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Deutschland / Welt Arbeitnehmer drohen e.on mit der „großen Keule“
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Arbeitnehmer drohen e.on mit der „großen Keule“
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21:56 12.08.2011
Von Lars Ruzic
Arbeitnehmer drohen e.on mit der „großen Keule“. Quelle: dpa
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Hannover/Düsseldorf

Er bekräftigte, bis 2015 die Kosten um 1,5 Milliarden Euro drücken zu wollen.

Gleichzeitig habe der e.on-Chef zugesagt, eine für den Konzernteil e.on Energie bestehende Vereinbarung über den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2012 nicht antasten zu wollen, berichtete die hannoversche e.on-Betriebsrätin Ines Tomko. Gleichwohl herrsche bei den Beschäftigten große Unruhe. Zuletzt hatte es geheißen, der Konzern wolle die Standorte Hannover, Essen und München schließen. Dazu sagte Teyssen auch am Freitag nichts Konkretes.

In Düsseldorf forderten am Freitag die Spitzen der Arbeitnehmervertreter, die bestehende Jobgarantie von e.on Energie auf alle Bereiche des Konzerns auszudehnen. Nach einem Treffen mit SPD-Chef Sigmar Gabriel unterstellten sie der Konzernspitze, Managementfehler auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen. Wenn die Arbeitnehmer nicht mit ins Boot geholt würden, werde es „sehr konfliktträchtige“ Gespräche geben, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef bei e.on ist.

Man habe noch keine Informationen, was an welchem Standort passieren solle. Die „große Keule zu schwingen“ sei daher noch zu früh. „Aber wir bereiten uns darauf vor, das muss auch jeder wissen“, sagte Ott. „Die Belegschaft ist tief verunsichert“, ergänzte Konzernbetriebsratschef Hans Prüfer. Der Aufsichtsrat werde wohl Ende Oktober oder im November über konkrete Schritte entscheiden.

Die Gewerkschafter gehen davon aus, dass rund 6000 Stellen in Deutschland wegfallen sollten, bis zu 2000 davon in Bayern. Die Münchener Zentrale soll wohl geschlossen werden. Einschnitte soll es auch in Essen bei e.on-Ruhrgas geben. Weltweit beschäftigt e.on 80.000 Mitarbeiter, rund 35.000 davon in Deutschland.

SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisierte Teyssens Pläne scharf. Betriebsbedingte Kündigungen wären ein „absoluter Tabubruch“. Der Großteil der Probleme bei e.on sei durch Fehlentscheidungen des Managements hausgemacht. Der ehemalige Bundesumweltminister warf dem Management vor, einseitig auf Atomkraft gesetzt zu haben. Mit der Energiewende von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach der Atomkatastrophe in Japan sei e.on der Bundesregierung „in die Falle gegangen“: „Jetzt haben wir den Salat.“ Gabriel forderte einen Energiegipfel von Bund, Ländern und großen Versorgern.

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