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Banker strafen Obama mit Liebesentzug

Spendenentzug für US-Präsident Banker strafen Obama mit Liebesentzug

Eine Beziehung, die einmal vielversprechend begonnen hatte, scheint nicht mehr zu kitten zu sein: Barack Obama ist in der Finanzindustrie vom Hoffnungsträger zur Persona non grata mutiert.

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Als man sich noch brauchte: Barack Obama und JPMorgan-Chef Jamie Dimon auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im März 2009.

Quelle: rtr

New York. Die Wall Street hat den US-Präsidenten, dessen Aufstieg sie einst mit viel Geld unterstützte, auf Spendenentzug gesetzt. Die jüngste Wahlschlappe des Demokraten wurde an den Märkten gefeiert. Die Republikaner übernehmen die Mehrheit im Senat und beherrschen künftig beide Kongresskammern.

Im Wahlkampfendspurt hatte Obama noch einmal alles gegeben, um Amerika von den Leistungen seiner Regierung für die Wirtschaft zu überzeugen: Die Unternehmensgewinne sprudelten, die Ölpreise seien niedrig, die Wirtschaft befinde sich im Aufwind. Doch es hat nichts genützt, andere Themen wogen für die Manager schwerer: Obamas Regierung hat der Branche zwar durch die Finanzkrise geholfen, sich dabei aber auch massiv eingemischt – zum Leidwesen der selbstbewussten Banker.

Die großen Geldhäuser, die Obama 2008 mit enormen Spenden ins Weiße Haus halfen, sind längst zum politischen Gegner übergelaufen. Nach Angaben der Nonprofit-Organisation Center for Responsive Politics engagierten sich Finanzfirmen wie Goldman Sachs, JPMorgan, Citigroup und Morgan Stanley mit dem Rekordbetrag von 171 Millionen Dollar bei den Kongresswahlen – fast zwei Drittel gingen an die Republikaner.

Mit der verschärften Regulierung hat Obama es sich bei den Wall-Street-Firmen verscherzt. Seit 2010 schichten die Geldhäuser ihre Spenden zu den Republikanern um. Die Banker haben dem Präsidenten nicht verziehen, dass ihnen nach der Finanzkrise einige Geschäfte eingeschränkt und die Boni gekürzt werden sollten. Die Branche kam zwar dank intensiver Lobbyarbeit mit einem blauen Auge davon – doch das schmerzt bis heute. Und nicht zuletzt sehen sich die großen Geldhäuser von der Justiz verfolgt, die Milliardenstrafen nicht nur gegen ausländische sondern auch gegen heimische Banken verhängt hat.

JPMorgan-Chef Jamie Dimon, ein früherer Anhänger der Demokraten, wandte sich gegen Obama und avancierte damit zum Sprachrohr der Branche. „400 Regeln werden jetzt gemacht, und da sind Sachen dabei, die sind einfach nur idiotisch“, kommentierte Dimon im April 2011 Obamas Finanzreform – es war der Auftakt einer Dauerfehde.

Dabei halten etliche Experten Obamas Regulierung für zu lasch. „Diejenigen, die zu exzessive Risiken eingehen, tragen noch immer keine ausreichende Verantwortung“, heißt es beispielsweise in einer Analyse der Finanzprofessorin Anat Admati von der Stanford-Universität, die demnächst im „Journal of Legal Studies“ erscheinen wird.

Ein Blick auf die Geschäfte der Banken zeigt jedenfalls, dass ihnen die bald sechs Jahre Obama keineswegs geschadet haben – im Gegenteil. Im dritten Quartal verdienten fast alle großen Geldhäuser Milliardensummen. Dazu trug vor allem das Investmentbanking bei, dem eigentlich Fesseln angelegt werden sollten. Die Aktienkurse haben sich in Obamas bisheriger Amtszeit mehr als verdoppelt. Daran dürfte aber das billige Geld der Notenbank laut Analysten einen größeren Anteil gehabt haben als die Wirtschaftspolitik der Regierung.     

Von Hannes Breustedt

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