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Zurück auf den Sattel?

Sanierung des Fahrradherstellers Mifa Zurück auf den Sattel?

Kann sich der Fahrradhersteller Mifa mit einem neuen Großeigentümer aus den roten Zahlen strampeln? Die Gläubiger wollen mit einem massiven Verzicht zumindest den Weg ebnen.

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Gläubiger machen den Weg für Sanierung des Fahrradherstellers Mifa frei.

Quelle: dpa

Sangerhausen. Die Gläubiger des Fahrradherstellers Mifa haben grünes Licht für den Rettungsplan des Konzerns gegeben. Der indische Weltmarktführer Hero Cycles soll die Mehrheit am absatzstärksten deutschen Fahrradproduzenten übernehmen und rund 15 Millionen Euro frisches Geld investieren, wie das Unternehmen mit rund 770 Mitarbeitern am Freitagabend in Sangerhausen mitteilte. Der bisherige Anteil des Großaktionärs und AWD-Gründers Carsten Maschmeyer würde damit auf weniger als ein Prozent fallen.

Bei den Verhandlungen habe die Zukunft der Mitteldeutschen Fahrradwerke AG (Mifa) und der Erhalt der Arbeitsplätze im Vordergrund gestanden, sagte ein Sprecher Maschmeyers am Samstag. Maschmeyer habe die Inder selbst an den Tisch geholt und sich zuletzt noch mit Millionenbeträgen engagiert. An den Gesprächen sei er maßgeblich beteiligt gewesen. Zu den finanziellen Konsequenzen für Maschmeyer sagte der Sprecher nur: "Sein Anteil wird deutlich verwässert". Maschmeyer und seiner Familie gehören bislang mehr als 20 Prozent des Unternehmens.

Die Vereinbarung von Mifa mit den Indern und dem gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger sieht einen Kapitalschnitt und anschließend eine massive Kapitalerhöhung mit der Herausgabe neuer Aktien vor. Die Altaktionäre sollen dann noch rund ein Prozent des Unternehmens halten. Die Gläubiger einer Anleihe über 25 Millionen Euro verzichten auf 60 Prozent ihrer Forderungen, verlängern den Kredit und stimmen einer Herabsetzung des Zinssatzes von 7,5 auf 1,0 Prozent zu. Im Gegenzug sollen sie dann zehn Prozent der Firma halten.

89 Prozent von Mifa gingen dann an die Inder und weitere neue Aktionäre. Mifa hatte im März überraschend von massiven Problemen berichtet. Es seien Fehler in der Buchführung aufgetaucht. Bei 108 Millionen Euro Umsatz habe der Verlust 2013 rund 15 Millionen Euro betragen. Der damalige Vorstandschef Peter Wicht legte wenig später sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Eine neue Führungsspitze soll das Unternehmen nun sanieren. Der Landkreis Mansfeld-Südharz hatte mit Kauf und Rückvermietung des Betriebsgrundstücks kurzfristig geholfen.

Eine Zusammenarbeit mit Hero Cycles war bereits 2013, damals aber noch als Minderheitsbeteiligung, angekündigt worden. Mifa hatte die Einigung mit Hero Cycles und dem gemeinsamen Vertreter der Anleihengläubiger am späten Freitagabend mitgeteilt. Am Freitag zu Börsenschluss wurden die Mifa-Aktien noch zu rund 1,80 Euro gehandelt, das ergibt eine Marktkapitalisierung von rund 17 Millionen Euro. Bevor der Sanierungsplan umgesetzt werden kann, müssen noch mehrere Gremien zustimmen.

So werden die Anleihegläubiger selbst noch befragt, auch ist eine außerordentliche Hauptversammlung notwendig. Bis März kommenden Jahres soll die neue Struktur umgesetzt sein. Mifa war einst der größte Fahrradhersteller der DDR. 2004 ging das Unternehmen an die Börse. In den vergangenen Jahren trieb der Boom bei Elektrofahrrädern den Umsatz in die Höhe.

dpa

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