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Deutschland / Welt Apple bläst zum Angriff auf Google und Amazon
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Apple bläst zum Angriff auf Google und Amazon
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21:24 07.06.2011
„Das ist viel mehr als eine Festplatte in den Wolken“: Apple-Chef Steve Jobs auf der Entwicklerkonferenz in San Francisco. Quelle: dpa
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Hannover

Mit der stets dem Highlight vorbehaltenen Ankündigung „One more thing“ – eine Sache wäre da noch – hatte Jobs die „iCloud“ angekündigt.

Musik, Fotos, Dokumente – immer häufiger legen Nutzer ihre persönlichen Daten im Internet ab, allerdings meist verstreut über mehrere Anbieter. Bei Apple sollen sie es von Herbst an zum Nulltarif bei einem eigenen Onlinedienst tun. Jobs glaubt, dass dieser Dienst den Computer mit seiner Festplatte als zentrale Multimedia-Station ablösen wird. Apple, einst mit Konkurrenzgeräten zum PC groß geworden, ist längst zum Servicekonzern geworden und konkurriert im Internet mit Google und Amazon.

Beide Unternehmen sind unlängst mit eigenen Diensten vorgeprescht, während sich Apple bei der „Cloud“, der „Internetwolke“, lange zurückhielt. Das kostenpflichtige Angebot MobileMe wurde zu einem Flop, iCloud soll es richten. Was auf den ersten Blick wie eine nachgeholte Erweiterung der Produktpalette aussieht, könnte sich zu einem echten Problem für die Konkurrenz erweisen.

Mit dem Angebot sollen nahezu alle Daten, die Besitzer von iPhones, iPads oder Mac-Computern auf ihren Geräten gespeichert haben, von überall auf der Welt abrufbar sein. Einmal im Netz abgelegt, lassen sich Lieder und Fotos, aber auch Kalender- und Telefonbucheinträge sowie Apps und eBooks auf jedes andere Apple-Gerät übertragen. Zumindest für Kunden der Marke mit dem angebissenen Apfel würden Dienste von Anbietern wie Google oder Amazon unattraktiv werden, weil es bei Apple dann alles aus einem Guss gibt.

„Manche Leute glauben, dass die Cloud nur eine Festplatte in den Wolken ist. Wir denken, dass es viel mehr ist“, erklärte Jobs in San Francisco. Vor allem beim lukrativen Geschäft mit der Musik im Netz könnte Apple seine Vormachtstellung ausbauen. 15 Milliarden Songs hat Apple in den vergangenen Jahren über seinen Internetladen iTunes verkauft. Mit iCloud wird einmal gekaufte Musik künftig überall auf jedem registrierten Gerät abspielbar sein. So müssen iPhones und iPads künftig nicht mehr an einen Rechner angeschlossen werden, Musik und andere Daten kommen via Mobilfunk auf das Gerät.

Offen sind indes die Fragen zum Datenschutz, die Apple in der Vergangenheit des öfteren in Bedrängnis brachten. Was es für den Kunden bedeutet, wenn der iCloud-Dienst auf der Suche nach Musik die ganze Festplatte durchforstet, ist vorerst offen. Wer garantiert, dass persönliche Daten wirklich bei der jeweiligen Person verbleiben? In San Francisco gab Apple darauf noch keine Antwort.

Apples Vorsprung vor der Konkurrenz dürfte Datenschützern auch die größten Bedenken bereiten: Mit dem „iCloud“-Service will der Konzern so viele unterschiedliche Daten zusammenführen wie kaum ein anderer. Gleichzeitig werden die Angebote an die Apple-Geräte gebunden. Konkurrenten wie Google und Microsoft haben inzwischen die Offenheit ihrer Software-Plattformen als wichtiges Wettbewerbsargument gegen Apple entdeckt.

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