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Deutschland / Welt It’s Tea Time!
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00:18 27.07.2014
Von Jens Heitmann
Ergebnis aus der Teeküche: Größere „Brau-Effizienz“ bewiesen. Quelle: Fotolia
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London

Lange hielt sich das Gerücht, der Tee und die Engländer hätten erst Anfang des 17. Jahrhunderts zueinander gefunden - bis sich die Althistoriker René Goscinny und Albert Uderzo 1966 an den Zeichentisch setzten und mit ihrem Frühwerk „Asterix bei den Briten“ Klarheit schufen: Es waren bereits die Gallier, die endlich für Geschmack im heißen Wasser sorgten. Nur zwei Fragen sind seither noch ungeklärt: erst die Milch in die Tasse, dann den Tee oder umgekehrt? Und: lieber runde Beutel oder solche in Pyramidenform?

Über Letzteres musste jetzt die Selbstkontrolle der britischen Werbewirtschaft befinden, weil sich zwei Giganten der Beutel-Branche darüber zerstritten haben. In einem Fernsehspot hatte Unilever damit geworben, dass die dreieckigen Modelle der Marke PG Tips ein höheres Aroma entfalten als die runden der Konkurrenz. Diese Behauptung, so fand der Rivale Tetley, stelle alle Rund-Beutel in ein „negatives Licht“ - und bezweifelte im übrigen die Darstellung, dass der Tee im Pyramidennetz wirklich soviel mehr Bewegungsfreiheit haben soll, „um dadurch einen größeren und frischeren Geschmack zu ermöglichen“.

Tetley ist der zweitgrößte Tee-Produzent weltweit und gehört zum Riesenreich des indischen Multis Tata, der auch in Stahl, Software und Tourismus macht - und schon deshalb nicht gern klein beigibt. Die Beutel mögen Leichtgewichte sein, der Markt ist milliardenschwer: Durchschnittlich 2,27 Kilogramm Tee trinkt jeder Brite im Jahr, seit Asterix sich in großer Not jener „Kräuter“ des Druiden Miraculix erinnerte, um seinen Gastgebern frischen Mut einzuflößen. Die römischen Invasoren bekamen die Wirkung des Gebräus alsbald zu spüren - und Tetley und Unilever profitieren noch immer davon.

Im Geiste des „Fair play“ hätten sich beide auch am Nachmittag bei einer Tasse Tee zusammensetzen können, um ihren Streit auszuräumen. Doch die Tetley-Manager waren sich ihrer Sache offenbar sehr sicher - und wetteten auf einen Sieg vor der „Advertising Standards Authority“. Sie sollte irren.

Die Werbewächter zogen sich in die Teeküche zurück, hängten einen runden und einen eckigen Beutel in heißes Wasser, schauten genau auf die Uhr - und kamen überein, dass der Tee in einer Pyramidenform freier zirkulieren kann als in einer runden. Damit sei die größere „Brau-Effienz“ der PG Tips von Unilever bewiesen, hieß es am Ende.

Allerdings: Über den Geschmack könne man weiter streiten - der sei schließlich subjektiv.

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