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Baut VW bis zu 2500 Jobs im Jahr ab?

Zahlen zu Altersteilzeitprogramm Baut VW bis zu 2500 Jobs im Jahr ab?

Der Volkswagen-Betriebsrat erwartet im Zuge des Umbaus bei dem Autobauer auch den Wegfall von Jobs – die Rede ist von jährlich bis zu 2500. Betriebsbedingte Kündigungen schloss W-Betriebsratschef Bernd Osterloh erneut aus.

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Die Autobranche wandelt sich – und auch VW braucht künftig weniger Mitarbeiter.Foto: dpa

Quelle: Ingo Wagner

Hannover. Volkswagen wird in den kommenden zehn Jahren eine fünfstellige Zahl von Arbeitsplätzen über Altersteilzeit abbauen. Das hat Betriebsratschef Bernd Osterloh jetzt in einem Interview bestätigt. Pro Jahr könnten 1500 bis 2500 Beschäftigte das Unternehmen verlassen - „je nachdem, wie viele Menschen die Altersteilzeit in Anspruch nehmen, und das auf zehn Jahre gesehen“, sagte Osterloh dem „Handelsblatt“. Betriebsbedingte Kündigungen schloss er aus. Gleichzeitig werde der Konzern in anderen Bereichen wie der Softwareentwicklung oder den Mobilitätsdienstleistungen aber auch neue Jobs schaffen.

Volkswagen trimmt derzeit die Kernmarke VW Pkw auf mehr Profitabilität, gleichzeitig sollen sich die Standorte auf den Wandel der Branche zur Elektromobilität ausrichten. E-Autos sind mit weitaus weniger Aufwand und Personal zu fertigen als klassische Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor - vor allem, was den kompletten Antriebsstrang betrifft. Das wird vor allem für die fünf traditionellen VW-Standorte in Niedersachsen und den in Kassel in den kommenden Jahren zu einer gewaltigen Herausforderung. Allein in Niedersachsen beschäftigt VW aktuell noch 120 000 Menschen. Derzeit verhandeln Unternehmen und Betriebsrat über einen Zukunftspakt, in dem die Neuaufstellung des Werksverbunds geregelt werden soll. Die Ergebnisse sollen in den nächsten Wochen vorliegen.

Osterloh bezeichnete es in diesem Zusammenhang als „Riesenvorteil“, dass in den kommenden Jahren die Baby-Boomer in Rente und Altersteilzeit gehen werden. Erst im Frühjahr hatten Unternehmen und IG Metall einen neuen Altersteilzeit-Tarifvertrag für die Jahrgänge 1961 bis 1967 abgeschlossen, der auf den komfortablen Konditionen der Vorgängerregelung aufbaut: 85 Prozent des letzten Nettolohns in der Altersteilzeitphase, lediglich 7 Prozent Rentenabschlag. Es gebe also „genügend Möglichkeiten, um die Transformation zur Elektromobilität zu gestalten“, meinte der Betriebsratschef.

Mehr Realismus bei Verbrauchsangaben 

VW will künftig realistischere CO2-Werte für seine Fahrzeuge angeben. Der Wolfsburger Autobauer hat nach eigenen Angaben vor, „zukünftig die gesetzlich zulässigen Toleranzwerte einzuengen und damit realitätsnähere CO2-Werte auszuweisen“. Nach Medienberichten dürfte der durchschnittliche Ausstoß über diverse Modelle hinweg dann allerdings um zwei Gramm Kohlendioxid pro Kilometer steigen. Der Autobranche wird schon lange vorgeworfen, bei den Schadstoffmessungen an allen möglichen Schrauben zu drehen, um möglichst niedrige Verbrauchswerte angeben zu können. VW etwa hatte die Fahrzeuge bei den Tests mit vollen Batterien, halb abgefahrenen Reifen und ohne Zusatzausstattung wie Klimaanlagen auffahren lassen, damit sie möglichst geringe Werte abliefern. Mit dem Diesel-Skandal hat das nichts zu tun - er war jedoch der Auslöser dafür, dass der Konzern künftig auch legalen Tricksereien entsagen will.

Dickes Plus bei VWN

Die hannoversche Marke VW Nutzfahrzeuge (VWN) steht weiter unter Dampf. Im September wuchsen die Verkäufe um nahezu ein Fünftel - angetrieben vor allem vom in Hannover gefertigten Transporter. Seine Auslieferungen stiegen sogar um 46 Prozent. In den ersten neun Monaten des Jahres liegt VWN nun mit 350 800 verkauften Fahrzeugen 9 Prozent im Plus. Größter Wachstumsträger ist auch hier die T-Baureihe (plus 17 Prozent) vor dem Caddy (plus 12 Prozent). Der Pick-up Amarok und der Großtransporter Crafter, die beide gerade erst mit neuen Modellen auf den Markt gekommen sind, liegen dagegen leicht im Minus.

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