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Deutschland / Welt Betriebsrat warnt Karstadt vor „Frontalangriff“
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Betriebsrat warnt Karstadt vor „Frontalangriff“
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09:46 08.11.2014
Der Betriebsrat befürchtet weitere Stellenstreichungen bei Karstadt. Quelle: dpa
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Essen

Das teilte der Gesamtbetriebsrat den rund 17.000 Beschäftigten in einem Flugblatt mit. Nach Rechnung des Gesamtbetriebsrates sollen Personalkosten im Volumen von 1950 Vollzeitstellen gestrichen werden. „Unter Berücksichtigung der Teilzeitquote wären das circa 3000 Mitarbeiter“, heißt es in dem Flugblatt. Dies sei kein Sanierungsprogramm, sondern ein „Frontalangriff auf alle Beschäftigten“.

Betriebsrat und die Gewerkschaft 
 ver.di kündigten Widerstand gegen das „Paket an Grausamkeiten“ an. Das Unternehmen nahm zunächst keine Stellung. Am kommenden Mittwoch sind Verhandlungen zwischen Gesamtbetriebsrat und Unternehmen geplant. Am Montag darauf verhandelt der Konzern mit ver.di über mögliche Kürzungen tariflicher Leistungen. Nach dem Flugblatt plant das Unternehmen, die Arbeitszeit von durchschnittlich 37,5 auf 40 Stunden pro Woche zu erhöhen. „Mit uns gibt es keine Arbeitszeitverlängerung und keinen Abbau von Sonderzahlungen“, sagte ein ver.di-Sprecher.

Der neue Karstadt-Chef Stephan Fanderl hatte unmittelbar nach seiner Ernennung vor rund zwei Wochen bereits die Schließung von insgesamt sechs Standorten – unter anderem in Göttingen – angekündigt. Davon seien 
331 Mitarbeiter direkt betroffen, heißt es in dem Flugblatt der Arbeitnehmervertreter. Für die Karstadt-Beschäftigten gilt bereits seit 2013 eine bis 2015 befristete „Tarifpause“. Die Aussetzung von Tariferhöhungen solle nun deutlich verlängert werden, berichtete der Betriebsrat.

Außerdem seien Einsparungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld, mehr Teilzeitbeschäftigung, flexiblere Arbeitszeiten und die Einführung von Selbstbedienungszonen für die Kunden geplant. Karstadt-Chef Fanderl will bis Mitte 2015 bei den defizitären Warenhäusern die Wende schaffen. Mehr als jede vierte Filiale verdiene kein Geld. Bei einigen seien die Zahlen sogar „dunkelrot“. Fanderl gibt sich drei Jahre Zeit, um wieder auf ein akzeptables Ergebnisniveau zu kommen.  

Von Rolf Schraa 

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