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BP streicht 580 Jobs in Deutschland

Ölkonzern BP streicht 580 Jobs in Deutschland

Die schwache Entwicklung des Treibstoff- und Heizölmarktes kostet immer mehr Arbeitsplätze: Der Energiekonzern BP streicht in Deutschland insgesamt 580 weitere Stellen. Betroffen ist auch die Raffinerie im niedersächsischen Lingen.

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„Strukturanpassung zwingend notwendig“: Der Energieverbrauch sinkt seit Jahrzehnten und bringt die Ölindustrie unter Druck.

Quelle: Rupert Warren

Bochum/Lingen. Die deutsche Tochter BP Europe SE hat sich mit den Arbeitnehmervertretern nun über die Modalitäten des Stellenabbaus geeinigt, der bereits im vergangene Herbst angekündigt worden war. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen Entlassungen vermieden werden. Deshalb habe man mit den Betriebsräten Abfindungspakete ausgehandelt. Schon 2014 hatte der Ölkonzern den Abbau von 250 Stellen in Bochum beschlossen. Nun seien weitere Maßnahmen erforderlich, um die Kosten weiter zu senken, heißt es. Den größten Aderlass gibt es demnach in Bochum, dort werden bis Ende 2017 etwa 210 Stellen wegfallen. In den Raffinerien in Gelsenkirchen und Lingen werden 270 beziehungsweise 100 Jobs gestrichen.

Das Unternehmen, zu dem auch Aral gehört, hat in Deutschland insgesamt etwa 5000 Beschäftigte. Begründet wird der geplante Abbau vor allem mit der schrumpfenden Nachfrage nach Benzin und Öl. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Denn das Mineralölgeschäft und der Treibstoffverbrauch schrumpften in ganz Europa mit Ausnahme von Polen deutlich, sagte BP-Europa-Chef Michael Schmidt Schmidt. „Autos werden einfach effizienter, und es wird weniger gefahren.“

Der Benzinabsatz des Unternehmens werde zwischen 2011 und 2025 um etwa 40 Prozent zurückgehen. Beim Diesel rechne er in dem Zeitraum mit 10 Prozent Rückgang, beim Heizöl mit einem Minus von rund einem Drittel. Im Raffineriegeschäft gebe es zudem Überkapazitäten und zunehmende Konkurrenz durch Anlagen aus Asien und dem Nahen Osten. „Eine Strukturanpassung ist zwingend notwendig.“

Nach BP-Angaben ist der Ölverbrauch schon in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. 2014 sei er auf den niedrigsten Stand seit 1969 gefallen. In Deutschland habe es seit der Jahrtausendwende ein Minus von mehr als 14 Prozent gegeben.

Als ein weiterer Grund für den Stellenabbau wird die Auflösung des gemeinsam mit der russischen Mineralölgesellschaft Rosneft betriebenen Gemeinschaftsunternehmens Ruhr Oel genannt. Dadurch würden unter anderem in Bochum wahrgenommene Gemeinschaftsaufgaben wegfallen. Trotz des schrumpfenden Geschäftes wolle BP die Marktführerschaft in Deutschland behalten, betonte Schmidt.

Ertragsprobleme hat BP nicht: Für 2015 rechnet Europa-Chef Schmidt nach vorläufigen Zahlen mit einem positiven Ergebnis der BP Europe im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Die Margen in der Rohölverarbeitung seien „sehr auskömmlich“. Die Raffinerie in Lingen verarbeitet nach Angaben des Unternehmens das gesamte in Niedersachsen geförderte Rohöl. Derzeit gibt es dort 780 Arbeitsplätze. Der geplante Stellenabbau soll bis Ende 2019 über die Bühne gehen, hieß es.

Von Albrecht Scheuermann und Rolf Schraa

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