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Aufschwung gerät ins Stottern

Miniwachstum Aufschwung gerät ins Stottern

Dem deutschen Wirtschaftsboom geht die Puste aus. Nach einem fulminanten Start schwächte sich die Konjunkturdynamik im zweiten Quartal überraschend deutlich ab. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im Vergleich zum Auftaktquartal 2011 nur noch um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

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Arbeiter bauen an der Elbphilharmonie: Weil am Bau wegen milden Wetters im Winter mehr zu tun war als üblich, fiel das Plus in den Folgemonaten kleiner aus.

Quelle: dpa

Frankfurt. Philipp Rösler war nicht überrascht. „Die Abschwächung im zweiten Quartal lag im Rahmen unserer Erwartungen“, sagte der Bundeswirtschaftsminister und forderte, dass Deutschland „klare politische Signale zur Verstetigung des Wachstums“ brauche. Wie die aussehen sollen, ließ der FDP-Politiker offen.

Dafür verwies er darauf, dass die Abschwächung nach den ungewöhnlich starken Zahlen des ersten Quartals zu erwarten gewesen sei. Dies sahen auch viele Ökonomen so. Vor allem die milde Witterung hat dazu beigetragen, dass die Bauwirtschaft von Januar und März besser beschäftigt war als sonst in diesen Wintermonaten. Entsprechend schwach fiel daher der Zuwachs im zweiten Quartal aus. Auch der Konsum der Bürger lässt nach den Angaben der Statistiker zu wünschen übrig. Einige Ökonomen machten dafür die „hohe Inflation“ von gut 2,4 Prozent verantwortlich, andere verwiesen auf fehlende Tariferhöhungen. Noch seien die Taschen der Bürger nicht wieder gut gefüllt, hieß es.

Experten schließen weitere Rückschläge nicht aus. „Wir sind noch lange nicht am Ende der Krise“, warnte der Wirtschaftsweise Christoph Schmidt. „Es wird ein Auf und Ab geben, zu dem eben auch Rückschläge gehören.“ Allerdings sei der Jahresauftakt sehr stark gewesen. Zudem hatte sich die deutsche Wirtschaft schon 2010 von der Krise erholt, sodass weitere Zuwächse auf dem höheren Niveau rein statistisch niedriger ausfallen. Verglichen mit dem zweiten Quartal 2010 lag die Wirtschaftsleistung aber um beachtliche 2,8 Prozent höher.

Auch in den übrigen Euro-Ländern fiel das zweite Quartal mager aus. Insgesamt stieg das BIP in der Euro-Zone um 0,2 Prozent. Dabei schlugen sich in der Statistik selbst Italien mit 0,3 und Spanien mit 0,2 Prozent besser als der Musterknabe Deutschland. Weil die Importe schneller stiegen als die Exporte, kamen auch vom Außenhandel negative Impulse. „Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft: Wenn die USA und Europa in Schwierigkeiten sind, spüren wir das“, sagte Schmidt. Dagegen investierten die Unternehmen wieder mehr und hielten die Wirtschaft auf Wachstumskurs.

Trotz des Rückschlags warnen Experten vor Panikmache. Das sei zwar ein deutlicher Dämpfer, bedeute aber kein Ende des Aufschwungs, sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Ferdinand Fichtner. „Der Trend weist in der Industrie weiterhin aufwärts, wenngleich sich ein Tempoverlust abzeichnet.“ Noch immer sei ein Wachstum von 3 Prozent möglich, 2010 waren es 3,7 Prozent.

Klaus Dieter Oehler

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