Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Boehringer will Kosten in Deutschland einsparen

Preisdruck Boehringer will Kosten in Deutschland einsparen

Boehringer Ingelheim muss sparen. Der Pharmahersteller spürt steigenden Preisdruck, schärfere Konkurrenz und reagiert: Der Zuwachs an Mitarbeitern wird deutschlandweit gestoppt. Betroffen von den Maßnahmen sind alle Standorte – auch der in Hannover.

Voriger Artikel
„Die Politik muss als Schiedsrichter eingreifen“
Nächster Artikel
Jeff Bezos ist noch lange nicht am Ziel

Sparprogramm bei Boehringer: Auch der Standort in Hannover ist betroffen.

Quelle: dpa

Hannover. Der zweitgrößte deutsche Pharmahersteller Boehringer Ingelheim hat sich ein ambitioniertes Sparprogramm verordnet – und nimmt dabei auch den jüngsten Konzernstandort in Hannover nicht aus. Die Kosten sollen bundesweit um 15 Prozent verringert und Neueinstellungen möglichst vermieden werden. „Wir müssen uns Freiraum verschaffen. Dieser Freiraum wird uns ermöglichen, weiterhin intensiv in organisches und nachhaltiges Wachstum zu investieren“, erklärte Boehringer-Chef Andreas Barner am Montag in Ingelheim am Rhein.

Im ersten Halbjahr 2014 hat das Familienunternehmen überraschend stark an Umsatz verloren – nicht nur durch Währungskurseinflüsse, sondern auch im operativen Geschäft. Um etwa 8 Prozent auf rund 6,5 Milliarden Euro schrumpften die Erlöse. Dabei musste Boehringer nach eigenen Angaben mit steigendem Preisdruck und Marktveränderungen kämpfen. „Das Jahr ist von zahlreichen Umbrüchen und Herausforderungen geprägt“, sagte Barner.

Gleichzeitig baute der Pharmahersteller kräftig Personal auf – fast 1000 Stellen wurden allein in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten geschaffen. Im 2012 eröffneten Forschungszentrum für Tierimpfstoffe in Hannover wuchs die Belegschaft im gleichen Zeitraum um fast 50 Prozent auf derzeit 90 Beschäftigte. Die Zielzahl von 100 Mitarbeitern für das Jahr 2017 haben die Hannoveraner damit drei Jahre früher schon fast erreicht. Man strebe beim Personal nun eine „Konsolidierungsphase“ an, teilte Boehringer mit. An der Zielzahl für Hannover werde jedoch nicht gerüttelt, sagte eine Sprecherin. Die Tierforscher müssen jedoch wie ihre Kollegen in den klassischen Pharmabereichen sondieren, wo sie sparen können.

Die Sparte Tiergesundheit ist im Vergleich zum Kerngeschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten ein kleines Segment im Konzern – aber ein wachsendes. Im ersten Halbjahr legte der Bereich währungsbereinigt um 6 Prozent auf 536 Millionen Euro zu. Gut ein Drittel entfällt auf Schweinepräparate, wie sie auch in Hannover erforscht werden.

Boehringer macht derzeit ein klassisches Problem forschender Pharmaunternehmen zu schaffen: Bei einstigen „Blockbustern“ – Medikamenten mit Milliardenumsatz – laufen die Patente aus, was Nachahmerpräparate auf den Markt drängen und die eigenen Umsätze und Margen einbrechen lässt. Gleichzeitig fehlt es aber an Innovationen, die rechtzeitig auf den Markt kommen, um diese Verluste zu kompensieren.

Trotz des strikten Kostenmanagements bleibe die Einführung neuer Produkte deshalb erste Priorität, sagte Barner. Außerdem sollen in diesem Jahr weltweit rund 643 Millionen Euro in Sachanlagen investiert werden – fast die Hälfte in der Bundesrepublik. Der Boehringer-Konzern beschäftigte 2013 weltweit rund 47 500 Mitarbeiter. In Deutschland waren es Ende Juni 2014 etwa 14 000 Beschäftigte.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Protest bei Bürgerversammlung
Mehr als skeptisch: Tierschützer protestieren gegen Boehringer.

Im Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim denkt man über eine Erweiterung des Europäischen Forschungszentrums für Tierimpfstoffe in Kirchrode nach. Zusätzliche Büros, Laboratorien und Anlagen für Tierversuche an Hühnern sind im Gespräch.

mehr
Mehr aus Deutschland / Welt

Nach dem großen VW-Abgasskandal sind etwa 2,4 Millionen Kunden bundesweit von der gigantischen Rückrufaktion betroffen. Einer von ihnen ist HAZ-Redakteur Enno Janssen. In einer Serie berichtet er, wie es nun für ihn und die anderen Kunden wirklich weitergeht. mehr

Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

Aktienkurse regionaler Unternehmen

CEWE STIFT.KGAA... 65,46 +3,64%
CONTINENTAL 168,30 -0,90%
DELTICOM 15,27 +1,67%
HANNO. RÜCK 92,88 -0,10%
SALZGITTER 23,39 -0,45%
SARTORIUS AG... 65,26 +0,03%
SYMRISE 60,40 +0,78%
TALANX AG NA... 26,45 -0,86%
TUI 10,19 -1,27%
VOLKSWAGEN VZ 106,62 -2,49%
DAX
Chart
DAX 9.590,00 -0,23%
TecDAX 1.591,50 +0,48%
EUR/USD 1,1101 -0,26%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

RWE ST 13,86 +5,16%
BEIERSDORF 83,76 +2,06%
DT. TELEKOM 15,26 +1,75%
DT. BANK 12,29 -2,91%
VOLKSWAGEN VZ 106,62 -2,49%
HEID. CEMENT 67,35 -1,74%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA IM Fixed Incom RF 210,09%
Bakersteel Global AF 172,03%
Stabilitas PACIFIC AF 165,97%
Stabilitas GOLD+RE AF 133,53%
Structured Solutio AF 109,85%

mehr