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Hannoversche Bank berät am schlechtesten

Stiftung Warentest: Hannoversche Bank berät am schlechtesten

Die Stiftung Warentest hat im vergangenen Jahr 23 Kreditinstitute getestet: Es ging darum, wie 45.000 Euro unter bestimmten Kriterien angelegt werden. Das Fazit: Die Tester stellten erhebliche Mängel bei der Beratung fest. Besonders schlecht schnitt die Hannoversche Volksbank ab. Die rechtfertigt sich.

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Die Stiftung Warentest hat 23 Kreditinstitute getestet. Die allermeistern angebotenen Anlageprodukte waren zu riskant und zu teuer.

Quelle: dpa

Berlin/Hannover. Für einen guten Anlageberater sollte diese Aufgabe keine große Hürde sein. Ein Kunde will 45.000 Euro für zehn Jahre anlegen, einen Teil sicher, den anderen mit Aussicht auf höhere Rendite. Im Notfall soll das Geld rasch verfügbar sein. Mit diesem Wunsch hat die Stiftung Warentest ihre Tester im vergangenen Sommer zu 160 Terminen bei 23 Kreditinstituten geschickt. Das traurige Ergebnis bringt Testleiter Stephan Kühnlenz auf den Punkt: „Gute Beratung ist immer noch Mangelware.“

Nur an drei Banken vergibt das Stiftungsmagazin „Finanztest“ in seiner aktuellen Ausgabe das Qualitätsurteil „gut“. Die Frankfurter Volksbank, die Sparda-Bank Berlin und die Nassauische Sparkasse sind Testsieger. Die meisten Anbieter - darunter auch Größen wie die Commerzbank, Deutsche Bank und Targobank - schneiden befriedigend ab. Die Postbank schaffte wie vier weitere Institute nur die Note ausreichend. Schlusslichter mit dem Urteil mangelhaft sind die Hypovereinsbank und die Hannoversche Volksbank. Bei Letzterer seien die Anlagetipps in vier von sieben Fällen „viel zu riskant“ ausgefallen, hieß es.

Immerhin hat sich die Anlageberatung der Banken insgesamt etwas verbessert. Bei früheren Untersuchungen 2009 und 2010 schaffte kein einziger Anbieter gute Noten. Nach der Finanzkrise, in der Bankkunden auch aufgrund falscher Beratung viel Geld verloren, geriet die Branche auch politisch massiv unter Druck und versprach Besserung, um strengere Regulierung und Kontrollen abzuwenden. Weiterhin bleibe aber bei der Beratung „viel Luft nach oben“, sagt Finanztest-Chefredakteur Heinz Landwehr.

Die Anlageprodukte sind zu riskant und teuer

Als Kern des Problems machen die Experten weiterhin die provisionsgesteuerte Beratung und hausinterne Vorgaben für die Berater aus. Soll heißen: Die Banken wollen vor allem Produkte verkaufen, an denen sie selbst gut verdienen. Häufig passen diese Geldanlagen aber nicht zum Kundenwunsch. Das zeigt auch der neue Test. Die Bilanz der Experten: Viele Produkte waren zu riskant, in mehreren Fällen war das Geld nicht rechtzeitig verfügbar, und häufig wurden unpassende Produkte wie Bausparverträge, undurchschaubare Anlagezertifikate und Rentenversicherungen empfohlen.

Zu diesen Falschberatungen kommt es jedoch nicht, weil die Kundenwünsche nicht richtig begriffen wurden. Darauf weist die Stiftung Warentest ausdrücklich hin. Denn die meisten Berater schafften den ersten Prüfpunkt gut, viele sogar mit Bravour: Sie fragen die Kunden nach dem Ziel, der gewünschten Laufzeit der Anlage und nach der Risikobereitschaft. Trotzdem wurden dann häufig viel zu riskante oder teure Geldanlagen angeboten, die dazu nicht passten. Für 26 Beratungen gab es folglich die Note mangelhaft.

Besonders schlecht in den Tests schnitt erneut die Hypovereinsbank ab, die zum italienischen Konzern Unicredit gehört. Einem Testkunden wurde schon am Telefon empfohlen, das ganze Geld doch auf ein FC-Bayern-Sparkonto zu legen, das regulär mit 0,08 Prozent verzinst wird und selbst bei vielen Toren des Teams weniger als ein Prozent Rendite bringt. Andere bekamen den Rat, ihr Geld in komplexe Zertifikate oder in einen konzerneigenen Fonds zu investieren, der fast 15 Prozent Einmalkosten hat und frühestens 2026 kündbar ist. „Schlechter kann eine Bankberatung kaum laufen“, lautet das Fazit der Stiftung Warentest.

Von Thomas Wüpper

„Die Berater haben gut zugehört“

Die Hannoversche Volksbank hat bei der Anlageberatung durch die Stiftung Warentest am schlechtesten abgeschnitten. Wie erklären Sie sich das, Herr Battefeld?

Wir müssen hier differenzieren. Bei drei von vier Testkriterien haben wir sehr gut abgeschnitten – das heißt, unsere Berater haben den Kunden gut zugehört und sie ausführlich und freundlich über die unterschiedlichen Anlagemöglichkeiten informiert. Nur mit unserer Anlageempfehlung war die Stiftung Warentest offenbar nicht zufrieden.

Die Testkunden wollten 45.000 Euro für zehn Jahre anlegen – für einen Teil der Summe wollten sie ins Risiko gehen, ein anderer Teil sollte im Bedarfsfall schnell verfügbar sein. Was gibt es da misszuverstehen?

Wir haben uns die Beratungsprotokolle noch einmal sehr genau angeschaut – daraus lässt sich nicht schließen, dass wir etwas missverstanden haben. Die Kunden haben ausdrücklich auch nach einer chancenorientierten, langfristigen Anlage in Aktien gefragt. Diesem Wunsch sind unsere Berater nachgekommen; vielleicht gab es Nuancierungen, die nicht ganz richtig gedeutet wurden.

Welche Rolle spielt die Höhe der Provision, die die Bank für den Verkauf eines Anlageproduktes erhält, bei der Beratung der Kunden?

Unsere Berater erfragen den angestrebten Anlagezeitraum, die Risikobereitschaft und die gewünschte Verfügbarkeit. Aus diesen Parametern ergibt sich dann eine Liste von Empfehlungen für den Kunden. Bei Fonds bieten wir solche mit und ohne Ausgabeaufschlag an. Die Leistung unserer Berater bewerten wir nicht danach, ob sie eine möglichst hohe Provision zur Folge haben.

Interview: Jens Heitmann

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