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Der Mega-Rückruf

Brandgefahr bei Bosch-Spülmaschinen Der Mega-Rückruf

Europas Branchenprimus Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) ruft weltweit bis zu fünf Millionen Geschirrspüler wegen Brandgefahr zurück. Die Geräte könnten aufgrund eines fehlerhaften Bauteils im Bedienfeld überhitzen, sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

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Bis zu fünf Millionen Geräte müssen repariert werden.

Quelle: dpa/Symbolfoto

Hannover. Betroffen sind Geschirrspüler der Marken Bosch, Siemens, Neff, Constructa und Junker+Ruh, die zwischen 1999 und 2005 produziert wurden. Allein in Deutschland betrifft das nach Firmenangaben bis zu zwei Millionen Geräte. Rein rechnerisch könnte also gut jeder zwanzigste deutsche Haushalt von dem Rückruf betroffen sein.

Das Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und Siemens kann allerdings nicht sagen, wie viele Geräte davon noch im Einsatz sind. Im Gegensatz zur Automobilindustrie kennen die Hersteller von Haushaltsgeräten ihre Kunden in der Regel nicht. BSH will deshalb mit einer bundesweiten Anzeigenkampagne auf die Probleme aufmerksam machen. Bei dem Rückruf handele es sich um eine freiwillige Aktion, betont der Konzern. „Nur in sehr seltenen Fällen kann die fehlerhafte Komponente des Bedienfelds ein Überhitzungsrisiko mit eventueller Brandgefahr darstellen“, heißt es.

Information zum Rückruf

Um zu ermitteln, ob der eigene Geschirrspüler unter den Rückruf fällt, können Verbraucher die kostenlose Telefonnummer 0 08 00/19 08 19 08 anrufen oder im Internet die Seite www.dishcareaction.de ansteuern. Zur Hand haben sollte man in beiden Fällen Markenname, Modell-, Chargen- und Seriennummer des Geräts. Sie befinden sich entweder oben oder links auf der Türinnenseite.

Bislang zählte BSH in Deutschland 69 Fälle von Schmorbränden, meist ohne Flammenentwicklung. Erste Fälle waren bereits 2009 im Ausland aufgetreten. Seinerzeit war der Konzern noch davon ausgegangen, dass die Ursache in den Besonderheiten einiger nationaler Stromnetze lag. Niemand sei bislang zu Schaden gekommen, betont BSH. Gleichwohl rät das Unternehmen auf einer eigens eingerichteten Internetseite: „Als Vorsichtsmaßnahme sollten die betroffenen Geräte in der Zwischenzeit nur unter Aufsicht benutzt werden.“ Wer eine Rauch- oder Funkenentwicklung bemerkt, solle das Gerät sofort ausschalten oder im Zweifel die entsprechende Stromsicherung unterbrechen.

Betroffenen Kunden bietet BSH nun zwei Alternativen an – die kostenfreie Reparatur in der eigenen Wohnung oder den Kauf eines Neugeräts mit 20 Prozent Rabatt. Beides wird für die Verbraucher mit Aufwand verbunden sein. Die Reparatur beispielsweise dürfe nur ein „Qualifizierter Kundendiensttechniker“ vornehmen, heißt es bei BSH. Da deren Zahl begrenzt ist, dürften sich die Reparaturen wohl über Monate hinziehen. Zudem muss das betreffende Bauteil derzeit erst einmal nachproduziert werden. Es auszutauschen, dauert „weniger als eine Stunde“. Man nehme bereits Termine an, die Reparaturen starteten in der kommenden Woche, betonte die Sprecherin.

Die Rabatte können sofort in Anspruch genommen werden. Sie gelten allerdings nur für Geräte aus der Konzernfamilie und müssen gesondert bei BSH beantragt werden. Dafür reicht der Kunde den Kassenbon des Neugeräts ein sowie eine Bestätigung, dass der alte Geschirrspüler fachgerecht entsorgt wurde. Zudem müssen Formulare ausgefüllt werden, die BSH dem Kunden zusendet. Die Anträge würden „schnellstmöglich“ bearbeitet und anschließend 20 Prozent des Kaufpreises zurückgezahlt, heiß es. Zu den Kosten des Rückrufs wollte die Sprecherin nichts sagen – sie dürften allerdings mindestens im dreistelligen Millionenbereich liegen.

(mit:rtr)

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