch in den vergangenen Jahren spürbar Marktanteile. Nun wollen Aldi Süd und Lidl gegensteuern – mit einem schöneren Design, mehr Frischeprodukten und mehr Service. Lieblose Filialen mit Paletten und kaltem Neonlicht sollen bald der Vergangenheit angehören.

Allein Lidl will in den nächsten fünf Jahren mehr als 3 Milliarden Euro in sein deutsches Filialnetz stecken und fast alle 3200 Verkaufsstellen modernisieren. Das Investitionsprogramm werde dafür um 200 Millionen Euro aufgestockt, sagte Lidl-Chef Sven Seidel der „Heilbronner Stimme“. Doch auch viele Aldi-Süd-Kunden werden ihre Läden bald kaum noch wiedererkennen. In den nächsten drei Jahren will der Discounter seinen 1860 Filialen in Deutschland einen freundlicheren und modernen Auftritt verpassen: mit mehr Tageslicht, warmen Holzverkleidungen, Kundentoiletten und einem Kaffeeautomaten. „Für die Kunden sind neben dem Preis viele andere Faktoren wichtig geworden“, begründete Geschäftsführerin Jeanette Thull bei der Präsentation der „Filiale der Zukunft“ in Unterhaching bei München Mitte März die Umbaupläne. Der Kunde suche beim Einkauf Ruhe, Entschleunigung und ein schönes Ambiente - nicht nur im Supermarkt, sondern auch beim Discounter.

Aldi Nord ist schon seit dem Jahr 2012 dabei, sein Filialnetz zu modernisieren, um die Läden heller und freundlicher zu machen. „Wir überarbeiten das gesamte Ladenkonzept in Deutschland“, betonte eine Unternehmenssprecherin. So ehrgeizig wie im Süden ist man bei Aldi Nord allerdings nicht. Statt den großen Wurf zu wagen, setzt man eher auf Detailverbesserungen.

Das Fachblatt „Lebensmittel Zeitung“ schreibt angesichts der Investitionsoffensive der Billiganbieter schon von einer neuen Generation von „Superdiscountern“. Die Devise dabei laute: „Wir können auch Supermarkt.“ Wolfgang Adlwarth von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hält die Strategie von Aldi und Lidl für eine folgerichtige Antwort auf die sich wandelnden Kundenbedürfnisse. Allerdings sei dies eine Gratwanderung – denn die Billiganbieter müssten ihre Läden den Supermärkten ähnlicher machen, ohne ihr Niedrigpreisimage zu gefährden.

Funktioniert die Annäherung der Discounter an die Supermärkte, zu der auch eine zunehmende Zahl von Markenartikeln in den Aldi-Regalen gehört? Nach Einschätzung des GfK-Experten spricht einiges dafür. Zwar wachsen die „klassischen Supermärkte“ noch immer etwas schneller als die Discounter – doch sind die Unterschiede im Expansionstempo längst nicht mehr so groß wie noch vor einem Jahr.

„Die Grenzen zwischen Supermarkt und Discountern verschwimmen zunehmend“, meinte kürzlich Rewe-Chef Alain Caparros in einem Interview. Dann fügte er noch hinzu: „In fünf Jahren wird es keinen reinen Discounter mehr geben.“

Von Erich Reimann

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