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Autonomes Fahren: Traktoren können das längst

Technologie Autonomes Fahren: Traktoren können das längst

500 PS unter der Haube und 50 Stundenkilometer schnell: Beim Tempo wird es ein John Deere 9R nie mit einem BMW aufnehmen können. Traktoren sind nun mal zum Ziehen schwerer Lasten ausgelegt. Doch in Sachen Automatisierung und Vernetzung ist die vermeintlich lahme Traktorbranche schneller und weiter als die Autoindustrie.

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Ein Landwirt programmiert in seinem Traktor das GPS-Gerät, bevor er mit dem Ausbringen von Dünger beginnt.

Quelle: Jens Büttner/dpa

München. Laien fällt beim Anblick moderner Landmaschinen vor allem deren Größe auf. Allein die Räder der großen Modelle sind mehr als mannshoch. Der Trend zum Monster-Traktor hat seine Gründe: Eine große Landmaschine kann ein Feld wesentlich schneller bearbeiten als eine kleine. Die moderne Traktorkabine sieht aus wie eine Mischung aus Auto und Büroarbeitsplatz: Neben dem Lenkrad befindet sich der Bildschirm mit Touch-Display. Und der Traktorsitz hat mehr Ähnlichkeit mit einem gepolsterten Chefsessel als mit einem Autositz.

Mehrere Hunderttausend Euro kostet so eine Maschine. Ob John Deere, der Allgäuer Landmaschinenhersteller Fendt oder das baden-württembergische Unternehmen Deutz-Fahr: Bei Landmaschinen sind heute Technologien Standard, die in normalen Autos noch lange nicht üblich sind. Mit GPS ausgestattete Traktoren könnten schon ohne Bauern am Steuer fahren – auch wenn Sicherheitssysteme dem noch vorbeugen. Das Zauberwort heißt „Parallelfahrsystem“. Ein Landwirt muss seine Felder mehrmals im Jahr befahren – beim Pflügen, der Aussaat, beim Düngen, bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln und bei der Ernte. Dabei sollte er jedes Mal möglichst in den gleichen Spuren fahren, um nicht einen Teil seiner Pflanzen platt zu walzen. „Früher brauchte man dafür einen guten Fahrer, sonst wurde die Linie auch mal krumm“, sagt Colin Buchhorn vom Landmaschinenhersteller Fendt. Und heute? Die Größe des Felds, die Hangneigung, sämtliche Ackerdaten sind abgespeichert. Mithilfe eines GPS-Empfängers legt der Landwirt eine „Referenzspur“ auf dem Acker an. Der Bordcomputer rechnet aus, wie die übrigen Spuren liegen müssen, damit das Feld möglichst effizient bewirtschaftet wird. Das Ergebnis: Der Bauer nimmt die Hände vom Lenkrad und der Traktor fährt wie von Geisterhand die Spuren ab.

Auch bei der Vernetzung der Fahrzeuge mit der Außenwelt ist die Traktorbranche weit fortgeschritten. Ein moderner Schlepper übermittelt Daten aller Art an seinen Besitzer, die Service-Werkstatt und den Hersteller. Auf vielen Feldern gibt es bessere und schlechtere Parzellen. Die Digitalisierung ermöglicht die „teilflächenspezifische Bewirtschaftung“. Soll heißen: Der digitale Traktor weiß, auf welchem Teil des Feldes sinnvollerweise wie viel Saatgut oder Dünger ausgebracht wird. „Wo sowieso nicht viel wächst, muss man auch nicht düngen“, sagt Fendt-Mitarbeiter Buchhorn. Das Resultat: Der Landwirt spart Geld.

Position des Fahrzeugs, Geschwindigkeit oder Treibstoffverbrauch – all das kann ebenfalls von außen überwacht werden. Der Betriebsleiter kann von seinem Büro aus kontrollieren, ob ein Fahrer zu viele Pausen macht oder zu viel Treibstoff verbraucht. So viel technischer Fortschritt dürfte vielen Autofahrern allerdings zu weit gehen.

Von Carsten Hoefer

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