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Beiträge zur Krankenkasse werden 2016 steigen

Steigende Ausgaben für Arzneimittel und Kliniken Beiträge zur Krankenkasse werden 2016 steigen

Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich auf höhere Zusatzbeiträge einstellen. Wegen der steigenden Ausgaben insbesondere für Arzneimittel und die Kliniken kämen auf die Krankenkassen deutlich höhere Ausgaben zu, sagte eine Sprecherin des Spitzenverbandes am Dienstag.

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Quelle: dpa

Hannover . „Wir rechnen zum Jahreswechsel mit einem Anstieg von bis zu 0,3 Prozentpunkten.“ Für ein Kassenmitglied mit einem Einkommen von 3500 Euro würde das einen Aufschlag von 10,50 Euro monatlich bedeuten.

Trotz einer guten Beschäftigungslage und entsprechend hoher Beitragseinnahmen werden viele Kassen im laufenden Jahr ins Minus rutschen. Aus einer Umfrage des „Handelsblattes“ geht hervor, dass die gesetzlichen Krankenkassen nach sechs Monaten ein Defizit von 500 Millionen Euro angehäuft haben. Auf Basis dieser Zahlen wird der Schätzerkreis aus Vertretern des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundesversicherungsamtes und der Krankenkassen im Oktober über die neue Höhe des Zusatzbeitrages beraten.

Neben den höheren Kosten für Medikamente, Zahnarztbesuche sowie ambulante und stationäre Behandlungen blicken die Kassen mit Sorge auf die von der Bundesregierung bereits beschlossenen oder geplanten Reformen im Gesundheitsbereich. Die Gesetze zur Verbesserung der allgemeinen Versorgung, der Prävention oder „E-Health“ werden die Kassen nach Berechnungen ihres Spitzenverbandes in den nächsten vier Jahren mit 11 Milliarden Euro zusätzlich belasten.

Bei den Kassen schlummern Reserven von 15 Milliarden Euro

Noch sitzen die Kassen auf dicken Polstern: Im zentralen Gesundheitsfonds, in den die Beiträge aller Mitglieder fließen, lagen Ende März 10 Milliarden Euro. Bei den Kassen selbst schlummern Reserven von rund 15 Milliarden Euro – diese sind jedoch sehr unterschiedlich verteilt. Die AOK Niedersachsen verfügt etwa über eine Rücklage von 978 Millionen Euro, andere sind nah der Nulllinie. Die AOK werde das laufende Jahr ohne Verluste abschließen, sagte Vorstandschef Jürgen Peter der HAZ. „Unser niedriger Beitragssatz steht nicht zur Debatte.“

Aktuell liegt der allgemeine Beitragssatz bei 14,6 Prozent, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen tragen. Hinzu kommt der von der Bundesregierung festgelegte Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent des Arbeitseinkommens, den nur die Beschäftigten zahlen. Von den 123 Krankenkassen erheben elf noch einen weiteren Zuschlag. Sollten weitere Kassen einen Sonderobolus verlangen, werde das die Wechselbereitschaft wieder erhöhen, hieß es beim Spitzenverband.

Das fürchten offenbar auch die Kassen – vor allem jene, die damit bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben. Die hannoversche KKH etwa hatte nach der Einführung eines Zusatzbeitrages im Jahr 2010 jedes zehnte ihrer damals rund zwei Millionen Mitglieder verloren. Vorstandschef Ingo Kailuweit warnt nun davor, „drohende Kostensteigerungen ausschließlich auf die Versicherten abzuwälzen“. Die KKH fordert eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung: Es entspreche nicht dem Solidargedanken, sämtliche Zahlungen oberhalb eines Beitragssatzes von 14,6 Prozent den Arbeitnehmern aufzubürden. Unterstützung bekam er gestern vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach.

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