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Bayer will Monsanto schlucken

Saatgutkonzern Bayer will Monsanto schlucken

Mit einer milliardenschweren Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto will der deutsche Chemieriese Bayer sein Agrargeschäft stärken. Vertreter von Bayer hätten sich kürzlich mit Mitgliedern der Monsanto-Geschäftsführung getroffen, um vertraulich über eine einvernehmliche Fusion zu sprechen, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag mit.

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Tabletten und Mais: Mit einer Übernahme von Monsanto würde der Bayer-Konzern zum weltgrößten Saatguthersteller aufsteigen.

Quelle: Jagadeesh Nv

Leverkusen. Monsanto hatte zuvor berichtet, das Unternehmen habe eine unaufgeforderte, nicht bindende Offerte von Bayer erhalten. Der Verwaltungsrat des US-Konzerns will die Offerte jetzt prüfen. Bis diese Überprüfung abgeschlossen ist, werde es keine weitere Mitteilung des Unternehmens geben. Monsanto war an der Börse zuletzt etwa 42 Milliarden Dollar (gut 37 Milliarden Euro) wert. Der Kurs schwankte in den vergangenen Tagen, nachdem es bereits vor einer Woche erste Berichte über ein Interesse von Bayer gegeben hatte.

Der US-Konzern erlöst im Jahr 15 Milliarden Dollar (13 Milliarden Euro) mit Saatgut und Pflanzenschutzmitteln. Bayer kam zuletzt auf einen Umsatz von 46,3 Milliarden Euro. Mit der Übernahme würde Bayer zum weltgrößten Saatguthersteller aufsteigen.

Die Aktien der Leverkusener gingen nach der Mitteilung auf Talfahrt und stürzten im Dax um gut 9 Prozent ab. Mehr als 6 Milliarden Euro Börsenwert lösten sich in Luft auf. Marktteilnehmer rechneten mit einem zu hohen Kaufpreis, sagte ein Sprecher der Anlegerschutzvereinigung DSW. Hingegen legten Monsanto-Papiere kräftig zu. Das „Wall Street Journal“ schrieb unter Berufung auf Zahlen der Bank Morgan Stanley, gemeinsam würden die Unternehmen 28 Prozent der weltweit verkauften Pflanzenschutzmittel absetzen. Sehr stark wären sie auch im US-Geschäft mit Getreide- und Soja-Samen.

Monsanto steht wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Zudem stellt das Unternehmen den weltweit meistgenutzten Unkrautvernichter Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat her. Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Umweltschützer und die Grünen kritisierten die geplante Fusion. „Gentechnik und Pestizide sind keine Zukunfts-, sondern Risikotechnologien“, sagte Grünen-Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter. „Damit würde Bayer das eigene Gerede über nachhaltige Unternehmenskultur Lügen strafen.“ Agrarexperte Dirk Zimmermann von Greenpeace warnte, eine zu große Konzentration im Markt führe zu weniger Vielfalt und höheren Saatgutpreisen.

Monsanto geht gerade durch einige Turbulenzen. Jüngst wurde die Gewinnprognose für dieses Jahr gekappt und ein Stellenabbau verkündet. In der Chemiebranche brodelt seit Langem die Gerüchteküche über die Zukunft der Unternehmen, die sich auf das Geschäft mit der Landwirtschaft spezialisiert haben. Dieses steht wegen niedrigerer Preise für Agrarrohstoffe, den Turbulenzen in den Schwellenländern und der Rezession in Brasilien unter erheblichem Druck. Im vergangenen Jahr hatte Monsanto versucht, den Schweizer Konkurrenten Syngenta zu übernehmen, der nun an den chinesischen Konkurrenten Chem China geht. Zudem wollen sich DuPont und Dow Chemical zusammenschließen und damit den deutschen Branchenprimus BASF vom Thron stoßen.

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Bayer-Konzern

Es geht nicht voran: Der US-Saatguthersteller Monsanto will auch von dem erhöhten Übernahmeangebot des Bayer-Konzerns nichts wissen. Der Verwaltungsrat vertrete geschlossen die Ansicht, dass die neue Offerte "finanziell unangemessen und unzureichend" sei, teilte Monsanto am Dienstag mit.

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