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Metro kommt nicht zur Ruhe

Nach Kaufhof-Verkauf Metro kommt nicht zur Ruhe

Neue Online-Angebote, ein Zukauf in Asien, aber auch viel Ärger bei Real: Beim Düsseldorfer Handelskonzern Metro ist zurzeit vieles in Bewegung. Konzernchef Olaf Koch will endlich wieder "offensiv investieren".

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Einkaufswagen der Metro-Kette.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Düsseldorf. Baustelle Metro: Auch nach dem Verkauf der Warenhauskette Kaufhof kommt der Düsseldorfer Handelskonzern nicht zur Ruhe. An allen Ecken und Enden wird umgebaut und erneuert. Dabei helfen soll jetzt auch ein beträchtlicher Teil der Milliardenerlöse aus dem Verkauf der Warenhaussparte Kaufhof. Im ersten Schritt baut der Konzern sein Asiengeschäft aus.

Für Konzernchef Olaf Koch ist es eine "Zeitenwende". Der Verkauf von Galeria Kaufhof spült so viel Geld in die Kassen der Metro, dass der 45-jährige Manager nach Jahren der Konsolidierung endlich wieder die Chance sieht, "offensiv zu investieren": In Filialmodernisierung, in neue Geschäfte, aber auch in Zukäufe, die das Wachstum des Konzerns stärken sollen.

Den ersten Schritt hat Koch dabei mit der am Donnerstag bekanntgegebenen, mindestens 290 Millionen Dollar (266 Millionen Euro) teueren Übernahme des in Singapur ansässigen Lieferdienstes Classic Fine Foods (CFF) bereits unternommen. Das Unternehmen beliefert in den Mega-Metropolen Südostasiens wie Hongkong oder Bangkok Hotels, Restaurants und Caterer mit Molkereiprodukten, Fleisch, Fisch oder Pasta. Der Zukauf hilft der Metro-Großmarktsparte Cash und Carry auf internationalem Terrain verlorenen Boden gut zu machen. Auf eine Schlag ist das Unternehmen wieder in 36 Ländern präsent, zehn mehr als vor dem Deal.

Doch auch an vielen anderen Schrauben im Konzern wird zurzeit gedreht. Bei den seit Jahren schwächelnden Großmärkten in Deutschland wird jetzt die Zweitmarke Schaper aufgegeben. Die 51 Großhandelsmärkte werden auf Metro umgeflaggt. Gleichzeitig prüft die Großhandelssparte die Eröffnung neuer Standorte in den Innenstadtlagen, die für Gastronomiekunden leichter erreichbar sein sollen. In Frankreich und Südeuropa ist dieses Konzept bereits sehr erfolgreich.

Bei Media-Saturn beschleunigt der Konzern noch einmal seine Aufholjagd im Internet und bündelt sein komplettes Video-, Musik-, E-Book- und Softwareangebot in dem Portal Juke. "Wir sind spät dran, aber nicht zu spät", meinte kürzlich der Deutschlandchef der Metro-Tochter, Wolfgang Kirsch. Tatsächlich stiegen die Online-Umsätze bei Media-Saturn in den ersten neun Monaten um 25 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.

Auch beim Sorgenkind Real versucht Metro-Chef Koch jetzt offenbar mit harter Hand, die unbefriedigende Ertragslage zu verbessern. Dabei geht er Konflikten nicht aus dem Weg. So sorgte die Entscheidung, die gesamte Verrechnung des Real-Warengeschäfts an den Dienstleister Markant zu übergeben, für Krach mit wichtigen Lieferanten von Dr. Oetker bis Haribo. Die Markenhersteller hatten das Gefühl, bei der Neuordnung der Lieferbeziehung unangemessen zur Kasse gebeten zu werden. Sie wehrten sich mit einem Lieferstopp. Die Folge waren sichtbare Lücken in den Regalen, die sich erst in den vergangenen Wochen allmählich wieder füllten.

Verschlimmert wurde die Situation noch dadurch, dass Real im Juni den Ausstieg aus der Tarifbindung ankündigte und sich deshalb mit Streiks der Gewerkschaft Verdi konfrontiert sah. Wer am falschen Tag in eine Real-Filiale kam, dem konnte es passieren, dass er nicht nur mit Lücken in den Regalen konfrontiert war, sondern zusätzlich auch noch auf geschlossene Fleisch- und Fischtheken traf. Doch Koch hält trotz aller Schwierigkeiten an seinem Kurs fest.

Auch die innere Struktur des Konzerns verändert sich zurzeit tiefgreifend. Jahrelang konnte sich die Metro-Führung auf klare Eigentümerstrukturen stützen. Erst hatten die Gründer Beisheim, Schmidt-Ruthenbeck und Haniel das Sagen. Später, als Beisheim aus dem Triumvirat herausgedrängt worden war, verfügten Schmidt-Ruthenbeck und Haniel über ein Mehrheit an der Metro.

Doch das ist vorbei. Haniel hat in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt seine Beteiligung zurückgefahren. Firmen-Patriarch Franz Markus Haniel wird im Februar 2016 den Aufsichtsratssessel bei der Metro räumen und einem unabhängigen Kandidaten Platz machen. Die Gründer geben die Kontrolle aus der Hand. Auch das wird die Metro verändern.

dpa

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