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Ein Passwort für alles im Internet

Allianz deutscher Konzerne Ein Passwort für alles im Internet

Eine Allianz deutscher Konzerne arbeitet an einem digitalen Ausweis, mit dem Verbraucher sich im Internet identifizieren können. Beteiligt sind unter anderem die Deutsche Bank mit ihrer Tochter Postbank, die Allianz-Versicherung, Daimler und Axel Springer.

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Quelle: dpa/Symbolbild

Hannover. Man wolle weitere Partner gewinnen, teilten die Unternehmen am Montag mit. Mit der Deutschen Telekom spreche man bereits.

Kern des neuen Angebots soll ein sogenannter Generalschlüssel werden, mit dem Verbraucher ihre Identität branchenübergreifend gegenüber Firmen nachweisen können - zum Beispiel für Online-Banking, den Abschluss von Versicherungen oder das Ausleihen eines Mietwagens. Auch beim Online-Shopping soll der Schlüssel zum Einsatz kommen. In der zweiten Jahreshälfte 2018 soll die erste Version bereitstehen.

Bislang muss man sich bei allen Unternehmen online umständlich neu registrieren. Deshalb haben viele Verbraucher Dutzende Nutzerkonten und Passwörter. Ein übergreifender digitaler Ausweis würde ihnen das Leben leichter machen - falls genügend Firmen den Standard unterstützen.

Außer dem Generalschlüssel will die Initiative auch einen sicheren Online-Speicher anbieten, teilte die Deutsche Bank mit. Sie betreibt unter dem Namen eSafe bereits einen Speicherplatz für persönliche Unterlagen, Verträge oder Notfalldokumente. In einer späteren Ausbaustufe seien weitere Funktionen denkbar, zum Beispiel digitale Behördengänge sowie „digitale Zahlungs- und Finanzdienstleistungen“.

Die beteiligten Firmen wollen eine GmbH gründen, die die technische Entwicklung übernimmt. Zum Budget macht die Initiative keine Angaben, auch nicht zu technischen Details. Ein Sprecher betonte lediglich, dass die Server in Deutschland stehen sollen. Nutzer sollen von Fall zu Fall entscheiden können, welche persönlichen Daten beim Einsatz des Generalschlüssels an Dienstleister weitergegeben werden - zum Beispiel könne man die Adresse freigeben, aber die Handynummer sperren.

Ob für das Angebot Gebühren fällig werden, wollten die Partner bisher nicht sagen. „In jedem Fall wird die Wichtigkeit einer hohen Akzeptanz durch Online-Nutzer eine große Rolle spielen“, teilte ein Sprecher mit.

Die Initiative versteht sich „als wettbewerbsfähige, europäische Antwort auf die internationale Plattformwirtschaft“. Sie will verhindern, dass deutsche Nutzer ausschließlich ihre Konten bei amerikanischen Konzernen wie Google, Amazon und Facebook verwenden, um sich im Internet zu identifizieren. Bereits heute kann man zum Beispiel mit einem Amazon-Konto bei anderen Online-Händlern bezahlen. Amazon verdient an der Transaktion mit und behält außerdem die Nutzerdaten unter Kontrolle. Viele Internetnutzer melden sich auch mit ihrem Facebook-Konto auf anderen Webseiten an. Facebook erfährt dabei mehr über die persönlichen Interessen des Nutzers, kann ihm passende Werbung anzeigen und dadurch seine Umsätze steigern.

Mit ihren Plänen könnten die deutschen Konzerne die wertvollen Kundendaten unter ihrer eigenen Kontrolle behalten.

Ultraschall 
unter Verdacht

Forscher der TU Braunschweig haben einen weiteren Beleg dafür gefunden, wie wichtig Datenschutz in der digitalen Welt ist. Sie fanden heraus, dass über 200 Android-Apps auf Ultraschall-Signale lauschen, die für den Menschen nicht hörbar sind, für Smartphone-Mikrofone aber sehr wohl. Werbetreibende könnten die Signale zum Beispiel über Fernseher oder PCs ausspielen. Registriert die App ein solches Signal, sendet sie persönliche Daten des Nutzers zurück zum Werbetreibenden. Die Forscher vermuten, dass die Technik zwar noch nicht aktiv genutzt wird, aber praxisreif ist.

Von Christian Wölbert

Kommentar von Christian Wölbert

Nicht zu viel
 versprechen

Wer schon einmal über das Internet ein Tagesgeldkonto eröffnet oder einen Riestervertrag abgeschlossen hat, findet die Idee eines Generalschlüssels für Online-Dienste sicherlich charmant. Mit einer übergreifenden Anmeldung müsste man den zeit- und nervenzehrenden Prozess nur noch ein einziges Mal absolvieren, anschließend könnte der digitale Ausweis überall als bequeme Identifikation dienen.

Ein solches System muss allerdings nicht nur extrem sicher, sondern gleichzeitig auch einfach zu benutzen sein. Sicher, weil sonst Hacker die digitale Identität argloser Nutzer kapern könnten. Es ist schon schlimm genug, wenn Kriminelle etwa ein Twitter-Konto übernehmen und im fremden Namen Hassbotschaften verbreiten – der Verlust einer zentralen ID für mehrere Dienste wäre noch um ein Vielfaches schlimmer.

Eine einfache Bedienung ist schon alleine deshalb Pflicht, weil sich das System sonst nicht durchsetzen wird. Der beste Beleg dafür ist der von den deutschen Behörden entwickelte ePerso. Er sollte eigentlich auch zur Identifikation im Internet dienen, wird aber kaum genutzt, weil ein spezielles Lesegerät nötig ist. Selbst Google und Co. haben sich bislang daran die Zähne ausgebissen, Bequemlichkeit und Sicherheit im Internet unter einen Hut zu bringen. Wer seine Identität schützen will, darf nicht überall dasselbe Passwort verwenden und sollte sicherheitshalber die Zwei-Faktor-Authentifizierung einschalten. Die Deutsche Bank und ihre Mitstreiter haben sich also eine schwierige Aufgabe ausgesucht. Sie sollten den Verbrauchern nicht zu viel versprechen.

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Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

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