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Er weiß, wo Obama entlangläuft

Protokollchef der Messe Er weiß, wo Obama entlangläuft

Michael Rose ist Protokollchef der Deutschen Messe AG und in dieser Funktion verantwortlich für den Besuch von Barack Obama auf der Hannover Messe. Jeder Schritt des US-Präsidenten auf dem Messegelände wurde mit dem Weißen Haus und Bundeskanzleramt geplant. "Wir bereiten das akribisch vor. Alle Laufwege sind abgestimmt", sagte der 50-Jährige.

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Michael Rose, Protokollchef der Deutschen Messe AG.

Quelle: dpa

Wenn Staatsgäste die Cebit oder Hannover Messe besuchen, kommt Michael Rose den Mächtigen der Welt so nahe wie nur wenige. Mit Glamour habe sein Job aber wenig zu tun, versichert der Protokollchef der Deutschen Messe AG. „Es zählen vor allem präzise Absprachen, genaue Vorbereitung und Diskretion“, sagte er. Der 50-Jährige ist verantwortlich dafür, dass der Besuch von US-Präsident Barack Obama auf der weltgrößten Industrieschau genau so abläuft, wie zuvor mit dem Weißen Haus und dem Bundeskanzleramt abgestimmt.

Am Sonntag wird Barack Obama in Hannover landen. Wie geht es Ihnen wenige Tage davor?
Ich bin ein bisschen aufgeregt, aber ganz eindeutig überwiegt die Vorfreude.

Wer hat es geschafft, den US-Präsidenten auf die Messe zu locken?
Obama kommt aus einem einzigen Grund nach Hannover: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihn eingeladen. Wir müssen jedoch die Vorarbeit leisten und dafür sorgen, dass genügend Aussteller aus dem Partnerland dabei sind. In diesem Jahr sind es über 450 amerikanische Unternehmen. Zum anderen vertrauen die Bundeskanzlerin und das Bundespresseamt der Deutschen Messe AG, dass wir hier einen angemessenen Rahmen für einen so hochkarätigen Auftritt schaffen. 

Wie wird die Entscheidung getroffen, welche Stände Obama und Merkel besuchen?
Das Interesse unserer Aussteller, berücksichtigt zu werden, ist riesig. Alle bemühen sich um diesen Besuch mit einem formellen Akt, indem sie die Bundeskanzlerin und den Präsidenten einladen. Das ergibt dann eine lange Liste, die gemeinsam abgestimmt wird. Die Entscheidung, welche Unternehmen außerhalb des amerikanischen Pavillons besucht werden, obliegt allein der Bundeskanzlerin.

Verraten Sie, welche das sein werden?
Wir werden die Hallen 3, 9 und 11 besuchen. Die Aussteller, die angelaufen werden, werden in diesen Stunden informiert.

Kann der Präsident beim Rundgang sagen: „Dort hinten ist ein schöner Stand, den will ich mir ansehen!“?
Das kann der Präsident immer sagen. Aber es ist jeder Schritt bei der Eröffnungsveranstaltung und jeder Schritt auf dem Messegelände mit den Amerikanern besprochen und abgestimmt. Es darf keine Überraschung für niemanden geben. Das ist die Aufgabe von Protokoll, dass wir sicherstellen, dass alle wichtigen Personen wissen, was als nächstes passiert.

Vor drei Jahren hat das nicht ganz geklappt. Damals stürmten beim Messe-Rundgang halbnackte Femen-Aktivistinnen auf Putin zu. Was ging Ihnen in diesem Moment durch den Kopf?
Es ging alles sehr schnell,  da war nicht viel Zeit zum Denken. Mir war klar, hier läuft gerade etwas schief, ich muss reagieren. Das Protokoll kann ja die Dinge nicht laufen lassen.

Drei nackte Demonstrantinnen haben den Rundgang des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf der Hannover Messe gestört.

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Sie haben sich dann zwischen den Präsidenten und eine Aktivistin gedrängt.
Die Sicherheitsleute bewegten sich bereits in eine andere Richtung. Insofern stand ich besser als andere, um einzuschreiten. Aber um wieder auf Obama zu kommen: Der Messerundgang ist anders strukturiert als bei früheren Staatsgästen. Wir bereiten das akribisch vor. Alle Laufwege sind abgestimmt.

Werden Sie aufatmen und erst einmal die Füße hochlegen, wenn alles ohne Zwischenfälle geklappt hat und Obama weiterreist?
Im Gegenteil - dann geht es für uns ja erst richtig los. Am Dienstagabend haben wir die Gala Herenhausen, bei der sich die Führungsfiguren der Dax-notierten Firmen und Familienunternehmen in Deutschland treffen. Insgesamt gibt es bis Freitag auf der  Hannover Messe 200 von uns vorbereitete VIP-Rundgänge mit vielen Ministern, Ministerpräsidenten und Wirtschaftsführern aus der ganzen Welt.

Von Christina Sticht/dpa

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