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Benzin an deutschen Zapfsäulen etwas billiger

Ölpreisrückgang Benzin an deutschen Zapfsäulen etwas billiger

Nach Ölpreisrückgang sinken die Benzinpreise ein wenig: Am Donnerstag hat die Internationale Energieagentur (IEA) Ölreserven für den Markt freigegeben. Damit sollen Ausfällen aus Lybien ausgeglichen werden. Experten sind zuversichtlich, dass das auch Kraftstoffpreise etwas nachgeben werden.

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Mit der Freigabe der staatlichen Ölreserven soll dem Aufall aus Lybien entgegengewirkt werden.

Quelle: dpa

Kurz nach der Nachricht vom Anzapfen der staatlichen Ölreserven ist das Benzin in Deutschland etwas billiger geworden. Marktführer Aral ermittelte am späten Freitagnachmittag in seinem Netz einen Durchschnittspreis von 1,544 Euro für einen Liter Benzin. Das sind 1,3 Cent weniger als am Tag zuvor, wie ein Sprecher in Bochum sagte. Diesel kostete 1,42 Euro und damit gut einen Cent weniger als am Donnerstag.

In der Regel gehört der Freitag nach Erhebungen des ADAC zu den teuersten Tagen an der Zapfsäule, weil die Konzerne vor den Wochenenden die Preise anheben. Bis zum Montag wird es dann wieder billiger. Ein Preisrückgang an einem Freitag ist eher ungewöhnlich.

Ob sich in dem niedrigeren Benzinpreis bereits der Rückgang der Rohölpreise um mehr als fünf Dollar am Donnerstag widerspiegelt, konnte der Sprecher nicht sagen. Generell laufen Rohölpreis und Benzinpreis in die gleiche Richtung, aber mit Schwankungen, Abweichungen und Verzögerungen. Wichtig sind neben dem Dollarkurs vor allem die Preise für Ölprodukte wie Benzin, Diesel und Heizöl auf dem Rotterdamer Großmarkt. Die Benzinpreise in Deutschland hatten Ende April mit 1,62 Euro je Liter einen historischen Höchststand erreicht und sich seitdem auf relativ hohem Niveau bei rund 1,55 Euro stabilisiert, mit täglichen Schwankungen nach oben oder unten.

Zuvor hatte die Bundesregierung erklärt, es sei offen, ob es nach dem Anzapfen der staatlichen Öl-Reserven auch zu sinkenden Benzinpreisen komme. Zur weiteren Entwicklung der Benzinpreise könnten keine Aussagen getroffen werden, hatte das Bundeswirtschaftsministerium erklärt. Die Preise seien von vielen Faktoren abhängig. Das Kartellamt hatte zuletzt die Preisgestaltung an den Zapfsäulen kritisiert, den großen Tankstellenkonzernen aber keine verbotenen Absprachen nachweisen können.

Die für Benzin maßgeblichen Rohölpreise an den internationalen Märkten waren unlängst eingebrochen, nachdem die Internationale Energieagentur (IEA) angekündigt hatte, dass 28 Staaten - darunter Deutschland - die Märkte fluten wollen. Vor allem die USA, deren Wirtschaft in der Krise steckt und auf bezahlbare Öl- und Benzinpreise dringend angewiesen ist, sollen Druck gemacht haben.

Deutschland zapft dafür erstmals seit 2005 wieder seine strategische Ölreserve an. Im Rahmen der international abgestimmten Aktion gibt Berlin insgesamt 4,2 Millionen Barrel beziehungsweise rund 570.000 Tonnen Rohöl oder Ölprodukte aus Reserven für den Markt frei.

„Deutschland beteiligt sich an diesem Programm aus Überzeugung, weil wir glauben, dass es der richtige Schritt ist, gewissen Markttendenzen auf eine vernünftige und rationale Weise entgegenzutreten“, sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans in Berlin.

Die 28 IEA-Mitgliedsstaaten wollen im kommenden Monat andauernde Förderausfälle in dem vom Bürgerkrieg heimgesuchten Ölstaat Libyen mit insgesamt 60 Millionen Barrel (je 159 Liter) ausgleichen. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums führten auch steigende Nachfrage und der Verzicht der Opec, mehr Öl zu fördern, zu der Entscheidung. „Für Deutschland ist natürlich klar gewesen, dass wir uns im Sinne der internationalen Solidarität auch an dieser koordinierten Maßnahme beteiligen“, sagte Ministeriumssprecher Holger Schlienkamp.

Nach Ansicht des Auto Clubs Europa (ACE) besteht Anlass für eine gewisse Zuversicht, dass demnächst die Kraftstoffpreise etwas nachgeben, nachdem die Ölpreise im internationalen Handel unter Druck geraten sind. „Wir erwarten, dass jetzt solche Preisvorteile zügig an die Tankkunden weiter gereicht werden“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner.

dpa/kla

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