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Brexit sorgt wohl für Konjunkturdämpfer 2017

Deutsche Ökonomen Brexit sorgt wohl für Konjunkturdämpfer 2017

Die ganz großen Befürchtungen rund um den Brexit sind etwas abgeflaut, weil Großbritannien das Thema derzeit sorgsam vorbereitet. Doch wenigstens vorübergehend dürfte das EU-Ausstiegsvotum der Briten auch die deutsche Konjunktur etwas schwächen.

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Ökonomen erwarten wegen des Brexit eine Abschwächung der Konjunktur für 2017.

Quelle: dpa

Berlin/Kiel. Der beschlossene EU-Ausstieg der Briten wird der deutschen Wirtschaft nach Einschätzung von Ökonomen zumindest kurzfristig einen merklichen Dämpfer verpassen. Zwar sind die Details des Brexit noch lange nicht verhandelt. Sie führten allerdings schon jetzt zu Sorgen etwa um Exporte und Investitionsausgaben, erklärte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Donnerstag.

Die Berliner Forscher nehmen für das laufende Jahr noch ein Wachstum von 1,9 Prozent an. Laut der jüngsten DIW-Prognose soll das Plus der deutschen Wirtschaftsleistung 2017 dann aber mit 1,0 Prozent spürbar geringer ausfallen - ehe das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2018 mit 1,6 Prozent wieder mehr anzieht. DIW-Chef Marcel Fratzscher sprach von einem "deutlichen Dämpfer": "Das Brexit-Votum schafft Unsicherheit und wird weltweit viele Unternehmen veranlassen, ihre Investitionen aufzuschieben." Insgesamt sei die Konjunktur jedoch auf Kurs, das erwartete deutsche Wachstum 2016 sogar höher als zunächst angenommen.

Auch das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel rechnet mit Folgen des Brexit-Referendums für die deutsche Wirtschaft - jedenfalls vorübergehend. Beim für 2016 prognostizierten Wachstum (1,9 Prozent) liegen sie mit den Berliner Kollegen auf einer Linie, für 2017/2018 sind sie optimistischer (1,7/2,1 Prozent). "Das Brexit-Votum dämpft auch hierzulande etwas, aber es würgt die Konjunktur nicht ab", sagte IfW-Experte Stefan Kooths. Ein Motor bleibe die Bauwirtschaft: "Wir erleben seit drei Jahren einen ungewöhnlich gedehnten Aufschwung."

Die Kieler Forscher gehen auch davon aus, dass die Deutschen mehr ausgeben. Der private Konsum werde kräftig zulegen. Die Teuerungsrate dürfte von 0,4 Prozent (2016) auf 1,6 Prozent (2018) zulegen. Bisher aber versucht die Europäische Zentralbank (E ZB) relativ erfolglos, die niedrige Inflation über billiges Geld anzuheizen.

Der Arbeitsmarkt wird nach Meinung der Wirtschaftswissenschaftler ebenfalls von der insgesamt guten Entwicklung profitieren. So rechnet das IfW mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent im laufenden Jahr bis auf 5,8 Prozent 2018. Beim DIW hieß es: "Der Beschäftigungsaufbau bleibt kräftig, wenngleich er etwas an Schwung verliert." Der Überschuss in den öffentlichen Haushalten könnte laut IfW von 16,7 Milliarden Euro 2016 auf 26 Milliarden Euro 2018 zulegen. DIW-Chef Fratzscher warnte aber: "Die Befürchtung ist groß, dass die öffentliche Hand die hohen Überschüsse für Wahlgeschenke nutzt, statt Investitionen in Infrastruktur und Bildung zu erhöhen."

Das Essener Forschungsinstitut RWI leget am Donnerstag eine ähnliche Prognose vor. Auch hier nimmt man für das Gesamtjahr 2016 einen BIP-Zuwachs von 1,9 Prozent an. Für 2017 und 2018 wird dagegen eine Abschwächung auf 1,4 Prozent beziehungsweise 1,6 Prozent erwartet.

dpa

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