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Bier darf nicht „bekömmlich“ genannt werden

Bier darf nicht „bekömmlich“ genannt werden

Das Wort „bekömmlich“ hat in der Werbung für Bier nichts zu suchen. Die Brauerei Härle aus Baden Württemberg hatte mit "bekömmlichen" Biersorten geworben. Damit würden die Gefahren des Bierkonsums aber verschwiegen, urteilte das Landgericht Ravensburg. 

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Brauereichef Gottfried Härle darf sein Bier nicht mehr „bekömmlich“ nennen.

Quelle: Felix Kästle / dpa

Ravensburg. Es berief sich auf eine Verordnung der Europäischen Union, die gesundheitsbezogene Angaben zu Bier in der Werbung verbietet. Das Wort „bekömmlich“ suggeriere, dass Bier für den Körper verträglich sei, und damit sei es gesundheitsbezogen, hieß es zur Begründung.

Die Brauerei Härle aus Leutkirch in Baden-Württemberg hatte einige ihrer Biersorten mit dem Begriff „bekömmlich“ angepriesen. Der Berliner Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) dagegen fand, dass damit die Gefahren von Alkohol verschwiegen würden, und ließ per einstweiliger Verfügung die Werbung mit dem Begriff untersagen. Diese Anordnung bestätigte nun das Landgericht Ravensburg.

Der Anwalt der Brauerei, Roland Demleitner, schloss weitere rechtliche Schritte nicht aus. Man werde die Urteilsbegründung prüfen und dann entscheiden, ob man beim Oberlandesgericht Berufung einlege, sagte er. Das Ende der Fahnenstange sei noch nicht erreicht. Er halte es weiter für fraglich, ob die bloße Verwendung des Wortes „bekömmlich“ schon gesundheitsbezogen sei, sagte Demleitner, der auch Geschäftsführer des Verbands der Privaten Brauereien in Deutschland ist. Der Kontext der Werbung sollte immer mit berücksichtigt werden. Die Brauerei Härle habe mit dem Wort „bekömmlich“ lediglich den Geschmack des Bieres bewerben wollen.

VSW-Geschäftsführerin Angelika Lange sagte, Werbeslogans wie „bekömmlich“ für Alkohol seien aus gutem Grund verboten. Bier dürfe beworben werden, nur eben nicht mit angeblichen gesundheitlichen Vorteilen. Normalerweise hielten sich die Brauereien auch an diese Vorgaben. Der aktuelle Fall sei nur ein Ausreißer. Dem Verband lägen keine ähnlichen Beschwerden vor.

Von Sandra Cartolano

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