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Preiskampf erfasst die Drogeriemärkte

Angriffe von Aldi und Co. Preiskampf erfasst die Drogeriemärkte

Der seit Monaten tobende Preiskampf der Discounter hat die Drogeriebranche erfasst. Die Platzhirsche DM und Rossmann kontern den Angriff von Aldi und Co. mit Verbilligungen quer durch das Stammsortiment. In den nächsten Wochen ist auch eine Werbeoffensive geplant.

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Hannover. Volle Geschäfte im Hauptbahnhof, hier Rossmann, am Sonntag nach Weihnachten - offenbar haben die Vorräte die Feiertage nicht überstanden.

Frau mit Einkaufskorb vor einem Warenregal

Quelle: christian behrens

Hannover. „Wir haben mit mehreren Hundert zum Teil deutlichen Preissenkungen auf die Situation am Markt reagiert“, sagte Dirk Roßmann, Gründer der gleichnamigen Drogeriemarktkette, der HAZ. Die Nummer zwei hinter DM will die Gegenoffensive Ende August mit umfangreichen Werbemaßnahmen öffentlich machen.

Auslöser der aktuellen Verwerfungen ist Discountprimus Aldi. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren verstärkt wieder Markenartikel ins Sortiment aufgenommen - ausgelöst durch den Erfolg des Konkurrenten Lidl, der schon lange Markenartikel führt. Was bei Aldi mit Nutella, Haribo und Coca-Cola begann, hat inzwischen auch die Drogerieregale des Konzerns erreicht.

Eine größere Abwärtsspirale

Inzwischen bekommt der Kunde auch bei Aldi wieder Produkte der Marken Nivea, Blend-a-med, o.b. oder Lenor. Die Preise orientierten sich zunächst an der Drogerie-Konkurrenz, doch Lidl und die Schwester Kaufland beantworteten den Vorstoß mit Kampfpreisen. In diese Zeit fiel die Eröffnung des Onlineshops von Drogeriemarktführer DM mit ähnlich aggressivem Vorgehen. Binnen weniger Wochen fiel so beispielsweise der Standardpreis der Waschmittelmarke Persil um 20 Prozent auf 3,95 Euro oder der Shampoos von Schauma um 10 Prozent auf 1,75 Euro.

„Zum Teil werden die Aldi-Preise unterboten oder prophylaktisch abgesenkt, was dann zu einer noch größeren Abwärtsspirale führt“, heißt es im Rossmann-Umfeld. Der Burgwedeler Konzern sieht sich nun gezwungen zu reagieren. Bei Hunderten Filialen werden die Regalpreise dauerhaft gesenkt. Dabei handelt es sich vor allem um die Geschäfte, die bislang in ihrem Umfeld ohne nennenswerte Konkurrenz waren und deshalb höhere Preise verlangen konnten. Sie werden nun eingestuft wie Läden, die den Wettbewerb gleich vor der Haustür haben.

Bislang hat Rossmann solche Anpassungen nur in Einzelfällen und im Stillen vorgenommen - etwa wenn die Konkurrenz einen Laden in der Nähe des betroffenen Geschäfts eröffnete. In den kommenden Wochen will man sie offensiv bewerben. Weil der Konzern den Preisabstand seiner Hausmarken zu den großen Namen wahren muss, verbilligen sie sich gleich mit. Und die klassischen Aktionspreise ebenso. „Das kostet richtig Geld“, heißt es in Burgwedel. Die Profite erwirtschaften im Konzern traditionell die Hochpreisfilialen, die mit dem niedrigsten Preisniveau schreiben nicht selten rote Zahlen.

"Die Industrie heuchelt"

Das Problem der Hersteller: Die Industrie kann dem Wertverfall ihrer Produkte nur machtlos zusehen, denn die Hoheit über die Preise liegt beim Handel. Auch die aktuellen Senkungen werden von den Herstellern scharf kritisiert. Die Händler werfen ihnen deshalb „Heuchelei“ vor. 

Schließlich hätten die Markenhersteller durch ihre Vereinbarungen mit Aldi den aktuellen Preisverfall erst provoziert, heißt es bei Rossmann. Lidl und Kaufland sollen die Aldi-Vorstöße auch deshalb so scharf beantworten, damit weitere Markenartikler abgeschreckt werden, mit Aldi ins Geschäft zu kommen.

lr     

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