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Bauern bekommen künftig mehr Geld für Milch

Trendwende im Milchmarkt Bauern bekommen künftig mehr Geld für Milch

Alle großen Molkereien wollen den Bauern künftig mehr Geld für Milch zahlen. Nach Arla Foods und Friesland-Campina hat jetzt auch der Marktführer Deutsches Milchkontor aus Zeven angekündigt, den Grundpreis um rund 10 Prozent auf 22,2 Cent je Kilogramm anzuheben. Bis zum Jahresende seien 30 Cent drin, heißt es in der Branche.

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Kostet der Liter Milch im Supermarkt bald 56 Cent?

Quelle: dpa

Hannover. Die Anzeichen für eine Trendwende mehren sich: Bereits seit Mai steigen die Preise für Butter und Magermilchpulver am sogenannten Spotmarkt. Der aus den Marktpreisen für solche Produkte vom Kieler Institut für Ernährungswirtschaft (Ife) errechnete „Rohstoffwert Milch“ ist in den vergangenen drei Monaten von 20 auf 27,5 Cent je Kilogramm gestiegen. Bei den Bauern kommen die Preissteigerungen allerdings erst mit Verzögerung an, weil die Molkereien mit ihren Abnehmern längerfristige Verträge schließen. Der Grund für die positive Entwicklung seien die rückläufigen Mengen, heißt es beim niedersächsischen Landvolk. In Deutschland wie in den meisten EU-Ländern produzierten die Bauern inzwischen deutlich weniger Milch als im Vorjahr. „Viele Milcherzeuger versuchen weiter, ihre Betriebskosten zu senken“, sagte Marktreferent Frank Feuerriegel.

Während sich die höheren Preise bei Butter und Käse bereits für die Verbraucher bemerkbar machen, tut sich bei der Trinkmilch noch nichts – seit dem Frühjahr kostet der Liter Milch beim Discounter und im Supermarkt 46 Cent. Erst zum November können die Molkereien mit dem Lebensmitteleinzelhandel über neue Konditionen verhandeln. „Wir sehen sehr gute Chancen für deutlich höhere Preise“, sagte Feuerriegel. „Das sollte aus unserer Sicht schon in Richtung auf 56 Cent je Liter gehen.“

Nach Einschätzung des Kieler Ife-Instituts könnte Milch für die Verbraucher sogar noch teurer werden. „Die Preiskurve zeigt längerfristig nach oben“, sagte Direktor Holger Thiele. Außer in Europa verringere sich die Milchproduktion auch in Südamerika und Ozeanien. Zudem könnten die Vereinigten Staaten ihre Exporte nicht mehr so steigern wie bisher. Mit den politischen Maßnahmen zur Mengenbegrenzung innerhalb der Europäischen Union habe die Preiserholung allenfalls am Rande zu tun: „Die Märkte haben bereits früher reagiert.“

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