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"Der Mensch hält immer die Zügel in der Hand"

Start der Hannover Messe "Der Mensch hält immer die Zügel in der Hand"

Wenn Maschinen mit Motoren kommunizieren: Auf der Hannover Messe werben die Aussteller für das "Internet der Dinge". Niemand müsse befürchten, dass der Roboter den Menschen ersetze, versichern die Firmen.

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Das Konzeptauto Etos zieht in der Messehalle 11 viele Blicke auf sich – dabei wird das eigentliche Ausstellungsstück leicht übersehen: Ein Minicomputer, der permanent Daten zum Fahrverhalten übermittelt.

Quelle: dpa/Heusel

Hannover. Ein Konzeptauto wie der Etos von Rinspeed ist kein Vehikel, das einmal vom Band läuft. Es dient diversen Industriepartnern vor allem als Projektionsfläche – aber wenn es beim Betrachter schon einmal gewisse Erwartungen weckt, hat natürlich niemand etwas dagegen.

Hinter dem Etos verbirgt sich ein BMW i8, der mit kombiniertem Otto- und Elektromotor auf eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h kommt. Die Tüftler von Rinspeed verstehen sich jedoch als Veredler, und deshalb kann der Etos mehr als nur Tempo machen: Er kommt weitgehend ohne Fahrer aus.

Autofahren per Spracheingabe

Nach dem Einsteigen faltet sich das Lenkrad auf Knopfdruck zusammen und zieht sich vollständig ins Armaturenbrett zurück, zwei Breitbild-Monitore rücken an die Insassen heran, damit sie das Infotainment­angebot genießen können.

Steuern lässt sich das System per Spracheingabe, Gesten, Berührungen auf dem Touchscreen oder per Tastendruck. Unterdessen überwachen acht Außenkameras das Fahrzeug­umfeld lückenlos. Auch für einen Elektronikspezialisten wie Harting sind das nette Applikationen – sie wären aber noch kein Grund, ein Auto auf einer Investitionsgütermesse zu präsentieren.

Minicomputer überwacht Schadstoff-Ausstoß

Aus Sicht des Ausstellers aus Espelkamp ist der Clou eine unscheinbare kleine graue Box namens Mica. Der Minicomputer lasse sich schnell und günstig für viele industrielle Anwendungen anpassen, sagt der zuständige Geschäftsführer Uwe Gräff.

Beim Etos erfasst der Mica kontinuierlich Antriebs- und Motorendaten, die von einer neutralen Stelle – hier bei der Dekra – ausgewertet werden. Ein Käufer könnte so sichergehen, wie viele Kilometer der Wagen tatsächlich auf dem Tacho hat, eine Behörde könnte verlässlich kontrollieren, ob der Ausstoß von Schadstoffen den gesetzlichen Vorgaben und den Angaben des Herstellers entspricht.

Roboter "Pauli" zapft ein Bier

Ein Auto aber sei eben nur ein möglicher Einsatzort für den Mica, heißt es bei Harting. Das Unternehmen hat auch andere Kunden im Blick – solche mit stationären und mobilen Maschinen und Anlagen etwa, die untereinander kommunizieren und Daten aus Cloud-Netzwerken abrufen. Diese Vielfalt neuer Möglichkeiten spiegelt auch das Motto der Hannover Messe wider: "Integrated Industry – Join the Network!"

Da die schöne neue Welt der Fabrikhallen noch nicht überall auf vorbehaltlose Begeisterung trifft, mühen sich Veranstalter und Aussteller nach Kräften, auch die Skeptiker einzubinden. Niemand müsse befürchten, dass Roboter eines Tages die Menschen ersetzen, verkündet der Roboterhersteller Kuka. Beide sollten nicht konkurrieren, sondern sich ergänzen, sagt eine Unternehmenssprecherin – und zeigt auf Roboter "Pauli", der an der Bar des Messestandes ein Weizenbier ohne zu kleckern ins Glas füllt.

Vorbehalte gegen das "Internet der Dinge"

Aus Sicht der Hersteller sind das vertrauensbildende Maßnahmen, denn nicht nur einfache Arbeitnehmer fürchten, auf der Strecke zu bleiben, wenn das "Internet der Dinge" seine Versprechen einlöst – auch auf Kundenseite gibt es Vorbehalte: Dass auf lange Sicht keine Branche um die Digitalisierung ihrer Arbeitsprozesse herumkommt, hat sich inzwischen auch bis zum Mittelstand herumgesprochen.

Roboter können viel – notfalls schenken sie Messebesuchern am Stand von Kuka auch ein Weizenbier ein.

Quelle:

Über den richtigen Zeitpunkt für eine Investitionsentscheidung aber sagt diese allgemeine Erkenntnis noch wenig aus. Nach Angaben des IT-Branchenverbandes Bitkom geben deutsche Firmen aktuell nur 4 Prozent ihres Umsatzes für die Digitalisierung aus.

Der Mensch behält die Kontrolle

Beim Energie- und Automatisierungstechnikkonzern ABB versucht man die Kundschaft deshalb über die Kostenersparnis zu ködern. Das Schweizer Unternehmen hat Sensoren entwickelt, die Motoren permanent überwachen. Die Geräte messen Vibrationen, checken die Temperatur und ermitteln den Energieverbrauch. Eine Software analysiert die Daten – und sorgt dafür, dass sich der Motor bei Wartungsbedarf von selbst in der Zentrale meldet.

Das reduziere Stillstandszeiten um 70 Prozent, verlängere die Lebensdauer um bis zu 30 Prozent und senke den Energieverbrauch um 10  Prozent, verspricht ABB. Dadurch soll sich die Investition in weniger als einem Jahr amortisieren.

Anders als beim Konzeptauto Etos jedoch bleibe der Mensch hier nicht nur nominell auf dem Fahrersitz, sagt Vorstandschef Hans-Georg Krabbe. Soll heißen: Wenn der Motor nach einem Servicetechniker ruft, könne das Management dies auch überhören, zumindest für eine gewisse Zeit – wenn etwa die Auslastung im Werk gerade sehr hoch sei und die Wartung nicht allzu dringlich. "Der Mensch hält immer die Zügel in der Hand und kontrolliert alle Abläufe."

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