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Deutschland / Welt Berlusconis Fininvest-Konzern zu Millionenzahlung verurteilt
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Berlusconis Fininvest-Konzern zu Millionenzahlung verurteilt
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14:49 09.07.2011
Der von Silvio Berlusconi kontrollierte Fininvest-Konzern muss eine Millionenentschädigung zahlen. Quelle: dpa
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Mailand

Der vom italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrollierte Fininvest-Konzern muss seinem Rivalen CIR rund 560 Millionen Euro zahlen. Dies entschied ein Berufungsgericht in Mailand, wie italienische Medien am Samstag berichteten. Der Anteil der Entschädigung belaufe sich auf rund 540 Millionen Euro, den Rest machten unter anderem Prozesskosten aus. Fininvest-Präsidentin Marina Berlusconi drohte, vor das Kassationsgericht in Rom zu ziehen.

Hintergrund ist der auf das Jahr 1991 zurückgehende Konkurrenzkampf um den Verlag Mondadori zwischen dem damals noch von Silvio Berlusconi selbst geleiteten Fininvest-Konzern und der CIR-Holding von Carlo De Benedetti. Berlusconi wurde in dem Ringen um den einflussreichen Verlag vom römischen Berufungsgericht die Kontrolle über Mondadori zugesprochen. Nach einem Strafurteil von 2007 bestach er jedoch einen Richter, um sein Ziel zu erreichen.

Der Urteilsspruch muss sofort umgesetzt werden, auch wenn Berlusconi noch vor wenigen Tagen erklärt hatte, an De Benedetti würde er niemals zahlen, eher würde er das Geld spenden. Auch in dem vor einer Woche beschlossenen Sparpaket hatte der justizgeplagte Premier eine Regelung aufgenommen, wonach derart hohe Entschädigungen in Zukunft nicht mehr möglich gewesen wären. Auf Druck der Opposition und von Kritikern aus den eigenen Reihen, die bereits vom maßgeschneiderten „Lodo Fininvest“ sprachen, wurde die Klausel aus dem Dekret gestrichen.

„Dieses Urteil macht uns sprachlos“

Berlusconis Familie hatte mit dem Geschäft in den 1990er Jahren ihren Einfluss im Printmedien- und Verlagsgeschäft ausbauen können. Dem Rivalen des Medienmoguls, dem heute 76-jährigen De Benedetti, blieben die römische Zeitung „La Repubblica“ und das Magazin „L’Espresso“. Die Blätter gelten heute als schärfste Organe gegen den Premier.

„Dieses Urteil macht uns sprachlos“, kommentierte Berlusconis älteste Tochter Marina. Ihre Anwälte prüften bereits eine Berufung vor dem Kassationsgericht. „Wir sind absolut sicher, im Recht zu sein“, erklärte die heutige Fininvest-Präsidentin. Das oberste Gericht ändert jedoch in der Regel das Urteil nicht, sondern beschäftigt sich mit Verjährungs- und formalen Fragen.

Berlusconi war im Oktober 2009 in erster Instanz zur Zahlung von 750 Millionen Euro verurteilt worden. Damit erließ das Mailänder Berufungsgericht in letzter Instanz noch rund 200 Millionen. Die genaue Urteilsbegründung wurde noch nicht bekannt.

dpa

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