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Bauaufsicht stoppt Bauarbeiten am BER

Hauptstadtflughafen Bauaufsicht stoppt Bauarbeiten am BER

Eher zufällig ist am neuen Hauptstadtflughafen ein folgenschwerer Mangel aufgefallen. Nun zieht die Bauaufsicht die Notbremse. Kippt damit der nächste Eröffnungstermin für den Pannen-Airport?  

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Schönefeld. Auf der Baustelle für den neuen Hauptstadtflughafen drohen weitere Verzögerungen. Neue Zweifel am Eröffnungstermin machen sich breit. Die Baubehörde stoppte am Montag wegen möglicher Statikprobleme die Arbeiten in der Haupthalle des Terminals. Sie dürfen erst wieder aufgenommen werden, wenn ein Prüfingenieur die Standsicherheit nachweise, teilte der Landkreis Dahme-Spreewald mit.

In der Terminaldecke sind nach Flughafenangaben teilweise zu schwere Rauchgasventilatoren eingebaut worden. Abgeordnete aus Berlin und Brandenburg äußerten Zweifel, dass eine Eröffnung 2017 noch zu schaffen ist.

Der Kreis teilte mit, nach einem Gespräch mit Technikchef Jörg Marks habe die untere Bauaufsicht am Montagmorgen „mündlich einen sofortigen Baustopp für alle Flächen unterhalb des gesamten Terminaldaches am BER ausgesprochen“. Ein Statikbüro soll erhebliche Überschreitungen der genehmigten Lasten festgestellt haben.

Ein Flughafensprecher sagte, man werde den Standsicherheitsnachweis erbringen. Wie lange dies dauern kann, sagte er nicht. Damit drohen wichtige Arbeiten in dem Gebäude vorerst zum Erliegen zu kommen. Die Flughafengesellschaft hatte schon am Freitag vorsorglich Teile des Terminals gesperrt. Zuvor war bekanntgeworden, dass in 3 von 20 Deckenabschnitten zu schwere Rauchgasventilatoren eingebaut worden waren. Dies sei offensichtlich vor dem dann geplatzten Eröffnungstermin Mitte 2012 geschehen. Das Problem war aufgefallen, als der Einbau weiterer Entrauchungsschornsteine vorbereitet wurde.

Wegen schwerer Bau- und Planungsmängel bei der Brandschutzanlage konnte der Flughafen im Juni 2012 nicht in Betrieb gehen. In den Wochen zuvor hatten die Verantwortlichen versucht, die letzte Bauphase zu beschleunigen. Wie inzwischen bekannt ist, ging dabei einiges durcheinander, etwa bei der Kabelverlegung. An diesem Freitag tagt der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft und wird sich dem Vernehmen nach auch mit diesem Thema beschäftigen. Ob das Problem die geplante Eröffnung des Flughafens im zweiten Halbjahr 2017 gefährdet, ist noch unklar. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hat kürzlich eingeräumt, dass der Bau nicht wie geplant im März 2016 fertig wird. Grund dafür sind Verzögerungen durch die Insolvenz des Gebäudeausrüsters Imtech Deutschland GmbH.

Der Eröffnungstermin bis Ende 2017 sei nicht mehr zu halten, sagte die Berliner Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop. Der Baustopp seitens der Behörde zeige, dass da „mehr im Argen liegt“. Der Regierende Bürgermeister und Flughafen-Aufsichtsratschef Michael Müller hatte erst im vergangenen Dezember auf eine Anfrage des Abgeordneten Martin Delius (Piratenpartei) geantwortet, dass im Terminal keine zu hohen Deckenlasten festgestellt wurden. „Gut, dass wenigstens das Bauordnungsamt im Landkreis Dahme-Spreewald seine Arbeit macht“, bemerkte Delius, der den Berliner Flughafen-Untersuchungsausschuss leitet, am Montag.

Der CDU-Abgeordnete Stefan Evers attestierte der Geschäftsführung um Flughafenchef Karsten Mühlenfeld ein ernstes Kommunikationsproblem. „Es kann nicht angehen, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats erst die Zeitung lesen müssen, um von derart gravierenden neuen Problemen am BER zu erfahren.“  

dpa

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