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Anlageskandal kratzt am Ruf von Bitcoin

Digitale Währung Anlageskandal kratzt am Ruf von Bitcoin

Erneut fürchten Anleger hohe Verluste im Zusammenhang mit der virtuellen Währung Bitcoin. Nach der Schließung der Bitcoin-Börse MyCoin in Hongkong könnte der Schaden umgerechnet mehr als 340 Millionen Euro betragen.

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Silbermünzen mit Bitcoin-Logo.

Quelle: Jens Kalaene

Hongkong. Das heutige Geldsystem beruht auf elektronischen Buchungen, jeder Menge bedrucktem Papier und noch mehr Vertrauen. Genau hieran hapert es jedoch im Zeitalter von Finanzkrisen und hemmungsloser Geldvermehrung. Abhilfe schaffen sollte die virtuelle Kunstwährung Bitcoin, weil sie nicht durch Banken manipulierbar ist. Doch sie leidet selber unter einem Vertrauensverlust. Jetzt kam in Hongkong ein neuer Skandal ans Licht, der der Idee vom elektronischen Alternativgeld einen weiteren Schlag versetzt. Eine Betrügerbande hat Anleger unter dem Stichwort „Bitcoin“ mit hohen Renditeversprechen angelockt und ausgenommen. Der Schaden könnte umgerechnet mehr als 340 Millionen Euro betragen.

Die Täter betrieben dem Nachrichtenmagazin „Focus“ zufolge die virtuelle Börse Mycoin, die gestern überraschend die Pforten schloss. Die Nutzer können keine Überweisungen mehr tätigen und haben keinen Zugriff mehr auf ihr angelegtes Geld. Offenbar handelte es sich um ein Schneeballsystem - die Zuflüsse von frischem Anlegergeld wurden also verwendet, um angebliche Renditen auszuzahlen.

„Das Kernproblem konventioneller Währungen ist das Ausmaß an Vertrauen, das nötig ist, damit sie funktionieren“, schrieb ein gewisser Satoshi Nakamoto in einem 2008 veröffentlichten Konzept. Das Ziel war es, mit Bitcoin eine neue Währung für das Internet-Zeitalter zu schaffen. Wer genau sich hinter Satoshi Nakamoto verbirgt, ist bis heute unklar, aber die Idee kam ins Rollen.

Heute kann man mit Bitcoin tatsächlich bezahlen, etliche Onlinehändler, Läden und Restaurants akzeptieren das neue elektronische Geld. Allerdings ist es im Vergleich zum normalen Geld nach wie vor bedeutungslos - schon allein deshalb, weil kaum jemand seine Funktionsweise versteht. „ Es ist das erste dezentralisierte Peer-to-Peer Zahlungsnetzwerk; nur von den Nutzern betrieben und ohne zentrale Autorität oder Vermittler“, erfährt man auf der deutschen Internetseite.

So weit, so klar. Einfacher zu verstehen ist die Wertentwicklung. Vor einem Jahr war ein Bitcoin noch fast 500 Euro wert, gestern waren es noch 194 Euro. Man kann den Bitcoin-Vermarktern aber nicht vorwerfen, dass sie diese Schattenseiten verschweigen. „Der Preis einer Bitcoin kann innerhalb kurzer Zeit unvorhersehbar steigen oder fallen“, warnen sie. „Bitcoin sollte als risikoreiche Vermögensanlage betrachtet werden und Sie sollten niemals Geld in Bitcoin anlegen, dessen Verlust Sie sich nicht leisten können.“

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