Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Schuldenkrise

Athen stellt Antrag für Hilfspaket


Die griechische Regierung hat am Freitag einen Antrag auf Finanzhilfen der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds (IWF) gestellt. Die Euro-Länder stellten Kredite von bis zu 30 Milliarden Euro in Aussicht. Die EU bestätigte den Antrag Athens.
© dpa (Archiv)

Die griechische Regierung greift zum finanziellen Rettungsring: Athen wird die angebotene Hilfe von Internationalem Währungsfonds und EU beantragen. „Ich habe die entsprechende Anweisung an das Finanzministerium gegeben“, sagte der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou am Freitag in einer Fernsehansprache an das griechische Volk.

Am Vortag war bekannt geworden, dass die Finanzlage Griechenlands noch prekärer ist als bisher bekannt. Im vergangenen Jahr belief sich das Haushaltsdefizit auf 13,6 Prozent der Wirtschaftsleistung. Der Schuldenberg wuchs auf 273 Milliarden Euro - das entsprach 115 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und lag weit über dem von der EU erlaubten Gesamtschuldenstand von 60 Prozent.

Die Euro-Länder stellten Kredite von bis zu 30 Milliarden Euro in Aussicht. Die EU bestätigte den Antrag Athens. Währungskommissar Olli Rehn sagte: „Das läuft jetzt alles automatisch ab.“

Es geht bei dem kombinierten EU-IWF Hilfspaket um insgesamt 45 Milliarden Euro. Bis 19. Mai müssen rund elf Milliarden Euro aufgetan werden, um einen Teil der Kredite zu bedienen. In den öffentlichen Kassen seien nur zwei Milliarden Euro. Medien sahen immer mehr die dunklen Wolken eines Bankrotts heraufziehen.

Papandreou sprach von der kleinen Mittelmeerinsel Megisti (Kastelorizo) aus. Dabei war seine Rede sehr emotional. Die Griechen erwarte eine „neue Odyssee“, sagte er. „Wir kennen aber den Weg nach Ithaka“, fügte Papandreou hinzu. Zur Erklärung meinte Papandreou, dass die Hoffnung, die internationalen Märkte würden positiv auf das griechische Sparprogramm und die Hilfeplan der EU reagieren, habe sich nicht erfüllt. Griechenland laufe Gefahr, dass wegen der Spekulanten alle Sparanstrengungen zunichte gemacht werden. Aus diesem Grund sei Athen gezwungen, jetzt schon zu handeln.

Die Euro-Länder wollen Athen mit bis zu 30 Milliarden Euro im ersten Jahr unter die Arme greifen - Deutschland würde davon bis zu 8,4 Milliarden Euro übernehmen. Auf den IWF könnten zusätzlich bis zu 15 Milliarden Euro zukommen. In Athen verhandeln Experten des IWF, der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Europäischen Kommission über die Modalitäten zur Hilfeleistung. Nach der Erklärung Papandreous stieg die griechische Börse um vier Prozent. Ziel der Regierung in Athen bleibt es, in diesem Jahr das Staatsdefizit um vier Prozent zu drücken.

Die Bundesregierung sieht sich bei einem Antrag Griechenlands grundsätzlich handlungsbereit. Der Sprecher des Finanzministeriums, Michael Offer, sagte in Berlin allerdings, der Antrag müsse zuerst von der Europäischen Zentralbank (EZB) und IWF als berechtigt anerkannt werden. Zudem sei ein fertiges IWF-Programm vorzulegen.

Der Sprecher wies darauf hin, dass die schwarz-gelbe Koalition schnell reagieren könne, um die Hilfe in eine Gesetzesvorlage zu gießen. Allerdings bestehe noch kein akuter Finanzierungsbedarf, da die Finanzierung bis Mai stehe.

dpa

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel
  • Der Ernst der Lage wird übersehen.... Volker Rockel – 24.04.10
    Die Regierung Merkel hat hier (wieder einmal) den fatalen Fehler gemacht, sich weder der Konsequenzen ihres Handelns bewußt zu sein, noch eine perspektivische Sicht dafür zu entwickeln (man fürchtet wohl wieder die Öffentlichkeit!?), wie es denn weiter gehen könnte!- Die Regierung Merkel versucht sich offensichtlich wieder irgendwie "durchzuwurschteln"!

    Im Moment wird durch diese Intransparenz und der Unklarheit über die Angemessenheit des Handeln, die Stabilität des Euro massiv in Gefahr gebracht! Und die Situation ist in der Tat brandgefährlich und droht außer Kontrolle zu geraten!


    Aber, wir sollten auch beachten: Es gibt nicht nur Kräfte in den internationalen Finanzmärkten, denen ein schwacher Euro (und z.B. ein starker Dollar!) lieber wäre, sondern es gibt auch Interessensgruppen in der (exportorientierten) europäischen Wirtschaft, die sich gerne zeitweise an einen schwachen Euro anlehnen würden!

    Anders ausgedrückt: Während es sicherlich in den europäischen Volkswirtschaften insgesamt keinen Grund gäbe auch nur ansatzweise den Euro unter Druck kommen zu lassen, gibt es Kräfte, die dieses als wünschenswert erachten und darauf hinarbeiten!


    Zwingend wäre es - und das ist längst überfällig - seitens der EU ein Szenario dafür zu entwickeln, wie sich eine Hilfe der Euro-Länder perspektivisch entwickeln könnte.- Und daran sollte man festmachen ob überhaupt eine Hilfe für Griechenland sinnvoll ist oder man Griechenland besser zum Drachmen zurückkehren läßt!


    Das was die Regierung Merkel bislang konzeptionell beigetragen hat, sah medial gut aus, war aber - wie immer in der Sache(!) - faktisch Null!
  • Schwarze Löcher Wolfhart – 24.04.10
    Mit großer Ankündigungsrhetorik erklärte Bundes-Mutti Merkel, dass Deutschland keinen Cent für die Rettung des griechischen Staatshaushaltes bereit stellen wolle. Nach einer weiteren EU-Gesprächsrunde und dem gemeinsamen Rettungsplan bezifferte sich der deutsche Anteil jedoch auf 8,4 Mrd. Euro - also 100 € pro Bundesbürger.

    Die neuesten Zahlen aus Griechenland liefern allen Physikern und bisherigen Zweiflern die Gewissheit: es gibt die "schwarzen Löcher" tatsächlich - und nicht nur im Universum.

    Und der voraussichtliche deutsche Anteil steigt rasant auf ca. 16 Mrd. €.Und unsere Bundes-Mutti Merkel taucht ab ins Tierreich: Kopf in den Sand á la Strauß und stumm wie ein Fisch.

    Genauso wie zum Thema Klima-Gipfel, Afghani-Satan-Strategie, Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke, Atommüll-Endlager Gorleben, Begrenzung der Staatsschulden, ausufernde Pensions-Lasten, Aushöhlung von Arbeitnehmerrechten durch Zeitarbeit, Leiharbeit, Aufstocker, 400 €-Jobber und Praktikanten, usw. usw.

    Wann erkennt der letzte in dieser Bananen-Republik-Deutschland, dass die Merkel nicht nur das Sitzfleisch-Gen von Kohl in sich trägt, sondern mit der geänderten Frisur den kompletten Kopf ausgewechselt hat. Um es mit Urban Priol zu sagen: "Hirn ist aus!"
  • Helau Hellas Helau Marie-Guillotine – 23.04.10
    Es geht nicht um Griechenland. Es geht darum, dass hohe Renditen ohne Risiko durch den Steuerzahler garantiert werden.

    Was spricht eigentlich gegen einen Bankrott Griechenlands? – Nichts! Nur die Anleihenhalter sind gegen einen Kollaps der Hellenen. Wer steckt dahinter? Die Banken.

    Es war schon immer ein lohnendes Geschäft, Anleihen halbbankrotter Staaten zu kaufen und anschließend darauf zu vertrauen, dass die Allgemeinheit schließlich doch den Bankrott verhindert.

    Der Vorteil: Hohe Renditen, ein sicheres Geschäft. Das Kalkül: Staaten lässt man nicht so leicht untergehen – wenn sie nicht gerade in Südamerika liegen.

    Jeder, der Griechenland-Anleihen im Depot hat, musste von Anfang an wissen, dass das Risiko hoch ist. Nicht umsonst gibt es entsprechend höhere Zinsen.

    Griechenland-Bonds wurden mehrheitlich von den großen internationalen Geldhäusern und US-Investmentbanken gekauft. Ein sicheres Geschäft mit hoher Rendite!

    Denn: Anstatt für das damit verbundene Risiko gerade zu stehen, spekuliert die Finanzwelt lieber darauf, dass der EU-Steuerzahler (hauptsächlich Deutschland) die Zeche zahlt. Das ist das Perfide an dem Spiel.

Meistgelesene Wirtschaft-Artikel

Anzeige

Aktienkurse regionaler Unternehmen

CEWE COLOR... 31,12 +2,37%
CONTINENTAL 66,73 -1,40%
DELTICOM 59,83 +1,01%
HANNO. RÜCK 44,20 +0,94%
KWS SAAT 184,20 -0,22%
SALZGITTER 34,68 -2,60%
SARTORIUS AG 49,40 -0,44%
SYMRISE 23,07 +0,48%
TUI 4,67 -0,38%
VOLKSWAGEN VZ 128,55 +0,59%

Wirtschaft kompakt

DAX
DAX 6.313,00 -0,05%
TecDAX 751,25 -0,08%
EUR/USD 1,2517 -0,03%

Quelle: Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

SIEMENS 68,60 +2,42%
RWE 30,47 +2,18%
DT. BANK 29,40 +1,41%
DT. TELEKOM 8,18 -6,85%
THYSSENKRUPP 14,10 -2,79%
COMMERZBANK 1,38 -1,85%

Wertpapiersuche

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Amundi Fds Eq Thai AF 190,04%
Allianz RCM Thaila AF 172,55%
KEPLER Asset Backe RF 171,36%
Fidelity Thailand AF 152,35%
MS INVF US Propert AF 147,24%

mehr

Wechselkurse interaktiv

Anzeige


Top