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Mehr Jobs – aber auch mehr Armut

Beschäftigungsstand auf Rekordhöhe Mehr Jobs – aber auch mehr Armut

Der Boom am Arbeitsmarkt hält an, verliert aber etwas an Tempo. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der Erwerbstätigen von April bis Juni 2015 binnen Jahresfrist um 0,4 Prozent auf 42,8 Millionen. Das war der höchste Stand in einem zweiten Quartal seit der Wiedervereinigung, wie die Behörde mitteilte.

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So viele Jobs wie nie: Aber nicht immer reicht der Lohn zum Leben.

Quelle: dpa

Hannover. Allerdings fiel der Zuwachs geringer aus als in den vier vorangegangenen Quartalen. Im Vergleich zum Jahresbeginn 2015 lag der Anstieg zudem unterhalb des Durchschnitts der letzten fünf Jahre. Die Frühjahrsbelebung sei vor allem aufgrund des milden Winterwetters etwas geringer ausgefallen, erklärten die Statistiker.

Allerdings hat der Jobboom nach Ansicht von Arbeitnehmerorganisationen großen Teilen der Bevölkerung keine Wohlstandsgewinne gebracht. Zuwächse habe es vor allem im Niedriglohnsektor, bei Teilzeit- und Minijobs gegeben, kritisierten Niedersachsens DGB-Chef Hartmut Tölle und der Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen, Ingo Schierenbeck, am Dienstag vor Journalisten. So seien in Niedersachsen und Bremen in den vergangenen zehn Jahren allein 414.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden - und gleichzeitig sei die Armutsquote auf ein Rekordhoch gestiegen. „Wenn die Armut trotz Arbeit steigt, ist politisches Handeln dringend geboten“, sagte Schierenbeck.

Beide Organisationen richteten sich mit einem Forderungspaket an die Landespolitiker. So sollten sie die Wirtschaftsförderung stärker an Sozialstandards knüpfen, ihre Kriterien bei öffentlichen Auftragsvergaben harmonisieren oder etwa „mehr gegen die ausufernde Sonn- und Feiertagsarbeit tun“, wie Tölle sagte.

Auch die Einschränkung der Ladenschlussregeln haben sich die Arbeitnehmervertreter auf die Fahnen geschrieben. Die Liberalisierung der vergangenen Jahre habe „den Prekarisierungsprozess im Einzelhandel beschleunigt“, heißt es im Forderungskatalog von DGB und Arbeitnehmerkammer. Heute sei „nur noch jeder vierte Frauen-Arbeitsplatz im Einzelhandel existenzsichernd“. Auch hier müssten beide Länder gleiche Rahmenbedingungen anstreben, um sich nicht gegenseitig Konkurrenz zu machen.

Als weiteres Problem nannten beide Seiten den Zuwachs bei den sogenannten mobilen Beschäftigten - Menschen, die nur für einen begrenzten Zeitraum in Deutschland arbeiten. Sie seien überdurchschnittlich oft von schlechten Arbeitsbedingungen und ausbeuterischen Löhnen betroffen. Der Betriebsratsvorsitzende der Lloyd-Werft in Bremerhaven, Daniel Müller, schilderte, dass mobile Beschäftigte etwa aus Osteuropa in der Regel kaum Sprach- und Rechtskenntnisse hätten und dementsprechend ausgenutzt würden. „Das scheint eine richtige Parallelwelt zu sein“, sagte er.

Frauen arbeiten weniger

Immer mehr Teilzeit: Erwerbstätige Frauen arbeiten heute im Schnitt fast drei Stunden pro Woche weniger als vor 20 Jahren. Die Zahl der berufstätigen Frauen in Deutschland ist dagegen so hoch wie nie zuvor, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden am Dienstag mitteilte.

Demnach arbeiten weibliche Erwerbstätige derzeit 30,8 Stunden pro Woche – im Jahr 1994 lag der Schnitt noch bei 33,5 Stunden. Wesentliche Ursachen für diese Entwicklung liegen nach Angaben des Instituts in der Zunahme der in Teilzeit beschäftigten Frauen sowie im Rückgang der von Teilzeitbeschäftigten erbrachten Wochenarbeitsstunden.

„Der Rückgang der Wochenarbeitszeiten verweist darauf, dass es in Deutschland ein zu wenig aufgefächertes Angebot an wöchentlichen Arbeitszeitmodellen gibt“, sagte der Direktor des Instituts, Norbert F. Schneider. „Viele teilzeitbeschäftigte Frauen würden gerne mehr arbeiten, sehen sich aber meist damit konfrontiert, dass sie zwischen 20 oder 40 Stunden wählen müssen. Die von ihnen oft gewünschten Arbeitszeiten zwischen 27 und 32 Stunden werden dagegen viel zu selten angeboten.“ Die Anpassung des Arbeitsumfangs an die Wünsche der Erwerbstätigen wäre deshalb auch ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel, sagte Schneider.

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