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Deutschland / Welt In Norddeutschland rollt nur jeder zweite Zug
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09:48 09.11.2014
Auch nach dem Streikende der Lokführergewerkschaft GDL ist mit massiven Behinderungen im Bahnverkehr zu rechnen. Quelle: dpa
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Berlin

Auch nach dem Bahnstreik ist vor allem am Sonntagnachmittag wegen der Wochenendpendler mit sehr vollen Zügen zu rechnen. "Die Kunden sollten mehr Zeit einplanen", sagte ein Bahnsprecher in der Nacht zum Sonntag. In Norddeutschland sorgten die Auswirkungen von Brandanschlägen auf Bahnanlagen für zusätzliche Probleme. Bahnchef Rüdiger Grube rief indessen die Lokführergewerkschaft zum Einlenken auf.

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Neben dem Streik haben auch mehrere Brandanschläge am Sonnabend den Zugverkehr behindert. In gleich drei Bundesländern brannten Kabelschächte.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte ihren Streik am Samstagabend um 18.00 Uhr beendet - nach 64 Stunden im Personenverkehr und 75 Stunden im Güterverkehr. Es war der sechste Ausstand in der laufenden Tarifrunde. Die Umstellung vom behelfsmäßigen auf den normalen Fahrplan laufe wie geplant, sagte der Bahn-Sprecher - dennoch fallen viele Verbindungen aus. "Oft sind Züge und Personal nicht dort, wo wir sie brauchen, vor allem im Fernverkehr". Am Samstagabend habe die Bahn zunächst versucht, viel genutzte Strecken aufzustocken. "In Ostdeutschland lief es tendenziell schlechter als anderswo, weil dort viele Mitarbeiter in der GDL organisiert sind".

Besonders große Probleme gibt es in Norddeutschland. In Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bleibe auch am Sonntag der Ersatzfahrplan in Kraft, sagte der Bahnsprecher: "Wir gehen davon aus, dass dort weiter nur etwa fünfzig Prozent der Züge fahren". Unbekannte hatten am Sonnabend in Bremen, Niedersachsen und Brandenburg in Kabelschächten entlang der Gleise Feuer gelegt. Die Polizei prüft inzwischen ein Bekennerschreiben von angeblichen Atomkraftgegnern, das auf dem linken Medienportal Indymedia veröffentlicht wurde. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hat die Ermittlungen übernommen. Dies teilte ein Sprecher der Polizeiinspektion Lüneburg mit. 

In den übrigen Bundesländern sollen am Sonntag im Regionalverkehr im Schnitt etwa zwei Drittel der normalen Verbindungen rollen. Am Montag sollen die Züge dann überall wieder komplett nach dem Normalfahrplan fahren. Im Tarifkonflikt zwischen Bahn und GDL gibt es bislang keinen Termin für neue Verhandlungen. GDL-Chef Claus Weselsky sagte am Samstag auf dem Leipziger Hauptbahnhof: "Wir diskutieren jetzt erstmal nicht über Streiks. Wir warten auf Verhandlungen."

Bahnchef Grube forderte die GDL zum Einlenken auf. Diese müsse sich "ihrer Verantwortung bewusst und zu Kompromissen bereit sein", sagte er der "Bild am Sonntag". Die Bahn sei jederzeit zu Verhandlungen bereit. "Jeder Tag zählt." Die Schuld an der neuerlichen Eskalation gab Grube der GDL und deren Chef Weselsky: "Wir haben Kompromisse angeboten, sogar mehrere Schlichtungen vorgeschlagen. Die GDL sagt aber bisher zu allem kategorisch Nein. Selbst zu den Vergleichsvorschlägen unabhängiger Arbeitsrichter." Grube betonte: "Auf die Lokführer bin ich überhaupt nicht sauer. Sie sind unsere Kollegen. Ich bin verärgert über GDL-Chef Weselsky, weil er das Prinzip der Verhältnismäßigkeit zwischen den Sozialpartnern verletzt."

dpa

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