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Deutschland / Welt Bahnstreik 2018: Das müssen Bahnfahrer jetzt wissen
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13:08 10.12.2018
Bahnstreik 2018: Ab Montag, den 10. Dezember 2018, sind Zugausfalle und Verspätungen zu erwarten. Quelle: Wolfram Kastl/dpa (c) dpa - Bildfunk
Hannover

Der nächste große Bahnstreik droht: Seit Montag 5 Uhr läuft der erste Warnstreik bei der Deutschen Bahn. Welche Züge fahren, wo müssen Sie mit Verspätungen rechnen und warum gibt es eigentlich einen erneuten Streik? Hier finden Sie einen Überblick über Ihre Rechte bei Streiks der Deutschen Bahn und alle Hintergründe.

Wo ist der Bahnstreik, welche Regionen sind betroffen?

Nach Angaben der Deutschen Bahn wird der Bahnstreik seinen Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen haben. Am Montagmorgen wird auch drei Stunden lang am Hauptbahnhof von Hannover gestreikt.

Der Fernverkehr wurde bundesweit eingestellt, in Bayern fährt gar kein Zug mehr.

In Hamburg dürfte es vor allem bei S-Bahnen, Regionalbahnen und Fernbahnen zu Ausfällen und Verspätungen kommen. Auch Bahnreisende in Berlin und Brandenburg müssen am Montag viel Geduld mitbringen. So sollten in Berlin ab 6 Uhr alle S-Bahnen ausfallen.

Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass in ganz Deutschland mit Auswirkungen auf den Regional- und S-Bahnverkehr zu rechnen sein muss.

Bahnstreik 2018: Warum gibt es einen Bahnstreik?

Grund für die angekündigten Bahnstreiks sind die gescheiterten Tarifgespräche zwischen der Deutschen Bahn und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Letztere rief ihre Mitglieder daraufhin zu Warnstreiks auf.

Nach einer mehrtägigen Verhandlungsrunde konnten sich die Beteiligten nicht auf eine Einkommenserhöhung einigen, die Gespräche wurden ergebnislos abgebrochen. „Der Arbeitgeber hat uns nur Angebote vorgelegt, die nicht den Forderungen unserer Mitglieder entsprachen“, erklärte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba nach dem Abbruch der Gespräche am Samstag in Hannover. „Am Ende fehlte aus unserer Sicht ein Prozent mehr angesichts der vom Arbeitgeber angebotenen längeren Laufzeit“, fügte sie hinzu.

Wann fängt der Bahnstreik 2018 an?

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) rief Beschäftigte des Konzerns für die Zeit zwischen 5 und 9 Uhr zu dem Ausstand auf. Dies teilte ein EVG-Sprecher am Sonntagnachmittag mit und konkretisierte damit frühere Angaben.

Wie lange dauert der Bahnstreik der Deutschen Bahn?

Die Bahn geht davon aus, dass die Arbeitsniederlegungen „den Zugverkehr voraussichtlich bundesweit stark beinträchtigen“ werden. Auch in den Stunden nach dem Warnstreik-Ende sei mit Störungen zu rechnen. „Die Deutsche Bahn setzt alles daran, die Auswirkungen der Warnstreiks auf ihre Kunden so gering wie möglich zu halten“, hieß es aus dem Konzern.

Alle Infos der Deutschen Bahn zum Warnstreik finden Sie hier:

Gibt es einen Fahrplan bei Bahnstreiks, an den ich mich halten kann?

Derzeit hat die Deutsche Bahn noch keinen Ersatzfahrplan für die Zeit des Bahnstreiks bekannt gegeben.

• Unter www.bahn.de können Sie sich jedoch jederzeit über aktuelle Fahrtzeiten und mögliche Ausfälle informieren.

• Alternativ besteht ebenfalls die Möglichkeit, die telefonische Reiseauskunft unter 0180/6996633 zu kontaktieren (20 ct/Anruf, bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf).

Erhalte ich bei einem Bahnstreik mein Geld zurück?

Ja, unter gewissen Voraussetzungen habe Sie das Recht auf eine Rückerstattung durch die Deutsche Bahn. Sowohl bei generellen Verspätungen als auch kompletten Zugausfällen können Sie von folgenden Rechten Gebrauch machen:

Erstattung bei Verspätung Ihres Zuges: Ab einer Verspätung von 60 Minuten bekommen Kunden 25 Prozent des Fahrpreises zurück. Ab 120 Minuten sind es 50 Prozent. Mehr dazu hier.

Erstattung bei Zugausfall und Bahnstreik: Sollten Sie aufgrund des Bahnstreiks Ihre Reise nicht wie geplant durchführen können, können Sie sich Ihre Fahrkarte und/oder Reservierung kostenlos erstatten lassen – auch nach dem ersten Gültigkeitstag. Die Erstattung ist im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen möglich.

Ihre Rechte bei Bahnstreiks: Das Fahrgastrechte-Formular der Deutschen Bahn

Eine Entschädigung müssen Kunden in Deutschland beim bahneigenen Servicecenter für Fahrgastrechte beantragen. Dafür gibt es entweder im Zug, am Bahnhof oder online zum Ausdrucken ein Formular. Das müssen sie ausfüllen und mit der Fahrkarte oder zum Beispiel ihrer Bahncard-Nummer in einem Reisezentrum abgeben oder per Post schicken.

Auf digitalem Weg senden, das geht nicht. Was wiederum bei so manchem Verbraucher gleich für den nächsten Ärger sorgt. Es sei verständlich, dass viele Kunden das als nicht mehr zeitgemäß empfinden, räumt ein Bahnsprecher ein. Die Deutsche Bahn will das auf lange Sicht auch ändern. Doch technisch sei das komplex und herausfordernd. So sei es zum Beispiel keine Option, den Prozess teilweise zu digitalisieren und auf online gekaufte Tickets zu beschränken.

Bahnstreik 2018: Wie komme ich zur Arbeit?

Sie können Ihre Arbeit nicht erreichen, da Sie auf den Zug angewiesen sind? Bei einem Zugausfall haben Sie die Möglichkeit, auf ein anderes Verkehrsmittel wie Bus oder Taxi auszuweichen und die Kosten von der Deutschen Bahn erstatten zu lassen. Sogar die Kosten einer Übernachtung, falls diese durch den Zugausfall zustande kommt, werden unter Umständen übernommen. Allerdings werden nur maximale Kosten von 80 Euro für ein Verkehrsmittel ersetzt. Die genauen Details Ihrer Fahrgastrechte können Sie hier nachlesen.

Schulpflicht bei Bahnstreik: Habe ich schulfrei, wenn die Züge nicht fahren?

Schüler müssen wir an dieser Stelle leider enttäuschen: Auch bei streikenden Bahnen besteht weiterhin Schulpflicht. Schüler müssen trotz ausfallender Züge zur Schule, da es sich bei dem Streik um ein angekündigtes und planbares Ereignis handelt. In der Regel sind Schulen für derartige Ausnahmefälle aber durchaus sensibilisiert.

Kommentar:
Die Bahn hat sich verfahren

Von RND/do

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