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Deutschland / Welt Schwierige Rückkehr in die Gewinnzone
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16:57 21.07.2016
Brexit-Folgen könnten Opel die Rückkehr in die Gewinnzone verhageln. Quelle: dpa
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Rüsselsheim

Karl-Thomas Neumann zeigt sich gern mit Opel-Oldtimern. Ob schnittiger Sportwagen GT oder das 1960er-Jahre-Dickschiff Admiral: Stets sollen die Auto-Ikonen von einst den Anspruch auf eine bessere Opel-Zukunft anschaulich machen. Seit gut drei Jahren führt der einstige VW-Manager die Europa-Tochter des US-Konzerns General Motors und konnte am Donnerstag mit der Rückkehr in die Gewinnzone ein wichtiges Etappenziel präsentieren. Doch in den Jubel über Turnaround und das beste Quartalsergebnis seit neun Jahren mischen sich die negativen wirtschaftlichen Folgen des britischen Brexit-Votums.

Dabei gäbe es eigentlich so viel zu feiern, denn Opel kommt von ganz unten. 1999 hatte das deutsche Traditionsunternehmen letztmals einen Jahresgewinn zum GM-Konzernergebnis beigetragen, zehn Jahre später wollte die selbst in Schwierigkeiten geratene US-Mutter ihre desaströse Europa-Tochter eigentlich nur noch loswerden. Daraus wurde trotz kräftiger politischer und gewerkschaftlicher Unterstützung nichts, so dass GM das Schicksal der bereits 1929 erworbenen Tochter doch wieder in die eigenen Hände nehmen musste. Es folgten kräftige Einschnitte wie die Werksschließungen in Antwerpen und Bochum sowie milliardenschwere Investitionen in neue Modelle.

Die scheinbar gradlinige und mit cleverem Marketing begleitete Erfolgsgeschichte ("Umparken im Kopf") hatte zuletzt einige Macken bekommen. Im Zuge des von VW ausgelösten "Dieselgates" tauchten erhebliche Zweifel auch an der Legalität der Opel-Katalysatoren auf, die bei vielerlei Gelegenheiten ihre Leistung reduzieren. Opel hat zwar freiwillige Service-Aktionen und verbesserte Techniklösungen versprochen, doch Zweifel mögen geblieben sein.

Nach einem starken Jahresbeginn hat der Absatz von Opel-Modellen in Europa zuletzt geschwächelt. Nach einem halben Jahr hatte Opel nicht zuletzt mit zahlreichen Eigenzulassungen zwar mehr als 541.000 Autos in den Markt gedrückt und damit eine Steigerung von 8,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum geschafft. Diese lag aber knapp unter der allgemeinen Marktentwicklung von 9,1 Prozent. Dem europäischen Autoverband ACEA zufolge schwächelte im Juni vor allem der für Opel/Vauxhall extrem wichtige britische Markt.

Wegen des abgewerteten Pfunds verdient Opel bei Auto-Verkäufen auf der Insel schlagartig weniger. Preisanhebungen wollen bei einer ohnehin schwächelnden Nachfrage gut durchdacht sein. Über seine Schwestermarke Vauxhall verkauft Opel in Großbritannien so viele Autos wie sonst in keinem anderen Land Europas. Im vergangenen Jahr waren es 311 000 von mehr als 1,14 Millionen abgesetzten Wagen. In den beiden britischen Werken Ellesmere Port und Luton montieren deutlich über 3000 Beschäftigte die Opel/Vauxhall-Modelle Astra und Vivaro. Das ist ein knappes Zehntel der Opel-Gesamtbelegschaft.

"Der Brexit ist für Opel eher eine Chance", meint im Gegensatz zu Neumann der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer, der von einem dauerhaft schwächeren Pfund ausgeht. Über die Fabriken in England könne GM ähnlich wie Mini und Ford Währungsvorteile realisieren und über Mischkalkulationen die Margen verbessern. Denkbar sei auch eine Ausweitung der Produktion in den britischen Werken. Diese Möglichkeit hätten die anderen Hersteller nicht. Nach seiner Auffassung benötigt Opel schneller margenstarke Modelle, die es beispielsweise mit dem VW-SUV Tiguan aufnehmen könnten.

Dudenhöffer lobte Neumann aber für seinen klaren Schnitt in Russland, wo Opel wegen anhaltender Absatzprobleme die Montage in St. Petersburg konsequent dichtgemacht hat. Damit ist ein Markt verloren gegangen, in dem das Unternehmen zuletzt rund 80 000 Wagen im Jahr verkauft hat. "Sobald die Sanktionen wieder gelockert werden, muss Opel da wieder rein", ist Dudenhöffer überzeugt. Neumann selbst sagt dazu: "Aktuell planen wir nicht, nach Russland zurückzukehren. Unsere damalige Entscheidung war richtig, weil der russische Markt sich seitdem nicht erholt hat. Irgendwann könnte das natürlich wieder zu einer Option werden.",

dpa

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