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Amazon startet Plattform für Handgemachtes

Handmade at Amazon Amazon startet Plattform für Handgemachtes

In Deutschland und vier anderen europäischen Märkten startet der Internet-Versandhändler Amazon mit gut 1000 Kunsthandwerkern und mehr als 30 000 handgemachten Produkten seine neue Plattform Handmade at Amazon. Täglich kämen Hunderte neue Schmuckstücke, Ledertaschen, Bilder oder Decken hinzu, sagt das Unternehmen.

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Das Logo der neuen Amazon-Plattform für Handgemachtes.

Die Stände bieten Glasschmuck, Babyzubehör und Holzmöbel, alles handgefertigt. In garagenähnlichen Räumen eines Münchner Hinterhofs haben Kunsthandwerker schon mal aufgebaut, was in ein paar Monaten auf einem Weihnachtsmarkt Platz finden könnte – in der wirklichen Welt, also offline. Initiator der Aktion ist der Internethändler Amazon, der auch noch an diesem Geschäft partizipieren möchte – mit der neuen Vermarktungsplattform „Handmade at Amazon“. Man wolle Kunsthandwerker mit Kunden zusammenbringen, sagt der zuständige Manager Markus Schöberl.

Kunsthandwerker bieten ihre Arbeiten bislang vorwiegend lokal an – im Internet sind sie auf sich allein gestellt und können sich nur schwer eine Präsenz verschaffen. Vor knapp einem Jahr ist Amazon bereits in den USA mit einer Hand­made-Plattform gestartet. Der Erfolg habe die Erwartungen übertroffen, sagt Schöberl. Die Zahl der teilnehmenden Kunsthandwerker habe sich dort bereits verdoppelt. Konkrete Zahlen nannte er allerdings nicht.

Natürlich hält Amazon die Hand auf: 12 Prozent Provision kassiert der Konzern anfangs von den Anbietern, ab 2018 werden es 15 Prozent. Den Versand können die Kunsthandwerker in Eigenregie übernehmen – überlassen sie die Aufgabe Amazon, werden Extragebühren fällig. „Das ist in Ordnung“, sagt eine Handwerkerin, die Ledertaschen und Geldbeutel herstellt. Dafür öffne sich im Gegenzug ein globales Schaufenster mit über 300 Millionen Kunden.

Amazon hofft abgesehen von den Provisionen auch auf einen Imagegewinn: Handwerkliches wirke sympathisch, heißt es. Dass der Konzern hier Defizite hat, weiß das Management – auch wenn man das nie zugeben würde. „Wir machen das, weil es unsere Kunden wollen“, sagt Schöberl.

Amazon nimmt nicht jeden. Wer auf der Plattform seine Waren anbieten möchte, muss ein Bewerbungsverfahren durchlaufen. Der Konzern will damit sicherstellen, dass auch wirklich nur Kunsthandwerk über den neuen Kanal verkauft wird und keine industriell gefertigte Massenware.

Amazon glaubt, mit diesem Angebot auch hierzulande ins Schwarze zu treffen. Die Resonanz von Kunsthandwerkern sei jedenfalls gewaltig, heißt es. Das kommende Weihnachtsgeschäft wird zeigen, ob das Kalkül wirklich aufgeht.

Von Thomas Magenheim

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