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Deutschland / Welt Autohändler fürchten Folgen der Diesel-Krise
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Autohändler fürchten Folgen der Diesel-Krise
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02:15 06.09.2017
Von Albrecht Scheuermann
Leasingfahrzeuge landen nach der Rückgabe auf dem Gebrauchtwagenmarkt - doch welcher Preis lässt sich dort für Dieselautos noch erzielen? Quelle: dpa
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Hannover

Die Diesel-Krise macht Autohändler in Deutschland zunehmend nervös. Nach einer Umfrage ihres Verbandes fürchten sie vor allem im Leasing-Geschäft in den kommenden Jahren große Probleme. Die Vermarktung der sogenannten Leasing-Rückläufer könnte unter dem befürchteten Preisverfall für Dieselautos leiden. Bisher sei davon wenig zu spüren, sagten Händler. Sie hoffen jedoch, dass möglichst bald Klarheit in der Diesel-Frage geschaffen wird.

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat in einer Blitzumfrage 736 Vertragshändler aller Marken gefragt: „Befürchten Sie, dass Dieselfahrzeuge, die Sie in den nächsten 24 Monaten als Leasing-Rückläufer zurücknehmen müssen, zu einem existenziellen Risiko für Ihr Unternehmen werden könnten?“ 82 Prozent der befragten Händler beantworteten die Frage nach ZDK-Angaben mit „Ja“.

Für viele der knapp 17.000 Vertragshändler in Deutschland spielt das Leasinggeschäft eine wichtige Rolle. Diese Finanzierungsform wird vor allem von gewerblichen Kunden genutzt, die dem Händler teilweise ganze Flotten abnehmen. Nach zwei bis vier Jahren kommen die geleasten Fahrzeuge zum Händler zurück, der sie am Gebrauchtmarkt verkauft.

Wird der dafür kalkulierte Restwert nicht erreicht, schreibt der Händler rote Zahlen. Es geht dabei vor allem um Fahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 5, die bis Ende 2015 für Neufahrzeuge gültig war. Durch die Diskussion über den Dieselmotor und drohende Fahrverbote sinkt die Nachfrage nach solchen Autos, was auf die Preise drückt.

„Durch die andauernde Diskussion um drohende Fahrverbote sind die ursprünglich kalkulierten Leasing-Restwerte insbesondere von Euro-5-Dieseln markenübergreifend nicht mehr zu halten“, erklärte ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. Die Verluste seien unterschiedlich je nach Marke und Typ, aber „durchaus signifikant“. Nach Ansicht des Verbandes müssen die Autokonzerne beziehungsweise deren Leasing-Töchter zusammen mit den Händlern „umgehend wirksame Lösungen erarbeiten“.

Die Finanz- und Leasinggesellschaften der Autokonzerne wie zum Beispiel Volkswagen Financial Services (VWFS) finanzieren das Leasinggeschäft der Händler und kalkulieren die Restwerte. Das Risiko, dass dieser Wert zu hoch angesetzt und das Auto deshalb nur mit einem Verlust als Gebrauchtwagen verkauft werden kann, trägt aber allein der Autohändler. Volkswagen Financial Services sieht jedoch, wie ihr Geschäftsführer Frank Fiedler kürzlich erklärte, keinen spürbaren Rückgang der Restwerte. Auch der jüngste Bericht der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) deute auf einen relativ stabilen Markt für Dieselfahrzeuge hin, erklärte ein Sprecher.

Christian Hackerott, Chef des gleichnamigen Autohauses in Hannover, sieht derzeit ebenfalls noch keinen Anlass für Schwarzmalerei. „Wir kaufen nach wie vor Dieselfahrzeuge - und das mit gutem Gewissen“, sagte er. Die Debatte passe nicht zu dem, „was wir aktuell erleben. Unsere Häuser sind voll.“ Allerdings sei es wichtig, jetzt schnell politisch Klarheit zu schaffen. „Man muss verhindern, dass Fahrverbote kommen.“ Anderenfalls sei er „nicht so optimistisch“.

CAR-Studie: Bis zu 46 Prozent für Autos

Autokäufer können derzeit stark von der Diesel-Krise profitieren. Die Rabatte für Neuwagen seien mit den von den Herstellern ausgelobten Umweltprämien durch die Decke gegangen, berichtet das CAR-Center der Universität Duisburg-Essen in seiner jüngsten Rabattstudie, die heute veröffentlich werden soll. Der seit 2010 auf dem deutschen Automarkt erhobene Rabattindex sei im August auf einen Höchstwert gestiegen.
In Kombination mit anderen Preisaktionen könnten Käufer eines neuen Skoda Octavia oder eines VW Passat bis zu 46 Prozent des Listenpreises sparen, wenn sie einen mehr oder weniger schrottreifen Alt-Diesel abwracken, erklärte Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer. Der VW-Konzern gehe besonders preis-aggressiv vor. Bei manchen Herstellern würden Teile anderer Preisnachlässe mit den beworbenen Umweltprämien verrechnet, sodass beispielsweise beim Hyundai i20 gerade einmal 292 Euro zusätzlicher Diesel-Rabatt herauskämen.

dpa

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