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Deutschland / Welt 25 Frachtbahnhöfe in Niedersachsen vor dem Aus
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt 25 Frachtbahnhöfe in Niedersachsen vor dem Aus
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00:15 22.05.2016
Laut Plänen der Bahn sollen 25 Frachtbahnhöfe in Niedersachsen geschlossen werden. Quelle: dpa
Berlin

Zwei Logistikstandorte will die Bahn nur noch bei Bedarf bedienen. An neun weiteren soll die Bedienung teils stark eingeschränkt werden, unter anderem in Barsinghausen.

Die Einschnitte sorgen seit Monaten für Unruhe im Konzern und für Proteste bei Betriebsräten und Gewerkschaften. Europas größte Güterbahn fährt seit fünf Jahren Verluste ein - allein im Jahr 2015 waren es 183 Millionen Euro. Deshalb sollen bundesweit mindestens 215 der noch 1500 Verladestationen geschlossen und wenigstens 2100 Arbeitsplätze gestrichen werden. Weitere 53 Standorte sollen nur noch bei Bedarf angefahren, und an 101 Bahnhöfen soll die Bedienung verringert werden. Zunächst war sogar die Schließung jedes dritten Standorts geplant.

Die Kürzungspläne betreffen außer Niedersachsen besonders Ostdeutschland, wie die Streichliste und weitere interne Papiere belegen. Allein in Berlin und Brandenburg sollen demnach 33 Frachtbahnhöfe geschlossen werden. Insgesamt sind im Osten 80 Schließungen vorgesehen. In Bayern sollen 30, in Baden-Württemberg 26 und in Nordrhein-Westfalen 25 Verladestellen aufgegeben werden.

DB-Cargo-Betriebsrat Thomas Pfarr hat die Sparpläne bereits als „Irrweg“ kritisiert, weil künftig noch mehr Güter über die Straße rollen würden. Die Deutsche-Bahn-Spitze räumt in einem internen Strategiepapier sogar ausdrücklich ein, dass die Verlagerung auf Lkw zu den „alternativen Bedienkonzepten“ gehören soll. Unter dem Dach des Staatskonzerns fährt mit der DB Schenker auch die größte Lkw-Spedition Europas.

Die Bahn betont, es seien noch keine Entscheidungen gefallen. Die Verladestellen würden „nicht geschlossen“, sondern lediglich „nicht mehr angefahren“. Bei besserer Auftragslage ließe sich der Betrieb wieder aufnehmen.

Am 8. Juni will der Aufsichtsrat erneut über die Sparpläne beraten. In Arbeitnehmerkreisen wird befürchtet, dass mittelfristig bis zu 5000 der europaweit noch knapp 31.000 Arbeitsplätze wegfallen könnten. Die Güterbahn will mit einer umfassenden Sanierung bis Ende 2018 wieder profitabel werden.

Von Thomas Wüpper

Die Streichliste

Diese 25 Güterverkehrsstellen in Niedersachsen sollen geschlossen werden: Stade Baustellenlogistik, Adelheide und Annenheide (beide Stadt Delmenhorst), Aurich, Bad Bentheim, Delmenhorst, Delmenhorst-Süd, Dörpen, Fallingbostel, Grohnde (Kreis Hameln), Haren (Ems), Harpstedt und Hasbergen (beide Kreis Oldenburg), Helmstedt, Holzminden, Meppen Eurohafen Emsland, Salzgitter-Watenstedt Ikea, Soltau, Springe, Stadthagen-West, Twistringen, Uelzen, Unterlüß, Verden (Aller), Wunstorf-West.

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