Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Bahnchef will Fluglinien Kunden abjagen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Bahnchef will Fluglinien Kunden abjagen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:43 02.07.2017
Bahnchef Richard Lutz ist erst knapp 100 Tage im Amt und hat schon ehrgeizige Ziele. Quelle: dpa-Zentralbild
Anzeige
Berlin

Die Deutsche Bahn will im Konkurrenzkampf mit Flugzeugen und Fernbussen Tempo machen. Mit dem Start der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Berlin-München im Dezember würden die ICE eine „sehr ernsthafte Alternative gegenüber dem Flieger“, sagte Richard Lutz. Im Wettbewerb mit Fernbussen erkennt der Bahnchef ebenfalls wieder bessere Angriffsmöglichkeiten.

„Man sieht, dass Flixbus – mit über 90 Prozent Marktanteil – Verbindungen streicht und Preise erhöht“, sagte Lutz mit Blick auf den größten Fernbusanbieter. „So gesehen wird im Vergleich die Schiene wieder attraktiver.“ Die Bahn selbst war im vergangenen Jahr auch angesichts von Verlusten aus dem rasant gewachsenen Fernbusmarkt ausgestiegen. Die neue Konkurrenz könne man aber im Nachhinein als einen Weckruf sehen, sagte der Bahnchef. Dadurch habe der Konzern die Kunden „wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt und viele Dinge angestoßen, die uns jetzt guttun und die auch der Kunde honoriert“.

Innerdeutschen Flügen will Lutz weiter den Kampf ansagen. „Viele Kunden werden vom Flugzeug auf die Bahn umsteigen“, sagte er mit Blick auf die neue Strecke Berlin-München. Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember kommt der letzte schnelle Abschnitt in Thüringen und Bayern hinzu. Zwischen beiden Metropolen fahren dann täglich pro Richtung drei „Sprinter“ in 3:55 Stunden und zusätzlich 15 normale ICE mit mehr Stopps in 4:25 Stunden. Bislang dauert die Fahrt gut sechs Stunden. „Unsere Bahnhöfe liegen zudem in den Innenstädten und haben damit einen enormen Vorteil gegenüber den Flughäfen.“

Über eine mögliche Fahrpreiserhöhung im Dezember sei noch nicht entschieden. „Darüber werden wir uns nach der Sommerpause unterhalten“, sagte Lutz. Eine Entscheidung sei frühestens im September zu erwarten. Die Bahn hatte Ende 2014 und Ende 2015 auf Preisanhebungen im Fernverkehr verzichtet. „Zuletzt wurde unser Preis-Leistungs-Verhältnis von den Kunden so positiv wahrgenommen wie lange nicht mehr“, berichtete der Bahnchef aus den regelmäßigen Fahrgastbefragungen.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit brennenden Akkus sorgte Samsungs Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 im vergangenen Jahr für Negativ-Schlagzeilen. Jetzt hat das Unternehmen die Teile recycelt – und sie in das neue Note FE gesteckt. Es kommt am Freitag in den Handel.

02.07.2017

Fast 40 Stücke Würfelzucker stecken in einem Liter Coca-Cola. Das soll sich jetzt ändern. Der Zuckeranteil soll deutlich reduziert werden.

02.07.2017

Deutschlands Energieriesen Eon, RWE und Co kaufen sich frei. Am Montag werden sie 24 Milliarden Euro auf einen Schlag in einen Staatsfonds einzahlen. Damit müssen sie sich nicht mehr mit der Endlagerung alten Nuklearmülls herumschlagen. Doch diese Summe aufzubringen, hat die Konzerne viel Kraft gekostet.

01.07.2017
Anzeige