Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Berlin beschließt mehr Freiheit für Bausparkassen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Berlin beschließt mehr Freiheit für Bausparkassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:26 26.09.2015
Von Albrecht Scheuermann
„Kreditgeschäft wird erleichtert“: Die LBS Nord in Hannover hält die geplante Lockerung der Vorschriften für sinnvoll.  Quelle: Kutter
Anzeige
Berlin

„Die Bundesregierung will es den Bausparkassen ermöglichen, sich flexibler den geänderten Rahmenbedingungen im Kreditwesen anzupassen“, hieß es. Das Kerngeschäft der Bausparkassen besteht darin, durch den Abschluss von Bausparverträgen Geld bei ihren Kunden einzusammeln und wieder in Form von günstigen Bauspardarlehen an die Kunden zurückzugeben. Durch die extremen Niedrigzinsen am Kapitalmarkt funktioniert dies aber nicht mehr richtig.

Deshalb bekommen sie nun die Möglichkeit, die Bauspargelder auch außerhalb des „Kollektivs“, wie es im Fachchinesisch heißt, anzulegen. Sie müssen also nicht mehr ausschließlich in Bauspardarlehen umgewandelt werden, sondern dürfen auch als ganz normale Hypothekendarlehen in den Markt zurückfließen. Außerdem eröffnet das neue Gesetz den Bausparkassen die Möglichkeit, wie Banken Pfandbriefe herauszugeben – dies gibt ihnen mehr Spielraum bei der Geldbeschaffung.

Bei der Norddeutschen Landesbausparkasse Berlin-Hannover (LBS Nord) stößt die Reform auf ein positive Echo, „da endlich eine Anpassung an regulatorische Erfordernisse erfolgt ist“. LBS-Chef Rüdiger Kamp verwies darauf, dass das Bausparkassengesetz zuletzt vor rund 25 Jahren geändert worden sei. Seitdem habe sich aber die Situation für die Institute grundlegend gewandelt. „Es gibt einige Verbesserungen für die Bausparkassen, die vor allem das Kreditgeschäft erleichtern werden“, meinte der LBS-Chef. Dadurch bekämen die Bausparkassen bessere Möglichkeiten, zinsgünstige Darlehen für die Wohnungsbaufinanzierung anzubieten.

Auch der Verband der Privaten Bausparkassen zeigte sich insgesamt zufrieden. „Wenn die Bausparguthaben künftig auch für die Vergabe nicht bausparunterlegter Baudarlehen genutzt werden können, kann dies auf der Finanzierungsseite helfen, das Zinsergebnis zu verbessern.“ Gleiches gelte für die Möglichkeit, künftig Pfandbriefe herauszugeben. Allerdings wünschen sich die privaten Bausparkassen noch weiterreichende Änderungen. So soll die heute geltende Beleihungsgrenze von 80  Prozent gelockert werden. Die Kunden der Bausparkassen sollen also einen größeren Teil 
ihrer Investitionen mit Bauspardarlehen finanzieren können. Außerdem möchten die Institute einen Teil des Spargeldes auch in Unternehmensanleihen und Aktien anlegen. Dies ist ihnen bisher verboten. Die Vorschläge wollen sie nun in das weitere Gesetzgebungsverfahren einbringen. Der Gesetzentwurf muss noch von Bundestag und Bundesrat gebilligt werden, bevor er in Kraft treten kann. Nach dem Willen der Bundesregierung soll dies noch in diesem Jahr der Fall sein.     

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Dieser Mann hat die Abgasaffäre ins Rollen gebracht – und dabei "aus Versehen" auch einen der mächtigsten Wirtschaftsbosse der Welt gestürzt. Peter Mock, 34, Chemiker, ist nicht der Typ, der in die Öffentlichkeit drängt. Doch sein Prüfverfahren für Abgase könnte nach VW noch andere Konzerne in Bedrängnis bringen.

26.09.2015
Deutschland / Welt Experte findet Unregelmäßigkeiten - Hat nicht nur VW getrickst?

Die Automobilindustrie muss sich offenbar auf weitere Enthüllungen einstellen. Peter Mock, Direktor des International Council on Clean Transportation (ICCT), erklärte, dass auch bei anderen Herstellern Unregelmäßigkeiten bei den Stickoxid-Werten festgestellt wurden. 

23.09.2015

Angesichts der Affäre um Abgasmanipulationen tritt Volkswagenchef Martin Winterkorn zurück. Als Vorstandsvorsitzender übernehme er die Verantwortung für die bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren, erklärte Winterkorn am Mittwoch in Wolfsburg. 

23.09.2015
Anzeige