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Ausverkauf bei Kaiser's Tengelmann beginnt

Supermarktkette wird zerschlagen Ausverkauf bei Kaiser's Tengelmann beginnt

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hat damit begonnen, einzelne Filialen der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann zu verkaufen. Mindestens 8000 Mitarbeiter fürchten um ihre Existenz.

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Viele der insgesamt 15.000 Stellen bei Kaiser’s Tengelmann werden im Zuge der Zerschlagung verloren gehen.

Quelle: dpa

Berlin/Mülheim/Ruhr. Die Zerschlagung von Kaiser’s Tengelmann hat begonnen. Tengelmann habe am Montag die ersten Listen mit zum Verkauf stehenden Filialen in Nordrhein-Westfalen verschickt, berichtete eine Unternehmenssprecherin. Der Verkauf der Geschäfte in Bayern und Berlin soll dagegen wahrscheinlich erst in einigen Monaten beginnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drängte unterdessen weiter auf einen Kompromiss in dem nun schon sei zwei Jahren andauernden Streit zwischen Tengelmann, Edeka, Rewe und Co.. Die beteiligten Unternehmen sollten nichts unversucht lassen, doch noch eine einvernehmliche Einigung herbeizuführen im Interesse der betroffenen Menschen, forderte Regierungssprecher Steffen Seibert. Darin seien sich die Kanzlerin und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) „vollkommen einig“. Konkurrent Rewe, kündigte unterdessen an, sich um angebotene Filialen bewerben zu wollen.

Rettung der Arbeitsplätze noch nicht ausgeschlossen

Eine Rettung der bedrohten Arbeitsplätze durch einen Verhandlungskompromiss in letzter Minute ist durch den Versand der Filial-Listen noch nicht ausgeschlossen. Erst der tatsächliche Verkauf der ersten Filialen würde der Ministererlaubnis endgültig den Boden entziehen. Mit dieser Ministererlaubnis wollte Edeka Kaiser’s Tengelmann übernehmen, dies liegt aber nach einer Eilentscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf auf Antrag der Handelskonzerne Rewe, Markant und Norma auf Eis. Verhandlungen zwischen den Konzernen waren gescheitert.

Tengelmann betreibt in Nordrhein-Westfalen nach eigenen Angaben noch 107 Geschäfte mit rund 3500 Mitarbeitern. NRW gilt als größtes Sorgenkind im Unternehmen. Viele der Filialen gelten als unattraktiv. „Ich wäre froh, wenn wir für 30 bis 40 Filialen Supermarktbetreiber finden könnten“, sagte Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub . Das Verkaufsverfahren für die Geschäfte in Berlin und München soll Haub zufolge wahrscheinlich erst Anfang nächsten Jahres gestartet werden.

Schwerpunkte in NRW, Berlin und Bayern

Bundesweit betreibt Tengelmann nach eigenen Angaben zur Zeit noch 418 Filialen (Stand: 31. August 2016). Neben den 107 Geschäften in Nordrhein-Westfalen sind dies weitere 124 Filialen im Großraum Berlin mit rund 5600 Mitarbeitern sowie 187 Niederlassungen in München und Oberbayern mit rund 5100 Beschäftigten. Insgesamt kommt das Unternehmen mit Fleischwerken, Logistik und Verwaltung auf rund 15.000 Mitarbeiter.

Tengelmann-Chef Haub sieht bei der „Verwertung“ bis zu 8000 Stellen gefährdet, weil sich vermutlich nicht für alle Geschäfte ein Käufer findet. Die Aussichten auf eine Einigung in letzter Minute scheinen jedoch gering. Am Wochenende hatten sich Haub und Rewe-Chef Alain Caparros gegenseitig in Interviews erneut die Schuld am Scheitern der Verhandlungen gegeben. Die Vorstellungen beider Seiten über eine mögliche Lösung des Konflikts liegen weit auseinander.

Von RND/dpa

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