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Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Schmuckankauf Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Gold ist seit Jahrtausenden begehrt – in Form von Schmuck, als Münzen oder Barren. Und so finden sich auch heute im Nachlass von Verstorbenen immer wieder goldglänzende Preziosen. Stellt sich den Erben nur die Frage: echt oder nicht echt? Und wie viel es überhaupt wert? Antwort gibt es im Goldhandel, der über ausgefeilte Analysemethoden verfügt.

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Ein Goldhändler braucht nicht nur ein gutes Auge. Um den Goldgehalt festzustellen, kommen auch technische Methoden zum Einsatz.

Quelle: dpa

Hannover . „Wir können deutlich mehr als 90 Prozent der eingereichten Stücke direkt vor Ort prüfen“, sagt Michael Löhmann, Chef der hannoverschen Niederlassung der Degussa Goldhandel GmbH, die sich als größter Edelmetallhändler Europas bezeichnet. Eine Ausnahme sind zum Beispiel seltene alte Goldmünzen mit einem hohen Sammlerwert. Für deren Bewertung braucht es erfahrene Numismatiker, deshalb werden solche Stücke in der Unternehmenszentrale in Frankfurt untersucht.

Beim Ankauf von altem Schmuck oder Münzen komme es jedoch nicht nur auf die Analysetechnik an. „Oft hängen da Emotionen dran“ – deshalb müsse man sich Zeit nehmen und auch sensibel mit den Kunden umgehen, sagt Löhmann. Und manchmal erleben sie auch böse Überraschungen. So kommt es vor, dass sich ein vermeintlich wertvolles Stück als billiger Plunder entpuppt.

Alter Name, neue Firma

Tradition als Scheideanstalt: Die Degussa Goldhandel GmbH in Frankfurt existiert erst seit 2011, aber der Name ist viel älter. Sie wurde 1873 als „Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt vormals
Roessler“ in Frankfurt gegründet. Allerdings hatte die dortige Edelmetallscheideanstalt schon 30 Jahre früher ihren Betrieb aufgenommen.
Scheideanstalten dienen dem Zweck, Metalle in Reinform „abzuscheiden“, also aus Verbindungen mit anderen Metallen oder Stoffen zu lösen.
Der Milliarden-Erbe August von Finck hatte 2010 die Rechte am Namen Degussa von dem Chemieunternehmen Evonik erworben und die heutige Degussa gegründet. Allerdings hat das Oberlandesgericht München der Goldhandelsfirma verboten, sich in der Werbung mit der langen Tradition und Erfahrung der alten Degussa zu schmücken. ash

Ob der Feingoldgehalt nun bei null,  333, 585 oder 900 liegt, lässt sich äußerlich auf Anhieb nicht unterscheiden. Um Klarheit zu bekommen, nimmt der Ankäufer das Metall erst einmal in die Hand. Schon das Anfassen und Betrachten gibt in der Regel ersten Aufschluss über die Eigenschaften. Für eine genauere Bestimmung des Goldgehalts braucht es jedoch andere Methoden, wie Löhmann erläutert.

Röntgenfluoreszenzanalyse: Ihr Vorteil ist, dass es sich um eine zerstörungsfreie Untersuchungsmethode handelt. Das Material wird also nicht angetastet. Allerdings verrät sie nur die Zusammensetzung der Oberfläche, sodass zum Beispiel bei Schmuckstücken weitere Tests nötig sind.

Dichtebestimmung: Mit einer hydrostatischen Waage lässt sich das spezifische Gewicht beziehungsweise die Dichte des Materials sehr genau bestimmen. Gold ist mit 19,3 Gramm je Kubikzentimeter das schwerste Metall nach Platin. Je näher also die gemessene Dichte des Schmuckstücks oder der Münze diesem Wert kommt, desto höher ist der Feingoldgehalt.

Leitfähigkeit: Diese Methode beruht auf der unterschiedlichen elektrischen Leitfähigkeit von Metallen. Gold kommt in diesem Punkt an dritter Stelle hinter Silber und Kupfer. Durch Anlegen einer Spannung lässt sich ermitteln, um welches Metall es sich handelt.

Königswasser: Die Mischung aus Salzsäure und Salpetersäure heißt so, weil sie schon seit Jahrhunderten für ihre Eigenschaft bekannt ist, die „königlichen“ Metalle Gold und Platin zu lösen. Dieses chemische Verfahren wird vor allem dann angewendet, wenn das Metallstück später ohnehin eingeschmolzen werden soll. 

Wenn erst mal der Goldgehalt bestimmt ist, lässt sich leicht der Wert bestimmen. Der Goldhändler ermittelt täglich auf der Grundlage des Edelmetallwertes einen Ankaufspreis für Goldschmuck. Er liegt etwa 10 Prozent unter dem jeweils aktuellen Goldkurs. Die Spanne ist damit größer als bei Barren oder Münzen, was vor allem mit den Kosten begründet wird. Schließlich muss das Gold eingeschmolzen werden, bevor es wieder neu in den Handel kommen kann.

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